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Nur 29:29 gegen den SV Alfeld: VfL Hameln macht den Sack nicht zu / Acht Pille-Treffer

Wulff stinksauer: „Jeder will der Held sein“

Handball (jko). Samstagabend, 20:46 Uhr. Mit 29:29 (17:13) trennen sich der VfL Hameln und der SV Alfeld im Oberliga-Derby. Die Trainer schütteln sich die Hände und nehmen sich in die Arme, um dann mit völlig unterschiedlichen Gefühlsregungen auseinander zu gehen. Während Alfelds Übungsleiter Peter Eddelbüttel erhobenen Hauptes in „seinem Wohnzimmer“ steht, marschiert VfL-Coach Hajo Wulff schnurstraks ins Trainerzimmer, reißt sich die Krawatte vom Hemd, feuert sie in die Ecke und ist stinksauer: „Das war ein verschenkter Punkt. Meine Ansagen wurden überhaupt nicht umgesetzt. Jeder macht, was er will. Wir machen den Sack einfach nicht zu, weil jeder der Held sein will.“ Die Hausherren fanden schwer in die Partie, konnten spielerisch überhaupt nicht an die Leistung vom Großburgwedel-Match anknüpfen. Erst nach einem 9:9-Zwischenstand (23. Minute) bekam der VfL die Kurve und ging mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Kabine. Nach 34 Minuten stand es dann schon 20:14, doch anstatt den Deckel draufzunageln, kamen die Hamelner aus der Spur und verstrickten sich in Einzelaktionen. Technische Fehler taten dann auch noch ihr Übriges. Wie schon im ersten Durchgang nahm Hajo Wulff früh eine Auszeit, mit der Erkenntnis, dass er sich diese Auszeit auch hätte schenken können: „Ich versuche mit meinen Anweisungen Sinn in die Sache zu bekommen, aber anscheinend hörte keiner zu, weil schlicht nichts befolgt wurde.“ Nach 47 Minuten hatte Alfeld beim 24:24 den Ausgleich wieder hergestellt, danach war es ein offener Schlagabtausch mit einer hochdramatischen Schlussphase. Beim Stand von 29:29 scheiterte Torben Höltje mit Siebenmeter zunächst am starken SV-Keeper Daniel Voß, den folgenden Angriff verdaddelten die Alfelder mit Zeitspiel, sodass der VfL eine halbe Minute vor dem Ende noch einmal in Ballbesitz kam.. Doch anstatt clever die Zeit bis zur Chance runterzuspielen, ließ sich Björn Schubert, der zuvor schon Pech mit drei Holztreffern hatte, 17 Sekunden zu einem überhasteten Wurf verleiten und zielte über das Gehäuse.

veröffentlicht am 17.10.2010 um 18:48 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:41 Uhr

Sauer: Trainer Hajo Wulff.  nls

„Am Ende können wir über den Punkt sogar noch froh sein. Es gab Zeiten, da haben wir solche Spiele auch noch verloren“, atmete Kapitän Oliver Glatz tief durch und erkannte auch die Ursache: „Spielerisch haben wir nichts auf die Reihe bekommen.“

„Mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden, spielerisch aber nur teilweise, weil wir es eigentlich besser können“, meinte Peter Eddelbüttel, der sich insbesondere auf seine Achse Benjamin Jentsch (10/1) und Eike Korsen (8) verlassen konnte. Der Alfelder Coach freute sich , „dass wir uns nach dem Rückstand nicht haben aus der Ruhe bringen lassen und noch was anbieten konnten. Aber der VfL war nicht mehr konsequent genug und hat sich einfache Bälle genommen.“

VfL Hameln: Kinne, Grote; Pille (8), Höltje (6/4), Hylmar (5), Glatz (4), Heemann (2), Schubert (2), Clausing (2), Wood, Künzler, Emmel.

Jannis Pille (VfL) gegen das Alfelder Duo Lück/Zimmermann. Foto: nls


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