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Der Letzte macht das Licht aus – Montagabend war das letzte Training des VfL Hameln in der Halle Nord

„Wir Handballer haben jetzt kein Zuhause mehr“

Nur die Notausgang-Lampen leuchteten noch spärlich. Der Letzte machte am Montagabend kurz nach 22 Uhr das Licht in der Halle Nord aus – wie immer. Als David-Niclas Emmel diesmal nach dem Training die Sporthalle verließ, hatte er Tränen in den Augen: „Zwölf Jahre habe ich hier gespielt. Ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir jetzt hier nicht mehr spielen und trainieren dürfen.“ Die Nachricht von der Schließung der Sporthalle Nord, die seit 1969 die Heimat der Handballer des VfL Hameln ist, verbreitete sich wie ein Lauffeuer, nachdem die Dewezet schon am Nachmittag vorab in ihrer Online-Ausgabe darüber berichtete.

veröffentlicht am 29.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Als die Dewezet-Sportredaktion Hamelns Chefcoach Sönke Koß die Hiobsbotschaft telefonisch übermittelte, konnte bzw. wollte er es zunächst gar nicht glauben: „Ist das echt wahr? Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Das ist für uns eine Katastrophe!“ Koß war völlig baff, dass die Halle von heute auf morgen dichtgemacht wird. Damit hatte nämlich niemand gerechnet – auch die Handballer nicht. Die wurden von der Entscheidung von Oberbürgermeisterin Susanne Lippman schlichtweg überrumpelt: „Holterdiepolter wird die Halle geschlossen. So schnell können wir ja gar nicht reagieren“, so Koß. VfL-Kreisläufer Heiko Heemann war einer der wenigen Spieler, der erst wenige Minuten vor Trainingsbeginn davon erfuhr, dass der Handball-Tempel „Hölle Nord“ für immer geschlossen wird: „Das ist echt krass.“ Vor den menschenleeren Tribünen trainierten die Oberliga-Handballer am Montagabend zum letzten Mal. Auch Hamelns Handball-Chef Manfred Herzog war vor Ort, „weil wir heute noch unsere ganzen Sachen aus der Halle räumen müssen“. Als Herzog um kurz nach 15 Uhr von Michael Zehbe den Anruf bekam, „habe ich im ersten Augenblick gedacht: Jetzt können wir unsere Handball-Abteilung zumachen“. Nachdem der erste Schock verdaut war, „haben wir versucht, schnellstmöglich eine Lösung zu finden“. Und die wurde im Eiltempo auch gefunden: zumindest was die Punktspiele angeht, die am Wochenende eigentlich in der Halle Nord stattfinden sollten. Die wurden laut Herzog „alle in die Sporthalle Hohes Feld verlegt“. Das gilt auch für die Oberliga-Partie zwischen dem VfL Hameln und Grün-Weiß Himmelsthür. „Die Anwurfzeiten ändern sich nicht“, so Herzog. Was die Trainingszeiten betrifft, „weiß ich noch nicht, wie wir das alles hinkriegen sollen“.

Das bekommen auch die Oberliga-Handballer des VfL zu spüren. Mittwoch fällt das Training aus. Und Donnerstag trainiert der VfL im Hohen Feld – zusammen mit dem MTV Rohrsen, dem Ex-Klub von Sönke Koß.

Alle verlegten Heimspiele des VfL Hameln (3./4. März, Hohes Feld) auf einen Blick: WSL-Liga/Männer: VfL Hameln III – Rohrsen II (Sbd., 17.15 Uhr). Oberliga/Männer: VfL I – Himmelsthür (Sbd., 19.15 Uhr). D-Jugend/männl.: VfL I – Lügde (Stg., 10 Uhr). WSL-Liga/Männer: VfL IV – Emmerthal II (Stg., 11.45 Uhr). Landesliga/weibl. C-Jugend: VfL – Hannover West (Stg., 13.30 Uhr). Oberliga/männl. B-Jugend: VfL – Heidmark (Stg., 15.15 Uhr). ROL, männl. C: VfL II – Söhre (17 Uhr).



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