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DM-Silber, Frust und ein „Krebs“ für Hamelns Ruder-Asse

Silber-Jubel, aber auch Frust und Enttäuschung: Die 25. Deutsche Sprintmeisterschaft auf dem Werdersee in Bremen war für die 16 Ruderer des RV Weser eine emotionale Achterbahnfahrt.

veröffentlicht am 11.10.2021 um 16:08 Uhr
aktualisiert am 11.10.2021 um 19:50 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

BREMEN/HAMELN. Sie waren in Topform, aber am Ende haben Thore Wessel und Roelof Bakker bei der Sprint-DM auf dem Werdersee in Bremen im Männer-Doppelzweier die Medaillenränge um Zentimeter verpasst. Der Frust und die Enttäuschung war bei den deutschen Vizemeistern des Vorjahres umso größer, weil nach einem unfassbar spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen die ersten vier Boote aus Berlin, Hamburg, Krefeld und Hameln im Ziel fast gleichauf waren. Welche Bootspitze um Zentimeter nach vorne lag, war mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen. Die Hamelner waren felsenfest davon überzeugt, Silber oder Bronze gewonnen zu haben. Aber die umstrittene Entscheidung der Zielrichter, die für viel Diskussionsstoff sorgte, fiel anders aus. Hinter dem RC Berlin, der RG „Hansa“ Hamburg und dem Crefelder RC gab es für das maßlos enttäuschte Duo des RV Weser auf dem undankbaren Rang vier nur Blech statt Bronze.

Blech statt Bronze für Thore Wessel und Roelof Bakker

„Wenn du den Sommer opferst, um hier anzutreten und nach zwei erfolgreichen Rennen aufgrund einer solchen Entscheidung dann in die Röhre schauen musst, ohne die Zeit- und Zielmessung nachvollziehen zu können, macht das wütend und sorgt nicht für Begeisterung“, machte Bakker aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Denn ob die Entscheidung der Zielrichter richtig oder falsch war, war selbst im Video nicht eindeutig zu erkennen. Auch Wessel musste den rund 60 Sekunden langen Ruderkrimi mit Wimpernschlagfinale erst einmal verdauen, zeigte sich aber als fairer Verlierer: „Klar sind wir ernüchtert, wie die Entscheidung zu Stande gekommen ist. Aber in jedem Fall Glückwunsch an die Konkurrenz für die starken Rennen und das herausfordernde Leistungsniveau.“ Nach DM-Silber im Vorjahr gingen Wessel und Bakker diesmal leer aus – im Gegensatz zum Riemenvierer mit Florian Wissel, Nick Armgardt, Emre Tas, Maximilian Gümpel und Steuerfrau Mareike Adomat, der wie 2020 deutscher Vizemeister wurde.

Das Quintett des RV Weser erreichte den Silberrang hinter dem starken Vierer aus Leverkusen, aber vor Berlin und damit auch vor der Crew des Berliner Ruderclubs, gesteuert von Nationalmannschaftsteuerlegende Martin Sauer. Überglücklich legte die Mannschaft nach der Silberfahrt am Anleger an. Auch Emre Tas strahlte vor Glück: „Das war Adrenalin pur!“

Auch Florian Wissel war begeistert: „Der Start war perfekt. Da waren wir direkt von Beginn vorn dran und mussten uns dann natürlich reinhängen, um das nach Start knapp 300 Meter entfernte Ziel auf dem Medaillenrang zu erreichen.“ Dass der „Stadionsprecher“ während des Rennens den Ruderstil des Zwei-Meter-Hühnen im Bug als außergewöhnlich bezeichnet hatte, bekam auch Wissel zu Ohren: „Mit dem Moderator muss ich nochmal ein Wörtchen sprechen“, sagte Wissel mit einem Augenzwinkern.

Pech hatte Hamelns Achter, der als Vierter im Finale Bronze knapp verpasste. Roelof Bakker, Thore Wessel, Lars Wessel, Florian Wissel, Fabian Schönhütte, Nick Armgardt, Emre Tas, Maximilian Gümpel und Steuerfrau Merle Wessel legten sich zwar mächtig in die Riemen, verpassten aber nach einem packenden Vierkampf mit Leverkusen, Berlin und Osnabrück um knapp vier Zehntelsekunden die Medaillenränge. So ging Bronze nach Osnabrück, Silber an Berlin und Gold an Leverkusen.

„Bei dem Rennen kann man keinem einen Vorwurf machen. Am Ende waren die anderen einfach stärker und hatten so die Nase vorn“, war Trainer Christian Wellhausen trotz verpasster Medaille mit der Leistung seines Teams zufrieden. Im Doppelvierer verpassten hingegen Ronald Bakker, Eric Edler, Fabian Schönhütte und Jonas Schleumer nach gutem Vorlauf das A-Finale und erreichten im B-Finale letztlich den achten Platz in ihrer Bootsklasse.

Boje stoppt Hamelns Mixed-Doppelvierer

Der Mixed-Doppelvierer mit Katharina Stegen, Eric Edler, Kaya Treder und Ronald Bakker wurde im Halbfinale erst von einer Boje gestoppt und wurde zudem nach einem ärgerlichen „Krebs“ - wie man im Ruderjargon sagt - zur Vollbremsung gezwungen, weil ein Blatt eines Skulls zu tief ins Wasser getunkt wurde und hängen blieb. Im B- Finale erkämpfte sich die Hamelner Mixed Crew dann ohne Boje und ohne Krebs den dritten Rang. Ebenfalls im B-Finale landete der Junioren-Doppelzweier von Felix Brand und Christoph Barth auf Platz neun. Darüber hinaus wurde Adrian Klingelmann im Einer im Halbfinale C Sechster.



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