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Fünf Spiele – fünf Pleiten: HSG-Frauen nach Aufstieg in der Landesliga bislang nur Punktelieferant

Pyrmonter Absturz aus dem siebten Himmel

Handball. Im Sturzflug aus dem siebten Himmel – dramatischer hätten die Frauen der HSG Lügde/Bad Pyrmont den sportlichen Richtungswechsel kaum vollziehen können. Nach dem souveränen Aufstieg aus der WSL-Oberliga (38:2 Punkte) in die Landesliga läuft bei den Handball-Damen aus dem Emmertal seit Wochen überhaupt nichts mehr. Fünf Spiele – fünf Pleiten, der Auftakt in der fünften Liga ging völlig daneben.

veröffentlicht am 03.11.2010 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

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Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite

Spätestens nach der 21:25-Heimniederlage gegen den Tabellenvorletzten SG Ost Himstedt geriet die Mannschaft gewaltig ins Trudeln und Trainer Jörn Hänning mächtig ins Grübeln: „Gut spielen reicht nicht, am Ende müssen auch mal die Punkte eingefahren werden.“ Die Schwächen seiner Mannschaft hat der 28-jährige Jungspund auf der Trainerbank schon frühzeitig erkannt, doch abstellen konnten er sie bislang nicht. „Wir sind einfach nicht abgeklärt genug“, stellte ein arg gebeutelter Coach fest, der sich seit Saisonbeginn auch mit großen Personalnöten herumplagen muss. Spielmacherin Juliane Milkowski (Verdacht auf Kreuzbandriss) fällt wohl bis zum Saisonende aus, Nadine Fasse studiert in Köln und kommt bis Ende Januar nur zu den Punktspielen an die Südstraße. Dritte wichtige Akteurin auf der Ausfallliste war Torjägerin Annalena Gödecke. Sie steht erst seit der vergangenen Woche nach Prüfungsstress und Reitunfall wieder zur Verfügung.

„Das ist natürlich alles schwer zu kompensieren“, weiß Hänning, der dadurch auch im Training gewaltige Abstriche machen musste. Und große Verstärkungen konnte die HSG trotz des souveränen Aufstiegs nicht in die Südhalle locken. Mit Sandra Kabisch holten die Verantwortlichen nur eine erfahrene Spielerin ins Landesliga-Boot. Mit Sophie Niemann und Lena Schlieker rückten nur noch zwei junge Talente neu ins Team. Hänning weiß, dass der kleine Kader für die Landesliga kaum Perspektiven bietet: „Wir haben zu viele unerfahrene Spielerinnen.“

Und als unfehlbaren „Trainerfuchs“ sieht er sich selbst auch nicht. „Ich habe auch Fehler gemacht“, räumt er ein. Grund genug für ihn, in den kommenden Wochen die Zügel anzuziehen. „In der letzten Saison hat uns das Tempospiel ausgezeichnet. Daran müssen wir wieder anknüpfen“, gab er als erstes Ziel aus. Die HSG Lügde/Bad Pyrmont ist an den beiden kommenden Wochenenden spielfrei, genügend Zeit für Trainer und Mannschaft, den stotternden Motor wieder in Schwung zu bringen.



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