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Niepelt gibt keine Wasserstandsmeldungen / MTV-Coach Hensel zögert mit Vertragsverlängerung

Trainerfrage nervt Rohrsens Handball-Chef

Wenn man Rohrsens Handball-Chef Thomas Niepelt darauf anspricht, warum sich die Vertragsverlängerung von Trainer Michael Hensel hinzieht wie Kaugummi, wirkt er genervt und wird einsilbig: „Von meiner Seite aus gibt es keine Wasserstandsmeldungen.“ Punkt.

veröffentlicht am 14.01.2012 um 12:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 08:55 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Weder zur Trainerfrage will sich Niepelt momentan äußern, noch auf die Frage, ob sich ein kleiner Verein wie der MTV Rohrsen als Oberliga-Meister in spe den Aufstieg in die teure 3. Handball-Liga überhaupt noch einmal leisten kann. Warum wirkt Rohrsens „Mister Handball“ eigentlich so dünnhäutig, wenn man ihn auf ein Thema anspricht, das die MTV-Fans bestimmt mehr interessiert als der fest eingeplante 14. Saisonsieg im heutigen Heimspiel (17 Uhr) gegen den Tabellen-Zwölften VfL Wittingen?

Rohrsens Oberliga-Frauen überwinterten zwar als ungeschlagener Herbstmeister mit 26:0 Punkten auf Platz eins. Aber aufgrund des wirtschaftlichen Risikos scheint es immer noch nicht ausgeschlossen, dass der Verein auf den Aufstieg in die 3. Liga freiwillig verzichten könnte, wenn der Etat für die neue Saison auf tönernen Füßen stehen sollte. Das ließ auch Niepelt, der für sein wirtschaftliches Vernunftdenken in der Handball-Szene bekannt ist, durchblicken. Für das finanzielle Abenteuer 3. Liga wollen die Klub-Bosse nicht die Zukunft des ganzen Männerturnvereins, kurz MTV, aufs Spiel setzen. Verständlich.

Niepelt wird nicht müde zu betonen, dass es unter seiner Regie Handball auf Pump in Rohrsen nicht geben wird. Und genau deshalb steckt er gerade in der Zwickmühle. Denn Michael Hensel kündigte bereits vor den Weihnachtsferien gegenüber der Dewezet-Sportredaktion an, dass er seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag als Trainer nur verlängern wird, „wenn die sportliche Perspektive stimmt“. „Wenn wir Meister werden, dann will ich auch aufsteigen und nicht nächste Saison wieder in der Oberliga spielen“, sagte Hensel damals. „Und zu dieser Aussage stehe ich auch heute noch.“ Nächste Woche wird laut Hensel eine Entscheidung fallen, „in welche Richtung auch immer“. Sollten die Sponsoren den Weg in die 3. Liga freimachen, besteht laut Hensel die einmalige Chance, „den Verein dauerhaft in der 3. Liga zu etablieren und nicht gleich wieder in der Versenkung zu verschwinden“. Hensel ist davon überzeugt, dass sich der MTV Rohrsen in der Region Weserbergland zu einem Aushängeschild im Frauenhandball entwickeln kann, wenn man in den nächsten fünf Jahren die Weichen richtig stellt: zum Beispiel im Hinblick auf eine vereinsübergreifende Jugendarbeit im Mädchen-Handball. Bei TC-Trainer Danilo Loncovic stößt Hensels Vision auf offene Ohren: „Ich bin davon überzeugt, dass alle Vereine von einer gemeinsamen Talentförderung profitieren könnten. Wir sollten uns an einen Tisch setzen und gemeinsam ein Nachwuchskonzept entwickeln.“ Das wäre zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung …

Rohrsens Handball-Chef Thomas Niepelt will sich erst in den nächsten Tagen dazu äußern, ob sich der MTV noch einmal das finanzielle Abenteuer 3. Liga leisten kann.

Foto: nls



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