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immer wieder montags heißt es relaxen oder quälen

Von Klaus Frye

Den Weg über den Hagener Berg hinunter ins Pyrmonter Tal könnte Sabrina Richter mit verbundenen Augen fahren. Drei Jahre machte sie sich fast täglich von Blomberg aus in die Kurstadt auf den Weg – schon 2001 begann die Handballspielerin in der m&i-Fachschule hier mit ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin. Der Ausbildungsstress ist längst vorbei, seit Beginn der Saison 2010/11 macht sich die 116-fache Nationalspielerin des Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe wesentlich entspannter auf den Weg nach Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 19.10.2010 um 19:59 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:41 Uhr

Von Klaus Frye

Den Weg über den Hagener Berg hinunter ins Pyrmonter Tal könnte Sabrina Richter mit verbundenen Augen fahren. Drei Jahre machte sie sich fast täglich von Blomberg aus in die Kurstadt auf den Weg – schon 2001 begann die Handballspielerin in der m&i-Fachschule hier mit ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin. Der Ausbildungsstress ist längst vorbei, seit Beginn der Saison 2010/11 macht sich die 116-fache Nationalspielerin des Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe wesentlich entspannter auf den Weg nach Bad Pyrmont.
 Meistens montags, dann bleibt bei den Damen aus dem Lipperland der Handball in der Kiste. Nach dem harten Bundesligastress des Wochenendes ist zu Beginn der neuen Woche erst einmal Relaxen oder der Gang in die Sauna angesagt. Aber vor allem die Spielerinnen, die mit einem kleinen oder großen Wehwehchen aus dem Spiel gegangen sind, machen sich auf den kurzen Weg über die Landesgrenze ins niedersächsische Staatsbad. So brachte nach dem Spiel in Leverkusen Sabrina Richter gleich noch ihre Teamkolleginnen Katja Langkeit und Alexandra Uhlig mit in die m&i-Fachklinik.
 Die 28:29-Niederlage war längst abgehakt. In den Krafträumen, in Sportlerkreisen auch schon mal „Quälkeller“ genannt, konnten die Nationalspielerinnen schon wieder lachen. „Man darf nach einer Niederlage nicht lange grübeln“, weiß Sabrina Richter. „Mund abwischen und weitermachen“, lautet ihre Devise. Sie ließ es einen Tag nach der Auswärtsniederlage aber erst einmal locker angehen. Auch bei Alexandra Uhlig, Tochter der langjährigen deutschen Rekordnationalspielerin Petra Uhlig, die 282 Länderspiele für die DDR bestritt, blieb die Fahrt nach Bad Pyrmont absolut stressfrei.
 Allein Katja Langkeit kam schon wieder richtig ins Schwitzen. Kniebeugenmit einer schweren Hantelstange auf den Schultern waren angesagt. Für sie kein Problem: „Das muss einfach sein.“ Nach ihrem Kreuzbandriss hat die gebürtige Rostockerin, die bereits in der Saison 2009/10 von den Rhein-Main Bienen ins Lipperland wechselte, trainingsmäßig einiges nachzuholen. „Momentan fehlt mir vor allem noch die Kraft, und auch die Muskeln müssen weiter aufgebaut werden“, weiß die 1,76 Meter große Linksaußen ganz genau.
 Um wieder topfit zu werden, wird sie in den Krafträumen der m&i-Klinik optimal betreut. Dafür sorgt ein erfahrenes Team um Therapieleiter Andreas Plaul. Der hat für die junge Dame aus Blomberg ein gezieltes Aufbauprogramm zusammengestellt. Kein Problem für „Ali“ – schon zu Hamelner Bundesliga-Zeiten hat er die VfL-Handballer oft genug „gequält“, aber auch immer wieder schnell auf die Beine bekommen.
 Die Aufgaben der „Quälgeister“ für die Handballerinnen aus der Nelkenstadt Blomberg haben im Therapiezentrum der Pyrmonter Klinik Marie Freise und Sophie Schwenke übernommen. Für Marie Freise sportlich eine völlig neue Welt. Denn sie wechselte zum Auftakt der neuen Saison mit der physiotherapeutischen Betreuung nicht nur den Verein, sondern auch die Sportart. Zuvor hatte sie sich am Piepenbusch bei der SSG Halvestorf um stramme Fußballerwaden gekümmert. Jetzt sind ihre heilenden Hände in der Handball-Bundesliga der Frauen gefragt. Am Wochenende geht es künftig nicht mehr nach Pattensen oder Nienburg – Sindelfingen, Leipzig oder Trier heißen jetzt die Reiseziele. „Alles normal“, gibt sich die junge Physiotherapeutin gelassen. Doch wenn sie in ihrem Kalender schon mal einen Blick auf die November-Termine wirft, wird ihr doch ein wenig mulmig.
 Am 13. November hat Marie nämlich Premiere – da wartet auf sie der erste große Einsatz auf der internationalen Handballbühne. Mit der HSG Blomberg-Lippe fliegt sie nach Minsk. Hier steigt die Mannschaft von Trainer André Fuhr zum ersten Mal in den CW-Cup ein. In der dritten Runde des Europapokalwettbewerbs der Pokalsieger trifft Blomberg auf den weißrussischen Vertreter HPC Arkatron Minsk.
 „Minsk, das ist typisch. Wenn Pokalspiele ausgelost werden, scheinen wir in diesem Jahr wohl kein Glück zu haben“, stellte Alexandra Uhlig fest. Schon in der 3. Runde des DHB-Pokals wartet auf die HSG ein Hammerlos. Am ersten Januar-Wochenende müssen Blombergs Damen nämlich beim Ligarivalen VfL Oldenburg antreten.
 Auch im internationalen Geschäft hätte sich das Trio nicht nur sportlich, sondern vor allem geografisch durchaus ein glücklicheres Los vorstellen können. „Es gab so viele Mannschaften, die im Topf waren. Madeira oder Alicante, das wäre im trüben November doch viel schöner als Minsk gewesen“, war sich das muntere Trio einig.



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