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Torwart-Oldie Holger Günzel spricht über sein Comeback beim Handball-Oberligisten VfL Hameln

Lust auf mehr?

Hameln. Holger Günzel feierte am vergangenen Freitag beim 32:25-Sieg des VfL Hameln in Himmelsthür ein glänzendes Comeback im Tor des Handball-Oberligisten. Der 41-jährige Torwart-Dino, der sonst bei der Dritten in der Regionsliga zwischen den Pfosten steht, parierte nach seiner Einwechselung in der 20. Minute gleich fünf von sechs freien Würfen, darunter einen Siebenmeter. „Holger hat sich richtig geil eingeführt“, lobte auch Trainer Henning Sohl seinen Ersatzkeeper, den er aufgrund der Ausfälle von Tim Heisterhagen und Yannick Rüter aus dem Hut zauberte. Doch der Chefcoach muss für das Heimspiel gegen den Lehrter SV (Sa., 19.15 Uhr) ohne Günzel planen. Warum, erzählt der Torwart im Dewezet-Interview.

veröffentlicht am 14.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:55 Uhr

Herr Günzel, mit 41 Jahren durften Sie als Torwart noch einmal in der Oberliga ran. Haben Sie nach Ihrem tollen Spiel jetzt Lust auf mehr?

Ich hätte auf jeden Fall gerne noch einmal hergehalten, auch wenn ich dann in der Ersten festgespielt gewesen wäre. Die erste Mannschaft hat absolute Priorität, aber leider wird aus einem erneuten Einsatz nichts.

Warum?

Ich habe mir in Himmelsthür bei einer total dämlichen Bewegung nach einem Siebenmeter das Innenband im rechten Knie überdehnt. Da ich noch so voller Adrenalin war, habe ich das erst zehn Minuten später gemerkt. Ich habe zwar schon die Reha gestartet, aber vier Wochen falle ich erst einmal aus. In meinem Alter hauen einen solche Verletzungen allerdings nicht mehr um. Bis Weihnachten ist das erledigt, dann will ich nämlich in den Skiurlaub fahren.

Wie waren denn Ihre Gedanken, als VfL-Coach Henning Sohl aufgrund der Verletztenmisere bei Ihnen anrief?

Da musste ich gar nicht überlegen. Wenn Hilfe benötigt wird und es brennt, bin ich da. Und ich denke, Henning hat dann im Training auch gesehen, dass ich mich voll reinhänge und er sich keine Sorgen machen muss. Außerdem kenne ich die Jungs ja auch schon eine halbe Ewigkeit. Das ist eine geile Truppe und macht mit denen richtig Spaß.

Und dann bekamen Sie in Himmelsthür auch noch 20 Minuten Einsatzzeit…

Ich habe mich riesig gefreut. Das war wie ein Geschenk für mich. Ich habe das im Herbst oder wegen mir auch siebten Frühling meiner Karriere einfach für mich mitgenommen. Schon super, dazu beigetragen zu haben, dass wir nach dem Spieltag Tabellenführer sind.

Es ist noch offen, wer nach Ihrer Verletzung als zweiter Mann auf der Bank sitzt. Machen Sie sich Sorgen?

Nein, überhaupt nicht. Es ist für die Nummer eins zwar immer ein gutes Gefühl, zu wissen, da sitzt noch jemand auf der Bank, der hilft, wenn mal eine Pause benötigt wird. Aber Frank Rosenthal richtet das notfalls auch alleine. Frank spielt ja noch, auch wenn er vom Stein getroffen wird.

In der Halle sind Sie am Sonnabend aber trotzdem, oder?

Logisch. Als „Urgestein“ werde ich geistigen Beistand geben. Außerdem stehe ich am Grill, damit die Fans auch eine lecker Bratwurst bekommen.

Warum hat es für Sie als Torwart eigentlich nie dauerhaft zu Einsätzen in „höheren“ Ligen gereicht?

Bei meiner Körpergröße von 1,83 Metern fehlen mir einfach zehn Zentimeter. Das ist nun einmal so. Deshalb waren Landesliga und Bezirksebene immer das richtige Pflaster für mich. Aber ich habe zu Bundesligazeiten unter Nicola Beslac mal ein Trainingslager mit Daouda Karaboué und Jendrik Meyer mitgemacht. Unter Peter Eddelbüttel, Sönke Koß und jetzt Henning Sohl durfte ich zudem in der Oberliga aushelfen. Das waren tolle Erlebnisse für mich, die ich stets in bester Erinnerung behalte. Ich bin mit meiner Karriere rundum zufrieden. Es war immer alles o.k. und alles hat gepasst.

Interview: Jürgen Kohlenberg



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