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Rohrsens Trainer Michael Hensel setzt aufgrund der vielen Kreuzbandrisse auf Prävention

So sollen Verletzungen verhindert werden

Handball. An das „Seuchenjahr“ in der 3. Liga erinnert sich Michael Hensel nur ungern, denn aufgrund der langen Verletztenliste war der Coach des MTV Rohrsen in der Abstiegssaison manchmal schon fast am verzweifeln.

veröffentlicht am 30.09.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:41 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Der Rückblick macht auch deutlich, warum: Christin Bormann fiel mit Kreuzbandriss fast die ganze Saison aus. Anne-Kristin Deutsch fehlte aufgrund einer Entzündung in der Schulter sechs Wochen, Torjägerin Manuela Schostag aufgrund eines Fersensporns sogar zwölf. Saskia Diedrichs (Innenbanddehnung) und Kirsten Bormann (Bänderriss) mussten jeweils acht Wochen pausieren. Torhüterin Michaela Schostag fiel mit Gehirnerschütterung zu Beginn des Jahres drei Wochen aus. Und Jannika Kohnke-Zander, Vanessa Stöber und Antje Peyerl sind nach ihren Kreuzbandanrissen voraussichtlich erst zur Rückrunde wieder fit.

Was sind die Ursachen für diese Verletzungsmisere? Darüber hat sich auch Hensel so seine Gedanken gemacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass in der 3. Liga die körperlichen Belastungen wesentlich höher waren als in der Oberliga: „Wir mussten in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen.“ Und weil aufgrund des kleinen Kaders kaum Verschnaufpausen möglich waren, stieg dementsprechend auch das Verletzungsrisiko, ist sich Hensel sicher.

Insbesondere das Knie sei beim Handball – insbesondere beim Landen nach dem Sprung, beim plötzlichen Abstoppen oder schnellen Drehbewegungen – stark gefährdet. Um seine Spielerinnen zukünftig vor schweren Verletzungen möglichst zu schützen, hat sich der MTV-Coach schon in der Saisonvorbereitung dazu entschlossen, ein spezielles Verletzungs- Präventionsprogramm einzuführen, das von Physiotherapeuten, Trainern und Sportärzten aus Kiel entwickelt worden ist. Ein gezielter Muskelaufbau – ergänzt durch gezielte Koordinationsübungen – ist dabei das A und O.

Die Übungen, die mittlerweile ein fester Bestandteil des Trainings sind, sind laut Hensel einfach und abwechslungsreich. Ein Beispiel: Sprünge auf der Matte (erst beidbeinig, dann einbeinig), später mit handballspezifischen Wurfübungen. „Nach dem Aufwärmen nehmen wir uns eine Viertelstunde dafür Zeit. Das reicht völlig aus“, so Hensel.



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