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Ehemaliger Bundesliga-Manager des VfL Hameln verstarb im Alter von 68 Jahren

Handballer trauern um Dieter Teraske

Der Handballsport trauert um Dieter Teraske. Der ehemalige sportliche Leiter und Ligamanager des früheren Bundesligisten VfL Hameln starb im Alter von nur 68 Jahren. Der Orthopädie-Schuhmachermeister war für Hameln ein Glücksfall und mehr als nur ein bürokratischer Verwalter der täglich anfallenden sportlichen Dinge. Er setzte 15 Jahre lang, von 1977 bis 1992, die Akzente und machte den VfL dank seiner profunden sportlichen Kenntnisse und seines nimmermüden Einsatzes zu einer erstklassigen Adresse.

veröffentlicht am 11.01.2012 um 12:54 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:21 Uhr

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Hamelns „Mister Handball“ galt jahrelang als „Alleinherrscher“, der seine Überraschungs-Coups im stillen Kämmerlein ausbrütete. Kritiker in den eigenen Reihen warfen ihm ab und an vor, dass er nicht teamfähig sei. Doch der Erfolg gab Teraske lange Zeit Recht. 20 Stunden am Tag gehörten in erster Linie dem Handball, nicht der Familie, nicht dem Geschäft. Dieter Teraske war ein Schlitzohr. Sein wohl größter sportlicher Schachzug: Wie sein damaliger Leverkusener Fußball-Kollege Reiner Calmund nutzte das Hamelner Handball-Schwergewicht die historische Stunde der DDR-Grenzöffnung 1989 und lockte zum Ärger der Konkurrenz und des Verbandes auf zum Teil abenteuerlichen Wegen die besten DDR-Handballer in die Rattenfängerstadt. Torwart-Legende Wieland Schmidt, Rekord-Nationalspieler „Potti“ Wahl, Stephan Hauck und Matthias Hahn – um nur einige zu nennen – trugen fortan das Trikot des VfL und führten den Verein bis zur deutschen Vizemeisterschaft. Auch andere Weltklassespieler wie Peter Kovacs, Pepi Manaskov oder Janos Gyurka folgten Teraskes Lockrufen und sorgten in Hameln für einen bis heute nie mehr erreichten Handballboom. Am 29. Juni 1992 erklärte der Manager überraschend seinen Rücktritt. Der damals 48-Jährige, der ein Jahr zuvor einen Schlaganfall erlitten hatte, war den Belastungen gesundheitlich nicht mehr gewachsen. BHW-Mann Wolfgang Schüler übernahm kommissarisch die Ligaleitung. Teraske zog zwar weiterhin im Hintergrund die Fäden, doch ein großes Comeback konnte der Manager nicht mehr feiern. Auch beruflich und privat zog sich Dieter Teraske, der seine Frau Karin und zwei erwachsene Kinder hinterlässt, später ganz aus Hameln zurück. Nur vom Handball konnte er nicht ganz lassen: Bis zuletzt war er Gesellschafter beim Bundesligisten Eintracht Hildesheim, wo sein Freund, der frühere VfL-Spieler Volker Mudrow, als Trainer tätig ist. hjk



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