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Abpfiff nach 40 Jahren für Hamelns Dauerbrenner Rolf Flasche und Heinz-Dieter Zahn

„Wir gehen in Schiri-Rente“

Hameln. Respekt, Respekt! 40 Jahre brachte das Hamelner Schiedsrichter-Gespann Rolf Flasche/Heinz-Dieter Zahn den Handballern im Bezirk Hannover die Flötentöne bei – jetzt ist Schluss! Beim Landesliga-Spiel zwischen der TSG Emmerthal gegen die HSG Langenhagen gaben die beiden Unparteiischen zum letzten Mal bei einem Pflichtspiel die Richtung an, zeigten noch einmal auf den Siebenmeterpunkt und schickten auch den einen oder anderen Spieler mal wieder für zwei Minuten zum Abkühlen auf die Auswechselbank.

veröffentlicht am 22.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 17:18 Uhr

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Das Alter hat für die beiden Dinos der Schiedsrichter-Zunft – Rolf Flasche ist 67, Heinz-Dieter Zahn 62 Jahre jung – übrigens nie eine Rolle gespielt. Sie fühlen sich immer noch topfit und waren auch beim letzten Auftritt in der Landesliga stets auf Augenhöhe. „Doch es muss auch mal Schluss sein“, sind sie sich einig und gehen in Schiri-Rente. Einen Auftritt wird sich das Duo Flasche/ Zahn aber noch gönnen, freiwillig und ohne großes Brimborium. „Am 30. August pfeifen wir noch einmal beim Allersheimer-Cup in Stadtoldendorf“, verriet Heinz-Dieter Zahn. „Aber das war’s dann.“ Ein passendes Finale, denn beim Turnier in Stadtoldendorf, das immer zahlreiche Ober- und Verbandsligisten zur Saisonvorbereitung nutzen, zählen die Hamelner Schiedsrichter seit Jahren zu den festen Größen. Aber nicht, weil der Weg unter die Homburg so kurz ist, sondern weil die beiden „Herren in Schwarz“ dort immer mit guten Leistungen auffielen. Doch nicht nur das Turnier in Stadtoldendorf haben die für den VfL Hameln pfeifenden Unparteiischen in guter Erinnerung.

Zahn spricht vor allem gern von einem Testspiel zwischen den beiden Bundesligisten VfL Hameln und TBV Lemgo: „Volle Halle, tolle Stimmung, und wir mittendrin.“ Sein Kollege schwärmt dagegen vom Auftritt des SKA Minsk, den die beiden VfLer in Nienburg bestens über die Bühne brachten. „SKA Minsk, die waren damals mit Spielern wie Schewzow und Tutschkin absolute Weltklasse. Wir haben schon eine tolle Zeit erlebt“, blickt Flasche, der beim TV Hemeringen auch lange Zeit im Tor stand, zurück.

Als Torhüter konnte Flasche übrigens nie die Klappe halten, kaum ein Pfiff des Schiedsrichters blieb von ihm unkommentiert. „Das hat mir so manche Zeitstrafe eingebracht“, lacht er. Vielleicht sehen er und sein Partner gerade deshalb auch so manch knifflige Situation auf und rund um das Spielfeld gelassener. „Deshalb hatten wir in all den Jahren auch kaum Stress mit Spielern und Trainern. Die wussten schnell, wie bei uns der Hase lief“, sagt Rolf Flasche, der seine „ganz besonderen Pappenheimer“ aus vier Jahrzehnten heute noch genau auf dem Schirm hat. „Es gab halt immer mal wieder Spieler, die einfach nicht belehrbar waren.“

Nach seinem letzten Auftritt in Emmerthal verriet Rolf Flasche im kleinen Kreis auch noch ein Geheimnis. Als ihn Emmerthals Handballchef Stephan Kutschera fragte, warum er als Rückraum-Schiedsrichter immer so weit hinter den Spielern stehe, kam die Antwort prompt: „In meinem Alter will ich von den jungen Spielern nicht überrollt werden. Deshalb muss man sich den Fluchtweg immer offen halten....“



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