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VfL-Coach Sönke Koß nach Heimpleite gegen Burgdorf II: „Mit Heemann hätten wir gewonnen“

Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Da wurden bei vielen der fast 600 Handball-Fans Erinnerungen an die goldenen 80er Jahre wach. Die Zuschauer strömten in Scharen in die proppevolle Halle Nord. Auf der Tribüne wurde zusammengerückt, bis auch rein gar nichts mehr ging. Selbst die Treppenaufgänge dienten als zusätzliche Sitzplätze.

veröffentlicht am 20.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

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Autor:

Jürgen Kohlenberg

Da wurden bei vielen der fast 600 Handball-Fans Erinnerungen an die goldenen 80er Jahre wach. Die Zuschauer strömten in Scharen in die proppevolle Halle Nord. Auf der Tribüne wurde zusammengerückt, bis auch rein gar nichts mehr ging. Selbst die Treppenaufgänge dienten als zusätzliche Sitzplätze. Kein Blatt passte mehr dazwischen, die Stimmung so grandios, dass die altehrwürdige „Hölle Nord“ erstmals seit langer, langer Zeit wieder ausverkauft war. Es war nämlich so rappelvoll, dass bestimmt fast 100 Zuschauer vor der Tür um Einlass bettelten – vergeblich.

Das Oberliga-Topspiel zwischen dem VfL Hameln und der Burgdorfer Bundesliga-Reserve war am Mittwochabend ausverkauft! Wann hat es das zuletzt gegeben? Daran können sich selbst die treuen Hamelner Fans nicht mehr erinnern. Wenn der VfL gegen die von Ex-Nationalspieler Sven Lakenmacher gecoachten Burgdorfer gewonnen hätte, wäre die Stadt vermutlich um die Abrisskosten der maroden Halle herumgekommen. Die Fans hätten das Freudenhaus der Oberliga wohl dem Erdboden gleichgemacht. Doch es kam anders. Statt Jubel gab es Enttäuschung, denn die tapfer kämpfenden Hamelner um Kapitän Oliver Glatz mussten sich nach dem 60-minütigen Handball-Krimi am Ende mit 24:28 (12:11) knapp geschlagen geben. Im „Sanierungsfall“ kann somit zunächst weiter Handball gespielt werden – und in der 4. Liga können die weiter ungeschlagenen Burgdorfer schon einmal den Sekt für ihre Meisterfeier kalt tellen.

VfL-Coach Sönke Koß war sich sicher, „dass wir mit Heiko Heemann heute gewonnen hätten“. Doch der Kreisläufer fehlte den Hamelnern, obwohl David-Niclas Emmel als Heemann-Ersatz am Kreis einen guten Job machte. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff gab der VfL den durchaus möglichen Sieg innerhalb von drei Minuten aus der Hand, „weil wir es versäumt haben, im Angriff nachzulegen“. Zu diesem Zeitpunkt führte der VfL mit 18:14 – dann kassierten die Hamelner trotz Überzahl zwei Gegentore. Das war der Knackpunkt und läutete die Wende ein.

In der Schlussviertelstunde spielten die Rattenfänger quasi ohne Halblinken, da erst Jannis Pille in Manndeckung genommen wurde und kurz darauf Thorben Kanngießer mit Verdacht auf Bänderriss im rechten Fußgelenk vom Feld humpelte.

Während Burgdorfs Keeper Malte Semisch stark hielt, konnte das Hamelner Torhüter-Duo diesmal nicht überzeugen – wie Frank Rosenthal selbstkritisch zugab: „Zwischen den Pfosten war das nicht unser Tag.“ Sönke Koß zeigte sich als fairer Verlierer: „Burgdorf hat verdient gewonnen“, zollte der Trainer dem Gegner Respekt. Der Grund für die Niederlage war für Koß nicht die Abwehr, die gegen den stärksten Angriff der Liga nur 28 Gegentore zuließ, sondern das Spiel nach vorne: „24 Tore sind zu wenig.“ Das sah auch Kapitän Oliver Glatz so: „Uns hat ein bisschen die Kaltschnäuzigkeit gefehlt. Da lassen wir freie Chancen aus und kassieren ein direktes Gegentor. Dann verlierst du so ein Ding eben.“ David-Niclas Emmel war von der Kulisse beeindruckt: „Das war Gänsehautatmosphäre pur. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Leute kommen.“ Der 22-jährige Allrounder blickt aber auch schon wieder auf die nächste Aufgabe, denn am Sonnabend um 19.15 Uhr ist beim MTV Soltau wieder der graue Oberligaalltag angesagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir Probleme bekommen, den Schalter umzulegen. Wir müssen einfach den Schwung mitnehmen, da hinfahren und gewinnen.“ Der Tabellensechste ist in eigener Halle (12:2 Punkte!) eine Macht, lediglich Burgdorf konnte dort bisher gewinnen. Trainer Koß weiß, „dass das ein heißes Pflaster ist“, hat aber einen Joker im Ärmel: Heiko Heemann ist wieder dabei.

Enttäuschter Blick: Der Gesichtsausdruck von Hamelns Oberliga-Coach Sönke Koß nach der 24:28-Heimpleite gegen Burgdorfs Bundesliga-Reserve sagt alles.

Fotos: aro



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