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Abstiegsk(r)ampf pur: 28:27 in Minden – Rohrsen zittert sich zum Last-Minute-Sieg

„Golden Goal“ von Griese

Halle. War das ein Handball-Krimi! Mit Happy End! Rohrsens Frauen siegten im Drittliga-Kellerduell gegen Schlusslicht HSV Minden-Nord mit 28:27 (15:14). Es war ein Last-Minute-Zittersieg. Dank Nina Griese. Die erzielte wenige Sekunden vor Schluss den umjubelten Siegtreffer, der im Kampf um den fast schon nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt immens wichtig war. Denn bei einer Niederlage wäre der Abstieg des MTV wohl fast schon besiegelt gewesen. Doch diesmal hatten Rohrsens Frauen endlich mal wieder das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Nur Torhüterin Ariane Böhm nicht. Die Matchwinnerin des Hinspiels zog sich beim Warmmachen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu.

veröffentlicht am 09.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Das Kellerduell war Abstiegsk(r)ampf pur – und nichts für schwache Nerven. „Es ging für beide Mannschaften um sehr viel. Das hat man den Spielerinnen auch angemerkt. Sie waren sehr nervös“, sagte Rohrsens Coach, der nach dem Schlusspfiff fix und fertig war. Denn das zerfahrene Match stand bis zum Schluss auf Messers Schneide. Die Partie schien schon verloren zu sein, denn fast die ganze zweite Halbzeit lagen Rohrsens Frauen zurück. Zwei Minuten vor Schluss stand es 26:27. Dann glich Katharine Tyce aus, bevor Griese mit ihrem „Golden Goal“ zum 28:27 Rohrsen rettete.

Ist der Klassenerhalt jetzt noch drin? Es wird schwer, aber es ist nicht unmöglich. Rohrsen ist sechs Spieltage vor Schluss mit 13:27 Punkten Tabellenzwölfter. Der Nicht-Abstiegsplatz ist nur noch zwei Pluspunkte entfernt. Drei Mannschaften steigen aus der 3. Liga ab. Das heißt: Rohrsen muss mindestens Elfter werden, um den Klassenerhalt zu schaffen. Falls eine Mannschaft aus der 3. Liga zurückzieht oder der Oberliga-Meister auf den Aufstieg verzichtet, „könnte möglicherweise auch der drittletzte Platz reichen“, so Käber.

Wie plant Rohrsen für die neue Saison? Was die neue Saison angeht, tut sich Rohrsen mit den Planungen schwer, weil noch nicht klar ist, in welcher Liga der MTV spielt. Weil der Abstieg in die Oberliga droht, müsste der Drittligist eigentlich zweigleisig planen. „Das tun wir zurzeit aber noch nicht, weil wir uns voll und ganz auf den Klassenerhalt in der 3. Liga konzentrieren wollen“, sagt Rohrsens Trainer Frank Käber.

Bleibt Frank Käber Trainer?

Die Trainerfrage ist noch nicht geklärt. Frank Käber hat seinen Vertrag noch nicht verlängert. Sollte Rohrsen den Klassenerhalt schaffen, will Käber Trainer bleiben. Sollte der MTV in die Oberliga absteigen, dann nur unter der Voraussetzung, „dass es kein anderes Ziel gibt, als den direkten Wiederaufstieg und wir weiter so trainieren wie in der 3. Liga“. Das wäre die Grundvoraussetzung dafür, dass er Gespräche über eine Vertragsverlängerung führt.

Wer bleibt, wer geht? Der Kader bleibt laut Käber im Großen und Ganzen zusammen: „Fast alle Spielerinnen haben bereits für die neue Saison zugesagt.“ Allerdings bisher nur für die 3. Liga und nicht für die Oberliga. Auch Antje Peyerl, die aufgrund eines Kreuzbandrisses zurzeit pausieren muss, will noch eine Saison dranhängen. Fest steht, dass Katharine Tyce und Vanessa Bastek den Verein verlassen werden. Tyce wird schon Ende März nach Vechta umziehen und Bastek möchte irgendwo im europäischen Ausland an einer Privat-Uni Medizin studieren, weil sie in Deutschland keinen Studienplatz bekommt.

Gibt es Neuzugänge? Fix ist noch nichts, aber was die Größe und die Qualität des Kaders für die neue Saison angeht, sieht es laut Käber „sehr gut aus“. Zumindest für die 3. Liga. Mit drei möglichen Neuzugängen seien die Gespräche schon sehr weit fortgeschritten. Namen wollte Rohrsens Coach aber noch nicht nennen. Nur so viel: „Es sind richtig gute Spielerinnen dabei, die schon höher gespielt haben.“ Außerdem setzt Rohrsen in Zukunft verstärkt auf junge Talente wie Anna Völkel, Hannah Orzessek und Maja Niemeyer.



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