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ESV-Duo qualifiziert sich beim Ironman auf Rügen für die WM

Anderson und Radau jubeln: „Gigantischer Saisonabschluss“

Rügen. Der Stress hat sich allemal gelohnt, denn Britta Anderson und Angela Radau kehrten mit fetter Beute im Gepäck vom Strandräuber-70.3-Ironman auf Rügen zurück. Die beiden Triathletinnen von Eintracht Hameln konnten sich dabei nicht nur mit Edelmetal schmücken, sondern qualifizierten sich auch für die Senioren-WM 2015. Die findet nach Jahren in den USA und Kanada erstmals in Europa im österreichischen Zell am See statt. „Das war ein gigantischer Saisonabschluss“, meinte Anderson mit Freudentränen in den Augen.

veröffentlicht am 17.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:55 Uhr

Doch vor dem Lohn stand harte Arbeit. Nur wenige Stunden vor dem Start kam die Nachricht, dass das Schwimmen abgesagt werden muss. Bei starkem Wind und sehr hohem Wellengang war für die Sicherheit der Athleten nicht zu garantieren. Statt der 1900 Meter im Wasser ging nun das erste Teilstück über einen weiteren Fünf-Kilometer-Laufkurs. Die 90-Rad-Kilometer sowie der abschließende Halbmarathon blieben aber.

Anderson, die so ihre Stärke im Wasser nicht ausspielen konnte, fürchtete sich vor der zusätzlichen Belastung für die Beine. „Aber der erste Lauf war fast wie schwimmen. Es hat in Strömen geregnet.“ Auch der Radkurs war bei Regen, starkem Wind und 450 Höhenmetern alles andere als eine Ausflugsfahrt. „Auf dem glitschigen Boden mit extremen Kopfsteinpflaster-Passagen musste man höllisch aufpassen. Mit einem Mountainbike wäre man fast besser aufgehoben gewesen“, sagte Anderson.

Die letzte Prüfung fand auf der Flaniermeile des Ostseebads Binz statt. Viermal war dort die Laufrunde zu absolvieren. Doch Flanieren geht anders, auf den 21 Kilometern war der allerletzte Kampf gefragt. „Aber die Zuschauer haben uns angefeuert und fast getragen. Der Einlauf auf dem blauen Ironman-Teppich war schon ein tolles Gefühl – die warme Dusche danach aber auch“, meinte Anderson. Die wärmsten Gefühle kamen aber erst bei der Siegerehrung auf dem Eventgelände am Strand.

Gold für Angela Radau in der W55-Klasse in 5:47:27 Stunden, die 5:33:20 Stunden von Anderson bedeuteten zudem Bronze bei den W45-Seniorinnen. Doch das Beste kam zum Schluss. Unter den 1300 Teilnehmern wurden 60 Tickets in den verschiedenen Altersklassen für die 70.3-WM – die Summe der drei Strecken auf der Halb-Ironman-Distanz beträgt wenn nicht Wind und Wellen einen Strich durch die Rechnung machen 70,3 Meilen – vergeben. Die beiden ESV-Frauen sagten sofort ja, als sie bei der Siegerehrung zu einem WM-Start befragt wurden. Und, als wäre das ein Wink des Schicksals, kam auch da endlich wieder die Sonne über Rügen heraus. mha



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