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Gelungenes Länderspiel-Debüt für Blombergs Handballerin: Drei Tore gegen die Schweiz

So schön jubelt Franzi für Deutschland

Coburg. Niemand jubelte so schön wie Franziska Müller! Blond, hübsch und zum ersten Mal mit dem Adler auf dem Trikot. Dazu warf sie vor 2400 Zuschauern in der Coburger Arena gleich drei Tore. Die Premiere in der Handball-Nationalmannschaft war für „Franzi“, die sich seit fünf Jahren beim Frauen-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe richtig wohlfühlt, ein Traum.

veröffentlicht am 08.10.2015 um 15:30 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Beim Auftritt in Oberfranken passte einfach alles. Fast 40 Minuten stand sie auf dem Parkett. Trainer Jakob Vestergaard hatte mit dem Einsatz der gebürtigen Berlinerin genau das richtige Händchen. Als Franziska Müller kurz nach der Halbzeit mit dem 15:10 ihr erstes Tor im Nationaltrikot erzielte, fiel die ganze Last von ihren Schultern. Danach lief es im ersten EM-Qualifikationsspiel für sie wie am Schnürchen. Und im Lipperland jubelte nicht nur HSG-Geschäftsführer Torben Kietsch, der das Qualifikationsspiel auf sportdeutschland.de live miterlebte: „Wir sind stolz auf Franziska. Den Einsatz hat sie sich auch verdient. Eigentlich war der schon überfällig.“ Für Kietsch war die Länderspiel-Premiere seiner 25-jährigen Linksaußen auch eine Wertschätzung der guten Arbeit, die von Trainer André Fuhr in Blomberg geleistet wird. „Die Nationalspielerinnen müssen nicht immer aus Leipzig, vom Thüringer HC oder aus Buxtehude kommen.“

In Coburg war Franziska Müller, die bereits für die Jugend- und Juniorinnen-Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gespielt hatte, gleich mittendrin statt nur dabei. „Ran an die Buletten“, so ging sie das erste A-Länderspiel selbstbewusst und mit ihrer gewohnt lockeren „Berliner Schnauze“ an. Und die Neue freute sich auch, dass sie auf einige alte Bekannte traf. Mit Xenia Smits – seit Saisonbeginn in Frankreich beim HC Metz – und Saskia Lang vom Erstliga-Konkurrenten HC Leipzig hatte sie schon gemeinsam im Lipperland gespielt. Doch vor allem freute sie sich auf das schnelle Wiedersehen mit Kreisläuferin Noëlle Frey. Mit der Schweizerin ist Müller seit Jahre eng befreundet und bei der HSG hatte sie mit ihr ein starkes Angriffsduo gebildet.

Die HSG Blomberg-Lippe muss auf die Rückkehr ihrer Linksaußen übrigens noch einige Tage warten. Denn das „Unternehmen Nationalmannschaft“ ist für Franziska Müller nach ihrem gelungenen Auftritt unter der geschichtsträchtigen Veste Coburg keinesfalls schon wieder beendet. Das DHB-Team zog nach dem Spiel weiter nach Frankfurt, wo sich die Vorbereitung für das zweite EM-Qualifikationsspiel ohne Pause anschließt. Das wird am Sonntag (18 Uhr) in Islands Hauptstadt Reykjavik angepfiffen. Im Land der Geysire will sie nicht fehlen, da will Franziska Müller auch bei ihrem zweiten Länderspiel für reichlich Dampf sorgen.



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