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Schachtalente zeigen ihr Können im königlichen Spiel

Der Kampf gegen die Uhr

Hameln. Konzentriert sitzt Ole Reichert vor seinen schwarzen Figuren, wartet gespannt darauf, wer sein nächster Kontrahent ist. Als ihm Turnierleitungsmitglied Kurt Pape seinen Gegner zuweist, ist die Begrüßung nur kurz, beschränkt sich praktisch auf ein obligatorisches Shakehands. Dass er sich in den folgenden 20 Minuten mit Ilja Zozulin, einem unbekannten Gegner vom SV Caissa Wolfenbüttel, im königlichen Spiel messen muss, erfährt er erst später draußen an der Tür, wo die Ergebnisse der Paarungen der dritten Runde angeschlagen sind.

veröffentlicht am 05.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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Vorsichtig gehen beide in die Partie, genau wie 46 andere junge Spieler neben ihnen. „Nur keinen Fehler machen, die den Gegner in Vorteil bringt“, heißt die Devise bei beiden. Doch schon bald wird auf dem Brett aufgeräumt. Immer mehr schwarze und weiße Figuren verschwinden, lichten sich die Reihen. Nicht nur Bauern unterliegen der „Schlagwut“, auch Springer, Türme und Läufer müssen dran glauben. Das geht mit kurzer, aber auch etwas längerer Überlegungsphase bis etwa eine Minute vor Schluss. Denn je näher sich der Minutenzeiger der ominösen „12“ auf der Uhr nähert, umso kürzer und auch hektischer werden die Züge.

Zum Schluss wird nur noch „Tabula rasa“ gespielt. In Sekundenschnelle fliegen die restlichen Figuren vom Brett, bis zum Schluss, als das „Plättchen“ zuerst bei Ole fällt, nur noch drei Figuren übriggeblieben sind. Glück für den Hamelner, dass er noch registriert, dass es kurz zuvor eine Pattstellung gegeben hat, die sein Gegner übersehen, er aber bemerkt hat. Somit rettet er noch einen halben Punkt für sich. Am Ende des Turnieres – es fand übrigens in den Räumen der Hochschule Weserbergland am Stockhof stand – hatte Ole, der neben Jugend-Europameisterschaftsteilnehmer Jan Helmer zu den stärksten Nachwuchsspielern des HSV gehört, 3,5 Punkte auf seinem Konto, lag damit in seiner Altersklasse U12 an neunter Stelle.

„Ich hätte ihn unter den ersten drei erwartet, doch die Konkurrenz mit den besten Spielern Niedersachsens war sehr stark“, so HSV-Jugendwart Andreas Helmer, der bereits zum zweiten Mal die „Jugendwettkampfserie“ in Hameln organisierte.

Besser als Ole schnitt übrigens seine Schwester Lena ab. Sie holte sich den Sieg in der U8-Altersklasse, ergatterte 6,5 von sieben möglichen Punkten. Ebenfalls auf dem ersten Platz landete Yannik Koch. In der U16-Klasse gab er ebenfalls nur einen halben Punkt ab, blieb damit unbesiegt. Aber auch der vierte Platz von Daniel Leon Schicksnus (U14) war vorher nicht erwartet worden.



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