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31:25-Heimsieg gegen Warberg – aber Hamelns Fans schweigen 30 Minuten aus Protest

Eine fast gespenstische Stille

Hameln. Mit einem 31:25 (20:10)-Pflichtsieg entledigte sich der VfL Hameln in der Handball-Oberliga seiner Heimaufgabe gegen den MTV Warberg. 30 Minuten herrschte fast gespenstische Stille in der Sporthalle am Afferder Eintrachtweg. Der Fan-Klub hatte ein großes Transparent („Wenn ihr nicht wollt, wollen wir auch nicht!“) aufgehängt und versagte dem Team jegliche Unterstützung. Trommeln und Megafon blieben in still.

veröffentlicht am 05.05.2013 um 16:25 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

Oliver Glatz und Co. trotzten dem Schweige-Gelübde mit einer starken ersten Halbzeit. Aus engagierter Deckungsarbeit heraus kam der Tabellenvierte zu vielen leichten Toren, baute den Vorsprung kontinuierlich bis zum sicheren 20:10-Pausenstand heraus. Kurios: Als mit Beginn der zweiten Hälfte der Fan-Klub wieder seine lautstarke Anfeuerung aufnahm, verfiel der VfL in eine unerklärliche Lethargie, schien jegliches Engagement in der Kabine gelassen zu haben und überließ den Gästen mit 11:15 den zweiten Durchgang. Beim Abpfiff war dann irgendwie jeder froh, dass es vorbei war. „Wir haben uns um den Lohn der Arbeit gebracht und einen höheren Sieg verpasst“, war Trainer Sönke Koß ärgerlich. Der 36-Jährige legte aber schützend die Hand über seine Spieler: „Da wir uns jedes Tor hart erarbeiten müssen, fehlte uns etwas die Kraft. Wir sind im Rückraum dünn besetzt, einige gehen auf dem Zahnfleisch, ein Substanzverlust ist nach der langen Saison unverkennbar.“ Die Aktion des Fan-Klubs wollte Koß nicht groß kommentieren: „Jeder darf hier seine Meinung äußern. Nur soviel, keiner verliert bei uns mit Absicht.“ „In der ersten Hälfte haben wir mit viel Tempo agiert und sind zu einfachen Gegenstoßtoren gekommen. Wir haben da insgesamt wenig Fehler gemacht. Warum wir nach der Pause unseren Stifel nicht weiter runtergespielt haben und ins Schwimmen geraten sind ist mir ein Rätsel“, zuckte Nils Colussi mit den Schultern. Der 19-jährige Youngster durfte erstmals nahezu 60 Minuten durchspielen und bedankte sich für das Vertrauen mit einer überaus engagierten Leistung. „Es gibt natürlich immer etwas zu verbessern. Aber ich bin zufrieden, hatte keinen Fehlwurf. Die Zeitstrafe ärgert mich aber“, beurteilte Colussi seinen Auftritt.

VfL Hameln: Rosenthal, Heisterhagen, Kaiser - Wood (6), Glatz (6/2), Heemann (5), Kanngießer (4), Höltje (3), Jasper Pille (3), Colussi (3), Scherer (1), Künzler, Hertel.



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