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TSG-Fußballer hütet Handballtor

Ersatz-Koch Emmerthaler Erfolgsrezept

Handball. Aus Maxi wird Mini und statt Abschlag gibt es jetzt Abwurf. Aber Kasten bleibt trotzdem Kasten – oder wenn man so will Tor eben Tor. So sieht es auch Matthias Koch. Eigentlich ist er gelernter Fußball-Torhüter, doch nun steht der Emmerthaler plötzlich zwischen den Pfosten bei den TSG-Handballern. Ohne die sonst unverzichtbaren Handschuhe und mit dem Handicap eines lädierten rechten Ringfingers.

veröffentlicht am 16.02.2011 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:07 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Handball. Aus Maxi wird Mini und statt Abschlag gibt es jetzt Abwurf. Aber Kasten bleibt trotzdem Kasten – oder wenn man so will Tor eben Tor. So sieht es auch Matthias Koch. Eigentlich ist er gelernter Fußball-Torhüter, doch nun steht der Emmerthaler plötzlich zwischen den Pfosten bei den TSG-Handballern. Ohne die sonst unverzichtbaren Handschuhe und mit dem Handicap eines lädierten rechten Ringfingers. „Die Handschuhe brauche ich jetzt nicht“, meint der 28-Jährige. Recht hat er, denn viel fangen muss er bei diesem Job nicht. Es reicht, wenn er die Bälle abwehrt. Und der Finger wird getapt, das war’s. Doch wie wird ein Kreisliga-Fußballer quasi über Nacht zum Handball-Torhüter in der Landesliga? „Auf dem Weihnachtsball in Buchhagen habe ich in einer lockeren Runde mal meine Hilfe angeboten, wenn Not am Mann wäre“, erinnert sich Koch. Das schien für ihn aber alles schon abgehakt, bis TSG-Manager Ralf Männich anrief und ihn zum Training einlud.

Nun war es tatsächlich so weit, die stark abstiegsbedrohten Emmerthaler brauchten Hilfe, und zwar schnell. Daniel Heuchert verabschiedete sich beruflich für drei Monate nach Litauen, Sascha Krannich ist immer noch verletzt, und so hatte Trainer Danilo Loncovic mit René Sievers nur noch einen Torhüter in seinem Kader. Also ging Matthias Koch zum Training, und der 1,97 m große Hüne überzeugte Loncovic („Er hat gute Ansätze, das wird was“) auf Anhieb im drei mal zwei Meter kleinen Gehäuse.

Einfacher als im großen Fußballtor ist sein Job allerdings nicht geworden, dafür aber wesentlich gefährlicher. „Der erste Wurf auf mein Tor war gleich ein Volltreffer – und zwar in meinem Gesicht“, hat der 28-jährige Politikstudent die äußerst schmerzhafte Premiere im Kreisderby gegen die HSG Fuhlen/Hessisch Oldendorf (28:31) noch dicht vor Augen. Doch einmal kurz geschüttelt, noch ein böser Blick in Richtung Gegenspieler – und weiter ging’s.

„Beim Handball ist alles viel schneller und impulsiver als im Fußball. Auch bei den Schiedsrichtern muss man aufpassen. Die fackeln nicht lange. Ruck zuck, gibt es zwei Minuten“, sieht Matze, wie er genannt wird, wesentliche Unterschiede zum Fußball. Gleichwohl fühlt sich der „Aushilfskoch“ in seiner neuen Rolle wohl und ist fest davon überzeugt, dass die TSG Emmerthal den Klassenerhalt in der sechsten Liga schafft. „Die Mannschaft hat die Qualität dazu“, sagt er und will als Nummer zwei hinter René Sievers ein bisschen mithelfen. Schon am Sonntag (15 Uhr) streift er im wichtigen Spiel beim Tabellennachbarn TuS Bothfeld zum dritten Mal das Torwarttrikot über und hofft, „dass, ich bei meinen Einsatzzeiten etwas bewegen kann“.



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