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Verein mit Höhen und Tiefen: Die Handball-Freunde Aerzen wurden vor 40 Jahren gegründet

Einst Oberliga – heute nur noch Mittelmaß

Vor 40 Jahren hat es in der Aerzener Sportszene ganz mächtig gekracht. Die Fußballer und die Handballer des MTSV waren sich nicht mehr grün. Das „liebe Geld“ soll der Grund gewesen sein. Die Handballer um Größen wie Wilhelm Niemeyer (†), Adolf Strohmeier (†) und Heinz Hallemann machten Nägel mit Köpfen und gründeten im Sommer 1972 einen neuen Verein – die „Handball-Freunde Aerzen“.

veröffentlicht am 04.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

Klaus Frye

Autor

Sportreporter zur Autorenseite

Nach einer turbulenten Gründungsversammlung hatte man dem neuen Verein kaum ein sportliches Überleben zugetraut. Doch die Handballer rückten zusammen und machten ihrem neuen Namen alle Ehre. Viele Jahre wurde die Hummetal-Sporthalle zu einer Hochburg, in der auch große Namen für Handball vom Feinsten sorgten.

Unvergessen ist noch heute der Auftritt des VfL Gummersbach, der Mitte der 70er Jahre die Halle bis zum Bersten füllte. Doch auch die Aerzener Handballer spielten sich aus den Niederungen des Kreises. Sogar die Damenmannschaft um ihren bereits verstorbenen Trainer Dieter Stegmann („Ich, und meine Tauben...“) sorgten für positive Schlagzeilen. Und die Herren der HF Aerzen in ihren lilafarbenen Trikots waren im Bezirk Hannover gefürchtet und schnell ein fester Begriff in der Szene. Spieler wie Ortwin Hobein (†) oder Torhüter Rolf Strohmeier setzten Akzente. Und zwei Aerzener Jungs erlebten sogar die große Welt des Handballs in vollen Zügen. Ralf Niemeyer zog es schon früh zum Traditionsverein GW Dankersen, wo er als erster Aerzener Bundesliga-Luft schnupperte. Viele Jahre war er aus dem Rückraum der Mindener nicht wegzudenken. Und Albrecht, der jüngere aus dem handballverrückten Niemeyer-Clan spielte u. a. beim Zweitligisten Eintracht Hildesheim.

Mit der Rückkehr der Niemeyer-Brüder begann in Aerzen ein steiler Weg nach oben. Der führte über die Kreisliga direkt in die Verbandsliga. Nach zwei Jahren in der 5. Liga reichte es Ende der 90er Jahre sogar für ein einjähriges Gastspiel in der Oberliga. Doch inzwischen ist an der Humme wieder der Alltag eingekehrt. Die Herren spielen nur noch in der WSL-Oberliga. „Doch in die Landesliga wollen wir schon zurück“, gab Handball-Chef Siegbert Schubert als mittelfristiges Ziel aus.

In den 70er Jahren zu Gast bei den HF Aerzen: Der VfL Gummersbach mit dem späteren Nationaltrainer Heiner Brand (4. v. r.), Joachim Deckarm (2. v. li.) und Erhard Wunderlich (links). Foto: Archiv/HF Aerzen


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