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VfL-Kapitän äußert sich zur heftigen Kritik des Trainers an der Mannschaft / Spieler reden bei Aussprache Tacheles

Herr Glatz, ist das Verhältnis zu Hajo Wulff noch intakt?

Handball. Nach der schwachen Leistung in Dingelbe hing beim Oberligisten VfL Hameln unter der Woche der Haussegen etwas schief. Die Mannschaft traf sich zu einer internen Aussprache. Im Heimspiel gegen den kessen Aufsteiger MTV Soltau, der zuletzt 7:1 Punkte in Serie holte, soll heute um 19.15 Uhr in der Sporthalle Nord alles besser werden. „Ich habe eine Teamsitzung einberufen, bin dann aber gegangen, damit sich die Jungs mal ohne meine Anwesenheit die Meinung sagen konnten“, berichtete Trainer Hajo Wulff, der sich jetzt gegen Soltau „eine Reaktion“ wünscht. „Die Mannschaft hat ja schon oft genug gezeigt, dass sie es kann. Aber momentan vermisse ich bei einigen den Willen, sich weiterzuentwickeln. Das ist alles eine Frage der Einstellung“, so der 38-Jährige, der wieder auf Sven Hylmar zurückgreifen kann. Vor dem wichtigen Heimspiel redete Kapitän Oliver Glatz (29) im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Jürgen Kohlenberg Klartext.

veröffentlicht am 26.11.2010 um 15:29 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:21 Uhr

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Herr Glatz, mit 13:7 Punkten liegt der VfL auf Platz fünf zwar gerade noch im Rahmen des Saisonziels. Bei genauer Betrachtung der Spiele kann man aber nicht zufrieden sein, oder?

In der Tat, wir müssen mit dem Start unzufrieden sein. Es war deutlich mehr drin, wir haben viele Punkte unnötig verschenkt. Wenn ich nur an das Unentschieden zu Hause gegen Alfeld denke oder die Niederlagen in Vorsfelde oder zuletzt in Dingelbe. Gerade auswärts rufen wir nicht das ab, was wir können. Im Vorjahr war es eher umgekehrt, da hatten wir in eigener Halle unsere Aussetzer.

Nach der Pleite von Dingelbe ist Trainer Hajo Wulff mit der Mannschaft hart ins Gericht gegangen, sprach unter anderem von fehlendem Charakter. Ziemlich harter Tobak. Wie geht die Mannschaft damit um?

Es gab schon den einen oder anderen Spieler, der sich durch die Aussagen etwas angegriffen fühlte. Aber es muss sich auch jeder an seine eigene Nase fassen. Hajo will damit bewusst provozieren, uns bei der Ehre packen. Und er bezieht es rein auf das Sportliche. Vom Menschlichen her funktioniert unser Teamgeist hervorragend, ist sogar noch etwas besser als im Vorjahr.

Ist denn die Kritik des Trainers berechtigt?

In gewissem Sinne schon, vielleicht fehlt es hin und wieder an Biss und Ehrgeiz. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir nur einen sehr kleinen Kader haben, was auch schon die Variationsmöglichkeiten im Training einschränkt. Unser Auftreten zuletzt in Dingelbe würde ich aber nicht als charakterlos bezeichnen, sondern schlicht als Dummheit. Wenn es vom Spielstand her eng ist, verlieren wir den Kopf. Und da muss uns ein Licht aufgehen, sonst kassieren wir noch einige unnötige Punktverluste.

Hat das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer Risse bekommen?

Nein, das Verhältnis ist absolut intakt. Hajo hat ja als Trainer gewisse Erwartungen an uns und ist natürlich auch enttäuscht, wenn wir nicht umsetzen, was er vorgibt.

Dennoch hat es eine Mannschaftssitzung ohne Trainer gegeben. Was wurde besprochen?

Die älteren Akteure, zu denen auch ich gehöre, haben noch einmal deutliche Worte zum Verhalten im Spiel gefunden, aber auch zur Einstellung insgesamt. Wir dürfen nicht so kopflos agieren, jeder Einzelne muss seine Entscheidungsfindung überdenken, damit wir wieder in die Spur kommen. Es war eine offene Aussprache, in der auch Fehler eingestanden wurden. Wir haben uns vorgenommen, die drei bis Weihnachten noch anstehenden Partien gewinnen zu wollen. Wir dürfen aber auch nicht übermotiviert ans Werk gehen. Dann geht der Schuss nach hinten los.

Was muss denn konkret anders werden?

Wir arbeiten an einer Verbesserung im Angriff, müssen uns schlauer anstellen, geduldiger spielen und Chancen erarbeiten. Wir brauchen mehr Bewegung und Spielfreude. Mal schauen, was wir davon heute Abend umsetzen können. Das Spiel wird nämlich nicht einfach. Soltau weiß, dass wir den Druck haben und wird das ausnutzen wollen.

Fixpunkt Ball: VfL-Kapitän Oliver Glatz fordert einen Heimsieg gegen Soltau.

Foto: nls

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