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Nina Griese will mit Rohrsens Frauen Klassenerhalt schaffen / Heute Keller-Duell gegen Schlusslicht Greven

„Wir kämpfen bis zum Schluss“

Rohrsen. „Wer uns kennt, der weiß, dass wir bis zum Schluss alles geben werden, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen“: Mannschaftsführerin Nina Griese erlebt mit Rohrsens Handballfrauen in der 3. Liga zurzeit ein Déjà-vu.

veröffentlicht am 09.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:21 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Rückblick: Vor genau einem Jahr, damals coachte noch Michael Hensel Rohrsens Frauen, kassierte der MTV in der Hinrunde eine Niederlage nach der anderen, war vor der Winterpause Abstiegskandidat Nummer eins – und schaffte nach einer furiosen Rückrunde unter Neu-Coach Mike Bezdicek den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Doch der „Bezze-Effekt“ ist inzwischen verpufft. Vor dem heutigen Keller-Duell gegen Schlusslicht SV Greven 09 (1:15 Pkt.), das um 17.30 Uhr in der Sporthalle Hohes Feld angepfiffen wird, schweben Rohrsens Frauen als 13. mit 2:14 Punkten wieder in akuter Abstiegsgefahr. Für Nina Griese ist klar, „dass wir gegen Greven unbedingt gewinnen müssen“ – ohne Wenn und Aber. Und das nächste Heimspiel gegen den TSV Hahlen (14. Dezember), ebenfalls ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf, auch. Auswärts beim Tabellen-11. HSG Osterode-Harz (8. Dezember) rechnet sich die 35-Jährige auch etwas aus. „Wenn wir bis zur Winterpause noch sechs bis acht Punkte holen, wäre das eine gute Basis für die Rückrunde.“ Das sei zwar schwer, aber nicht unmöglich.

Das rettende Ufer ist für Rohrsen trotz des miserablem Saisonstarts noch in Sichtweite. Und das macht Griese im Hinblick auf den angepeilten Klassenerhalt Mut. Eigentlich hatte die 35-Jährige gehofft, dass diese Saison nicht so stressig wird wie die vergangene. Doch das Verletzungspech machte ihr und der Mannschaft einen Strich durch die Rechnung. Die Ausfälle von Neuzugang Beate Weber, Kirsten Bormann, Janika Kohnke-Zander, Vanessa Stöber und Torhüterin Michaela Schostag „konnten wir nicht verkraften“. Das spiegeln auch die Ergebnisse wider: Das 21:44 gegen Blombergs Bundesliga-Reserve „war eine Katastrophe“. Aber das 22:40 gegen Werder Bremen war laut Griese nicht so schlecht, wie das Ergebnis vermuten lässt: „In der zweiten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht, auch wenn sich das bei so einer klaren Niederlage für einige bestimmt bescheuert anhört.“ In Bremen versuchte Mike Bezdicek, den Gegner zu überraschen: Bei eigener Überzahl nahm Rohrsens Coach Torhüterin Melanie Traege vom Feld, um mit sieben Spielerinnen anzugreifen. Diese „Harakiri-Taktik“ kommt bei einigen Fans überhaupt nicht gut an. Im Internet melden sich anonyme Kritiker zu Wort, die die Entlassung des Trainers fordern – unter anderem auch im Gästebuch auf Rohrsens Homepage. Auch Nina Griese hat die Kommentare gelesen. Angeblich sei die Mannschaft nicht fit, taktisch schlecht eingestellt und die Spielerinnen mit dem Training unzufrieden. „Das ist Blödsinn. Das ist definitiv nicht so“, stellt Griese klar. „Das ist schon echt heftig, was da teilweise geschrieben wird. Ich hoffe, dass wir uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Aufgrund der Verletzungsmisere musste Bezdicek, auch was die Taktik angeht, improvisieren: In der Abwehr fehlt die verletzte Janika Kohnke-Zander als Indianer vor der Abwehr. Am Kreis mussten nach dem Saison-Aus für Beate Weber zuletzt Katharine Tyce, Vanessa Stöber und auch Nina Griese aushelfen. Und auch Christin Bormann, die eigentlich auf Rechtsaußen spielt, wurde als Spielmacherin notgedrungen in kalte Wasser geschmissen, weil im Rückraum nach dem Ausfall von Kirsten Bormann die personellen Alternativen fehlten. Vor Saisonbeginn wurde versucht, den kleinen Kader zu verstärken: „Wir haben im Sommer echt viele Gespräche geführt. Aber für einen kleinen Verein wie Rohrsen, der keine Spielergehälter zahlt, ist es echt schwierig, Neuzugänge zu bekommen.“ Auch momentan werden Gespräche mit möglichen Neuzugängen geführt – unter anderem mit einer Kreis- und einer Rückraumspielerin. Perfekt seien die Winter-Wechsel zwar noch nicht, „aber es sieht ganz gut aus“. Und auch Kohnke-Zahnder wird nach langer Verletzungspause zum Rückrunden-Start im Januar ihr Comeback feiern. Torhüterin Michaela Schostag, die zuletzt wegen eines Schleudertraumas fehlte, trainierte schon wieder mit und wird heute wohl zwischen die Pfosten zurückkehren.

Mit einem Heimsieg im Keller-Duell gegen Greven könnten sich Rohrsens Frauen nach der Niederlagen-Serie etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen: „Es wird nicht einfach, aber wir werden kämpfen und alles versuchen, das Spiel zu gewinnen – auch für unsere treuen Zuschauer, die uns auch bei den Auswärtsspielen in Blomberg und Bremen wieder toll unterstützt haben.“ Und auch heute werden bestimmt wieder viele Handball-Fans in die Sporthalle Hohes Feld pilgern, um Rohrsens Frauen anzufeuern.



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