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Dimitrij Ovtcharov kämpft beim olympischen Tischtennis-Turnier in London heute um eine Medaille

„Das aufregendste Spiel meines Lebens“

Früher war „Dima“ Tünderns Supertalent, jetzt ist Dimitrij Ovtcharov einer der besten Tischtennis-Profis der Welt. Heute um 11 Uhr steht Ovtcharov in London im Einzel im Olympia- Halbfinale. Eine Medaille ist drin – wie 2008 in Peking, als er mit der Mannschaft Silber für Deutschland gewann.

veröffentlicht am 02.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:41 Uhr

UUm 23.13 Uhr deutscher Zeit nutzte Dimitrij Ovtcharov am späten Dienstagabend im siebten Satz seinen zweiten Matchball zum 11:9 gegen seinen Kumpel und Ex-Europameister Michael Maze aus Dänemark, den Ovtcharov im vergangenen Sommer mit seiner schwedischen Freundin Jenny in dessen Ferienhaus in der Türkei besuchte: „Es war das aufregendste Spiel meines Lebens“, sagte der gebürtige Ukrainer, der in Tündern groß geworden ist. Erstmals in seiner noch jungen Karriere, in der der 23-jährige Weltenbummler („Im Herzen bleibe ich immer Tünderaner“) schon mehr erlebt hat, als andere Sportler in ihrem ganzen Leben, steht der Weltranglisten-Zwölfte heute um 11 Uhr deutscher Zeit im Einzel im olympischen Halbfinale. Gegner ist Weltmeister Zhang Jike aus China. Ovtcharov ist der letzte Europäer im Wettbewerb: „Das macht mich stolz.“

Sein Glück konnte Ovtcha- rov, der nach dem Tischtennis-Krimi mit fast heiserer Stimme noch einen Interview-Marathon absolvieren musste, kaum fassen. Erst riss er sich das Nationaltrikot über den Kopf, dann sank er völlig erschöpft in die Knie. Hinterher sagte er: „Das ist einer der glücklichsten Momente in meinem Leben.“ Da werden auch bei ihm Erinnerungen an 2008 wach. Vor vier Jahren holte „Dima“, wie ihn seine Freunde nennen, bei den olympischen Spielen in Peking mit der Nationalmannschaft Silber für Deutschland. Sein bisher größter sportlicher Erfolg – von vielen auf nationaler und internationaler Ebene.

Als sich der damals 19-Jährige im Hamelner Hochzeitshaus ins Goldene Buch der Stadt eintragen durfte, zeigte er stolz seine Silbermedaille. Und auch diesmal will er nicht mit leeren Händen aus London zurückkommen: „Mein Ziel war und ist eine Medaille“, sagt Ovtcharov, der vor dem Halbfinale selbstbewusst verkündete: „Ich kann jeden Gegner schlagen und habe Zhang Jike bei den Danish Open 2010 schon einmal besiegt.“ Der gebürtige Ukrainer gilt als extrem ehrgeizig und sehr trainingsfleißig. Ein Beispiel: Frühaufsteher Ovtcharov wollte am Samstag bereits um 6.30 Uhr trainieren, Morgenmuffel Timo Boll, inzwischen ausgeschieden, erteilte ihm eine Absage. Trainiert hat „Dima“ trotzdem: mit Chuang Chih-Yuan aus Taiwan. Übrigens: Wie schon 2008 hat Ovtcharov wieder seine eigene Kaffeemaschine in London dabei. „Mit der Kaffeemaschine haben wir schon in Peking gute Erfahrungen gemacht. Da haben wir uns entschlossen, sie wieder mitzunehmen. So können wir morgens mal einen frischen Kaffee trinken. Das olympische Dorf ist ja nicht wie ein Hotel, die Wege sind manchmal weit und die Schlangen lang, gerade dort, wo es guten Kaffee gibt.“ dpa

Stolz zeigt Dimitrij Ovtcharov seine Silbermedaille, die er 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking, als er mit der Mannschaft für Deutschland gewann.

Foto: Archiv



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