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Heimische Handballer sind sich sicher: Für das DHB-Team ist alles drin – auch der WM-Titel

Werden wir Weltmeister?

Hameln-Pyrmont. Wer hätte das gedacht? Nur mit einer Wildcard noch nachträglich und glücklich ins WM-Turnier gerutscht, sorgt die DHB-Auswahl in der Wüste für Furore. Unter Bundestrainer Dagur Sigurdsson feiert der zuletzt kriselnde deutsche Handball eine sensationelle Wiederauferstehung. Nun wartet schon das Viertelfinale (Mi., 16.30 Uhr) gegen Gastgeber Katar. Aber was ist noch drin – und können unsere Jungs vielleicht sogar Weltmeister werden? Die Sportredaktion hörte sich einmal in der heimischen Handballszene um und stellte dabei fest: Nun ist alles möglich!

veröffentlicht am 28.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:55 Uhr

Nina Griese, Spielerin des MTV Rohrsen II: „Bis zum Weltmeistertitel ist es noch ein weiter Weg, aber Deutschland hat bisher ein tolles Turnier gespielt. Als jüngste Mannschaft der WM brauchen sich die Deutschen vor keiner Mannschaft mehr verstecken. Trainer Sigurdsson hat aus den Spielern eine tolle Einheit geformt und mit Kampf und Teamgeist können sie noch weit kommen. Spieler wie Weinhold, Drux und Lichtlein spielen bisher eine überragende WM. Es wäre der Mannschaft sehr zu gönnen, wenn es noch ein paar Spiele so weitergeht. Für den deutschen Handball ist diese junge Mannschaft ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Gegen Katar und die große Zuschauerkulisse wird es schwierig, aber sollten Sie dieses Spiel gewinnen, ist alles möglich... Natürlich fiebern auch alle Rohrsener bis zum Ende mit!“

Henning Sohl, Oberliga-Trainer des VfL Hameln: „Wir können Weltmeister werden, aber ich glaube, dass Nationen wie Kroatien, Spanien oder Frankreich größere Chancen wegen ihrem Plus an Erfahrung haben. Im Halbfinale ist meiner Meinung nach Schluss.“

Mike Bezdicek, ehemaliger Handball-Nationalspieler: „Ich glaube, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Ich bin begeistert und überrascht, dass es so gut läuft. Es sind mehrere Säulen, die den Erfolg tragen. Das sind nicht nur die Spieler auf der Platte, sondern das ganze Team und die Leute im Hintergrund. Auch die Physios machen richtig gute Arbeit. Bei uns ist kein Spieler verletzt. Die Jungs sind wirklich fit, obwohl sie schon fünf Spiele in den Knochen haben. Bundestrainer Dagur Sigurdsson macht einen super Job. Es ist möglich, ins Finale zu kommen – gar keine Frage. Gegen Katar wird es schwer, aber das Spiel müssten wir eigentlich gewinnen. Was die möglichen Halbfinalgegner angeht, hat sich Kroatien bisher nicht mit Ruhm bekleckert und Polen haben wir bei dieser WM in der Gruppenphase ja schon geschlagen. Das Finale ist durchaus möglich. Aber es ist schon ein Riesenerfolg, dass sie so weit gekommen sind. Wenn wir am Ende Weltmeister werden sollten, wäre das super.“

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Oliver Glatz jko

Marc Siegesmund, ehemaliger Bundesliga-Spieler und A- Jugendtrainer beim VfL Hameln: „Die Verpflichtung von Trainer Sigurdsson ist ein absoluter Glücksgriff für den deutschen Handball. Er hat eine tolle hungrige Mannschaft geformt. Da ist richtig Feuer drin und das macht Hoffnung auf mehr. Von den anderen Teams habe ich leider noch nicht so viel sehen können. Aber die Finalteilnahme würde ich der DHB-Auswahl auf alle Fälle gönnen.“

Albrecht Niemeyer, Jugendtrainer HF Aerzen: „Nach der guten Leistung gegen Ägypten sind wir imstande, alle Gegner auf dem Weg zum WM-Titel zu schlagen. Denn das Team hält sich hundertprozentig an das Gesamtkonzept des Trainers, setzt es auf der Spielfläche eins zu eins um. Verfügt außerdem über eine solide Abwehr. Vorne warten die Spieler geduldig, bis sich die besten Chancen für Tore ergeben. Hinzu kommen starke Außenangreifer und ein überragender Keeper. In dieser Form müssen sich die Franzosen, die ich als stärksten Gegner ansehe, wirklich warm anziehen.“

Oliver Glatz, Manager und Oberliga-Spieler beim VfL Hameln: „Ich konnte schon einige Spiele live im TV miterleben und bin total begeistert. Auch gegen Katar traue ich der DHB-Auswahl nun einen Sieg zu, auch wenn es gegen den Gastgeber bestimmt nicht einfach wird. Der Halbfinaleinzug wäre aber schon ein riesiger Erfolg. Und wenn es dann auch noch zum Finale reichen sollte, kann Deutschland natürlich auch den Titel gewinnen. Warum nicht?“

Doreen Männich, Spielerin der TSG Emmerthal: „Die Deutschen sind bisher so stark wie seit 2009 nicht mehr. Das haben die Vorrundenspiele gegen Polen, Dänemark und Russland gezeigt. Aber die schweren Gegner kommen erst noch. Zunächst muss erst einmal Gastgeber Katar im Viertelfinale geschlagen werden. Das wird ein schweres Spiel, wenn nicht sogar das schwierigste der laufenden WM. Es muss eine Top-leistung her, um den Sprung ins Halbfinale zu schaffen. Der fade Beigeschmack der Wildcard bleibt, aber die junge deutsche Mannschaft hat sich eine gehörige Portion Respekt erarbeitet – und wenn die sportliche Leistung im Turnierverlauf stimmt, sollte diese auch anerkannt und akzeptiert werden. Niemand sollte ein schlechtes Gewissen wegen der Wildcard haben, die Reise bis zum Viertelfinale war bereits beeindruckend und sie kann sehr gerne erst mit dem WM-Titel aufhören.“

Carem Griese, Trainer der HSG Fuhlen-Hess.Oldendorf: „Mit den bisher gezeigten Leistungen konnte man nicht rechnen. Hier hat der Trainer der Mannschaft ein tolles Gesicht und eine Struktur gegeben. Das Erreichen des Halbfinals ist wahrscheinlich. Danach geht es gegen Kroatien oder Polen. Dies Spiel wird durch die bessere Tagesform entschieden – und dann würde im Erfolgsfall das Finale anstehen. Also noch einige schwere Aufgaben. Ich denke, dass der WM Titel möglich ist, aber nicht sehr wahrscheinlich. Die Weltklasse-Einzelspieler, die so ein Turnier entscheiden, sehe ich noch nicht – aber ein tolles Team, das jetzt schon weit gekommen ist.“

aro/ro/rhs



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