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DTTB steckt im Fall von Ovtcharov in der Zwickmühle

Tischtennis (red). Normalerweise feuert Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), den Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov von der Tribüne lautstark an. Bei wichtigen Spielen sitzt der Chef sogar im Nationaltrikot in der Halle. Jetzt sollen Weikert, Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb, Generalsekretär Matthias Vatheuer und der Anti-Doping-Beauftragte Rainer Kruschel entscheiden, ob der derzeit suspendierte Ovtcharov ein Dopingsünder ist oder nicht. „Das ist nicht so einfach, wir kennen uns eben alle“, beschrieb Weikert die Zwickmühle, in der die Verbandsführung steckt.

veröffentlicht am 12.10.2010 um 12:31 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 09:41 Uhr

sdsd

Tischtennis (red). Normalerweise feuert Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), den Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov von der Tribüne lautstark an. Bei wichtigen Spielen sitzt der Chef sogar im Nationaltrikot in der Halle. Jetzt sollen Weikert, Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb, Generalsekretär Matthias Vatheuer und der Anti-Doping-Beauftragte Rainer Kruschel entscheiden, ob der derzeit suspendierte Ovtcharov ein Dopingsünder ist oder nicht. „Das ist nicht so einfach, wir kennen uns eben alle“, beschrieb Weikert die Zwickmühle, in der die Verbandsführung steckt.
 Die mehrstündige Anhörung des vierfachen Team-Europameisters in der DTTB-Zentrale in Frankfurt endete am Montagabend ohne eine Entscheidung. Der Verband sieht noch Gesprächsbedarf. Ovtcharov, bei dem in einer Trainingskontrolle am 23. August das verbotene Mittel Clenbuterol gefunden worden war, beteuert weiterhin seine Unschuld. Sein Rechtsanwalt Michael Lehner führte eine negative Haarprobe bei Ovtcharov als Indiz für die These an, dass der Profi das Opfer einer unwissentlichen Lebensmittel-Verseuchung während der China Open geworden ist. Inhaltlich wollte Weikert den Stand der Dinge am Dienstag nicht kommentieren. Das grundsätzliche Problem, dass ein Fachverband über einen Dopingfall in den eigenen Reihen zu urteilen hat, ist dem Juristen aber durchaus bewusst. „Wir denken deshalb darüber nach, ob wir nicht das Ergebnismanagement komplett an die NADA abgeben sollen“, sagte der DTTB-Präsident. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) saß von Anfang an im Fall Ovtcharov mit im Boot. Auf Wunsch des Verbandes nahmen auch eine NADA-Vertreterin sowie Professor Wilhelm Schänzer vom Kölner Institut für Biochemie als Experte an der Anhörung teil. Schänzers Labor hatte das positive Ergebnis der A- und B-Probe festgestellt - der Dopingtest fand einen Tag nach Ovtcharovs Rückkehr aus China statt. Mehrere Fachleute wie Werner Franke oder Mario Thevis halten deshalb eine Kontamination im Fall Ovtcharov für möglich. Die DTTB-Führung muss sich entscheiden: Entweder stellt sie den Fall ein und hebt die Suspendierung auf – dagegen könnte die NADA, die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Internationale Tischtennis-Verband (ITTF) Einspruch erheben. Oder der Verband leitet ein Verfahren gegen Ovtcharov beim Disziplinarorgan Anti-Doping des DTTB ein. Dort droht ihm eine Sperre von maximal zwei Jahren.



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