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VfL nach Fehlstart in der Krise: Hamelns Coach kritisiert schlechte Trainingsbeteiligung

Sohl ist frustriert

Hameln. Henning Sohl klingt frustriert. „Unsere Trainingssituation ist momentan nicht gerade ideal. Aus verschiedensten Gründen fehlen immer ein paar Leute. Damit bin ich derzeit recht unzufrieden und alles andere als glücklich“, klagt der Trainer des Handball-Oberligisten VfL Hameln.

veröffentlicht am 13.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:52 Uhr

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Dabei sollte gerade das spielfreie letzte Wochenende helfen, um nach dem 2:6-Punkte-Fehlstart im Jahr 2015 in den Übungseinheiten diverse Dinge aufzuarbeiten. „Das konnte man vergessen. Es war durch die mangelhafte Beteiligung nicht möglich, die mannschaftliche Geschlossenheit zu trainieren“, klagt der 43-Jährige und nimmt in erster Linie seine etablierten Spieler in die Pflicht: „Die müssen sich jetzt mal an ihre eigene Nase fassen, vorangehen und den Karren aus dem Dreck ziehen.“

Etablierte Spieler sollen den Karren aus dem

Dreck ziehen

Ausgerechnet jetzt steht dem VfL auch noch der schwere Gang zum Tabellenführer HSG Nienburg ins Haus. „Alles andere als eine Niederlage wäre eine Überraschung. Wir fahren da als krasser Außenseiter hin und müssen versuchen, das Beste daraus zu machen“, stapelt Henning Sohl vor dem Auftritt in der Meerbachhalle (Anwurf 19.30 Uhr) tief und nimmt den Druck von seinem Team, „da bei uns eigentlich alle Vorzeichen negativ sind“.

Für den Cheftrainer wäre es deshalb zunächst wichtig, „dass wir in der Deckung wieder zu unserer alten Sicherheit finden und auch eine gewisse Aggressivität hinbekommen“. Das dürfte gegen den stärksten Angriff der 4. Liga (529 Treffer!) auch bitter nötig sein. Im Hinspiel trennten sich die beiden Kontrahenten noch 24:24 und befanden sich leistungsmäßig auf Augenhöhe. Die Entwicklung verlief dann aber etwas gegensätzlich. Während der VfL mit 19:13 Punkten auf Rang sechs zurückgefallen ist, setzte sich die HSG Nienburg mit 27:7 Zählern inzwischen an die Tabellenspitze. Wochenlang befand sich die HSG in Lauerstellung auf Platz zwei, nutzte dann eine Schwächephase des MTV Vorsfelde eiskalt aus und zog am Drittliga-Absteiger vorbei. Selbst der Abgang von Trainer Dean Schmidt, der erst zu Saisonbeginn gekommen war und bereits Ende November aufgrund von zeitlicher Überlastung den Dienst quittierte, konnte das Nienburger Ensemble nicht in seinem Tatendrang stoppen. Nachfolger von Schmidt wurde übrigens der langjährige Co-Trainer Klaus Nülle. In eigener Halle musste sich der Primus bislang nur der TG Münden und dem MTV Vorsfelde geschlagen geben. Zuletzt gelangen aber drei Heimsiege in Folge. Gegen Hameln soll nun Sieg Nummer vier folgen und die Spitzenposition gefestigt werden. Personalsorgen haben die Hausherren nicht. „Für uns ist die derzeitige Platzierung ein tolles Erlebnis, aber im Grunde nicht mehr als eine Momentaufnahme. Wir sehen das als Bestätigung unserer Arbeit, haben aber noch genügend schwere Brocken vor der Brust“, meint HSG-Kapitän Christian Koop.

„Nienburg hat eine sehr ausgeglichene Mannschaft. Insbesondere die rechte Seite mit dem Isländer Arnar Gudmundsson auf der Halbposition und Sebastian Nülle auf dem Flügel ist hervorragend besetzt“, weiß auch Sohl und würde sich wohl nichts sehnlicher wünschen, als dass seine Mannschaft mit einem Auswärtserfolg wieder in die Spur findet. Denn nach 2:6 Punkten aus den letzten vier Spielen ist der VfL nur noch Tabellensechster. Mittelmaß statt Titelkampf.



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