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Baseball: Nach 30 Jahren endet bei den Fischbeck Sharks die Ära Christian Koch

Der Pitcher geht

FISCHBECK. „Schön war die Zeit“, dass kann Christian Koch mit Fug und Recht sagen. 30 Jahre sorgte der 45-Jährige beim TSC Fischbeck für einen amerikanischen Touch. Mit Baseball im Weserbergland. Doch jetzt ist Schluss, der Pitcher geht!

veröffentlicht am 10.09.2018 um 15:47 Uhr

Eine Ära geht zu Ende – Christian und Dieter Koch (oben re.) hören bei den Fischbeck Sharks auf. Fotos: kf
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Baseball, eine Sportart, die Koch schon als Schüler in ihren Bann gezogen hatte. Und seine variablen Würfe mit dem kleinen Lederball brachten so manchen gegnerischen Batter, den Mann mit dem Schläger, zur Verzweiflung.

An die Anfänge erinnert er sich gern zurück: „1988 waren noch die Amerikaner in Hessisch Oldendorf stationiert. Die haben Baseball mitgebracht.“ Und einige Jungs der Region schnell für das Spiel mit dem großen Schläger und dem kleinen Ball begeistert. „Trotz aller Anfangsschwierigkeiten, den Ball überhaupt richtig zu treffen. Wir sind dennoch gleich 1989 nach Hamburg zur Deutschen Jugendmeisterschaft gefahren. Und haben dort erst mal jede Menge Lehrgeld gezahlt.“ Aber Youngster Koch schien schon damals die Grundlagen des Spiels bestens zu beherrschen. Als er mit 16 Jahren ertmals neben gestandenen und bundesligaerfahrenen Pitchern, Battern und Catchern in der Landesauswahl stand, gab es keine Alternative: „Da war für mich endgültig klar, Baseball ist mein Sport.“ Spielertrainer bei den Sharks, Trainerschein mit Bravour bestanden, und sich das ganze Wissen in Sachen Baseball selbst beigebracht. „Damals gab es keine große Unterstützung vom Verband“, blickt er zurück.

Es dauerte nicht lange, da begannen die Sharks sportlich der Konkurrenz die Zähne zu zeigen. In der Verbandsliga spielten sie oben mit, der Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse wäre möglich gewesen. Doch Vater Dieter Koch, den sein Sohn Christian 1993 als engagierten Spartenleiter ins Boot der Haie geholt hatte, erkannte sofort: „Die Liga können wir nicht bezahlen.“ So ging es auf Landesebene weiter. Und da sind Christian Koch in all den Jahren oft graue Haare gewachsen. Kleiner Kader, oft nur geringe Trainingsbeteiligung, es musste auch mal das eine oder andere Spiel mangels Masse abgesagt werden. Doch Koch warf nie das Handtuch: „Man muss eben auch ein bisschen baseballverrückt sein. Ohne geht so etwas nicht.“ So konnte er seinem Sport auch viele schöne Seiten abgewinnen. Immerhin schaffte es aus dem von ihm trainierten Nachwuchs der Sharks mit Johannes Kaneider ein Fischbecker Junge in den Bundesliga-Kader der Hannover Regents. Und darauf kann Koch mehr als stolz sein.

Mit dem letzten Heimspiel und einer 5:18-Niederlage gegen die Alfeld Greenhorns endete am Wochenende die Ära Koch bei den Sharks. Christian legt Ball und Schläger endgültig an die Seite, Vater Dieter gibt das Amt des Spartenleiters in jüngere Hände. Steffen Kappmeier wird künftig die Sharks anführen.



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