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Handball: Oberligist VfL Hameln zittert sich zum 23:22-Sieg gegen die HSG Plesse

Ganz schnell abhaken

HAMELN. Das war nichts für schwache Nerven, der 23:22 (12:10)-Sieg des VfL Hameln gegen Plesse. An die 300 Zuschauer hätte Teammanager Björn Schubert spätestens in der Halbzeit schon Herztropfen zur Beruhigung ausgeben müssen.

veröffentlicht am 12.11.2017 um 17:12 Uhr

In der Schlussminute lag Plesse am Boden, die Hamelner um Torhüter Tim Heisterhagen sowie Jasper und Jannis Pille (v. li.) brachten den Sieg über die Zeit. Foto: nls
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Denn die Fans wurden in der Sporthalle Afferde Heimerfolg des Handball-Oberligisten VfL Hameln gegen die HSG Plesse-Hardenberg vor allem in der zweiten Halbzeit von einer Schockphase in die nächste versetzt. Selbst Trainer Frank Huchzermeier brauchte nach dem Abpfiff lange Zeit, um seinen Blutdruck zurück in Normalzustand zu bringen.

„Wir haben gewonnen, aber mit der Leistung kann ich überhaupt nicht zufrieden sein.“ In der ersten Halbzeit lief zwar auch nicht alles nach Plan, da hatten die VfLer das Spiel und den Gegner aber noch halbwegs im Griff. Nach der Pause verlor der letztjährige Vizemeister, bei dem Kapitän Torben Höltje nur auf der Bank saß, dann aber mehr und mehr den Durchblick. „Nur 22 Gegentore, das ist schon in Ordnung. Mit der Abwehr bin ich zufrieden, aber im Abschluss war es eine Katastrophe“, sagte Huchzermeier und konnte nur noch mit dem Kopf schütteln. Sein knappes Fazit: „Wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten, wären wir gar nicht erst in Schwierigkeiten geraten. Also ganz schnell abhaken.“

Nicht nur, weil seine Akteure drei Siebenmeter versiebten, die Gäste mit Christian Wedemeyer einen starken Torhüter mit an den Eintracht-Weg gebracht hatten und die beiden Schiedsrichter auch nicht unbedingt ihren besten Tag erwischt hatten. All das waren keine Ausreden, denn vor allem blieben reichlich Chancen aus allerbesten Lagen ungenutzt. Einziger Lichtblick war der vierfache Torschütze Tim Jürgens. Ansonsten herrschte überwiegend Ladehemmung. Selbst Geburtstagskind André Brodhage, sonst die Zuverlässigkeit in Person, zeigte Abschlussschwächen.

Ein wenig Licht flackerte immerhin in der Schlussphase. Fünf Minuten vor dem Abpfiff hatte der VfL einen 18:20-Rückstand zum 23:22-Endstand gekippt. Was folgte, war Hektik pur. Die letzten fünf Minuten bestimmten Kampf und Krampf das Geschehen. Daran konnte auch die letzte Auszeit, die Huchzermeier zwei Minuten vor dem Abpfiff nahm, nichts ändern. Das Nervenkostüm flatterte weiter. Zum Glück hatten auch die Angreifer aus Plesse herzlich wenig zu bieten.

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