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Für den MTV Rohrsen wird die Luft in der 3. Liga immer dünner / 28:33-Heimpleite gegen TuS Nettelstedt

Wieder kein Sieg! Michael Hensel kriegt die Krise

Handball. Diese Niederlage tat ihm weh. Sehr weh sogar. Das sah man am Samstag Michael Hensel auch an. An seinem 38. Geburtstag bekam der Trainer des MTV Rohrsen keinen Sieg geschenkt – stattdessen kriegt er die Krise. Zehn Minuten nach dem Schlusspfiff ging Hensel immer noch einsam und gedankenverloren über das Parkett der diesmal nur spärlich gefüllten Sporthalle Hohes Feld. Als er sich dann auf dem Fußboden setzte, war sein Gesicht wie versteinert. Den erschreckend schwachen Auftritt seines Teams bei der auch in dieser Höhe verdienten 28:33-Heimpleite gegen TuS Nettelstedt musste er erst einmal verdauen. Wenige Meter von ihm entfernt saßen noch einige seiner Spielerinnen auf der Bank und weinten. Eine von ihnen war Anne Kristin Deutsch, die von Saskia Diedrichs getröstet wurde. Es waren bittere Tränen der Enttäuschung…

veröffentlicht am 17.10.2010 um 19:34 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:07 Uhr

Maßlos enttäuscht: Rohrsens Trainer Michael Hensel war an seinem
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Fünf Spiele, kein Sieg, 1:9 Punkte. Für die immer noch erfolglosen und mutlos wirkenden Handball-Girls des MTV Rohrsen wird die Luft in der 3. Liga immer dünner. Die Saison ist zwar noch lang. Aber wenn Schostag und Co. nicht bald die Kurve kriegen, können sie sich den Klassenerhalt wohl abschminken. „Das Spiel hätten wir gewinnen müssen“, ärgerte sich Anne Kristin Deutsch, die verzweifelt versuchte, sich gegen die Niederlage zu stemmen. Vergeblich.

Insbesondere in der ersten Hälfte war die 6:0-Abwehr des MTV wieder einmal so löchrig wie ein Schweizer Käse. Vor allem die 175-fache tschechische Nationalspielerin Gabriela Korandova, die 14 der 33 Nettelstedter Tore erzielte, bekam der MTV erst besser in den Griff, als Hensel die Top-Torjägerin Ende der ersten Hälfte endlich durch Anja Basteck kurz decken ließ. Das war allerdings viel zu spät, denn zu diesem Zeitpunkt lag Rohrsen schon mit 8:14 klar zurück. Die Abwehr wirkte überfordert. Und im Angriff war der MTV viel zu harmlos – mit Ausnahme von Manuela Schostag und Anja Basteck, die nach dem Seitenwechsel ein starkes Spiel machte. Das gilt übrigens auch für Svenja Neumann, die zur Halbzeit Michaela Schostag, die sich an ihrem 29. Geburtstag nur selten in Szene setzen konnte, zwischen den Pfosten ablöste.

In der zweiten Halbzeit erwischte der Aufsteiger aus Rohrsen, der schnell mit 11:19 (33.) hinten lag, einen klassischen Fehlstart. Doch dann kämpfte sich der MTV noch zweimal auf 16:20 (39.) und 20:24 (46.) heran. Doch die Aufholjagd entpuppte sich als Strohfeuer. Obwohl Svenja Neumann, die 15 Bälle parierte, stark hielt, schafften Schostag und Co. die erhoffte Wende nicht mehr. Als dann auch noch Nina Griese nach einem unglücklichen Zusammenprall mit einem blauen Auge und Verdacht auf Gehirnerschütterung in die Klinik gebracht werden musste, war das Spiel endgültig gelaufen. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren“, stellte Hensel hinterher fest. Zu viele unnötige Ballverluste und eine miserable Trefferquote im Angriff brachten sein Team auf die Verliererstraße. Zu allem Überfluss verballerten Manuela Schostag, Anne Kristin Deutsch und Nina Griese auch noch drei Strafwürfe. Die Einstellung stimmt zwar. Aber Hensels Frauen fehlt momentan das Selbstvertrauen, das man braucht, um Spiele zu gewinnen. Gerade wenn es nicht so läuft, fehlen beim Aufsteiger Spielerinnen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Wenn sich das ab dem nächsten schweren Auswärtsspiel in Haldenleben nicht ändern sollte, wird es immens schwer, den drohenden Abstieg zu verhindern.

Manueala Schostag versucht Gabriela Korandova zu stoppen.

MTV Rohrsen: Manuela Schostag (9), Anja Basteck (9/3), Nevena Orsulic (3), Anne Kristin Deutsch, Janika Kohnke-Zander, Katharine Tyce (alle 2), Nina Griese (1).



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