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Rohrsen zieht zurück – Käber weg

Die Luft ist raus beim MTV

Hameln. In der vergangenen Woche herrschte beim MTV Rohrsen noch Aufbruchsstimmung. Von einem Rückzug der MTV-Frauen aus der 3. Liga wollte Spartenleiter Thomas Niepelt nichts wissen. „Da ist nichts dran“, verkündete er noch mit einer reichlichen Portion Optimismus. Jetzt sieht die Realität plötzlich aber völlig anders aus.

veröffentlicht am 03.09.2015 um 17:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:15 Uhr

Klaus Frye

Autor

Sportreporter zur Autorenseite

Die Situation änderte sich schneller, als es sich Niepelt und seine Rohrsener Mitstreiter vor wenigen Tagen vorstellen konnten. Die Luft ist raus und damit das Kapitel 3. Liga im Hohen Feld abgehakt. Elf Tage vor dem Saisonstart zog der MTV seine Mannschaft tatsächlich vom Spielbetrieb zurück. Im Klartext heißt das, Rohrsen steht als erster Drittliga-Absteiger der Saison 2015/16 fest und wird für die Spielzeit 2016/17 in den Spielbetrieb der Oberliga Niedersachsen aufgenommen.

Mit den Gründen für den Rückzug hielt Niepelt nicht hinter dem Berg: „Alle Hoffnungen haben sich zerschlagen. Wir haben bis zum Schluss geglaubt, den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können. Aber Tatsache ist, dass wir keine spielfähige Mannschaft zusammenbekommen. Und einen zu kleinen Kader wollten wir nicht ins Fegefeuer der dritten Liga schicken.“ Zwei Torhüterinnen und sieben Feldspielerinnen standen auf der Liste von Trainer Frank Käber. Der hat, wie er bestätigte, seinen Vertrag mit dem MTV Rohrsen bereits aufgelöst: „Ich bin auf dem Trainermarkt wieder zu haben.“ Ob der A-Lizenzcoach in einem Jahr erneut auf der Bank im Hohen Feld sitzen wird, ließen sowohl Käber als auch Spartenleiter Niepelt offen: „Das ist alles Spekulation.“

Klar ist hingegen, dass der freiwillige Rückzug der Handballabteilung des MTV Rohrsen nicht zum Nulltarif zu haben ist. Dafür kassiert der Deutsche Handballbund (DHB) eine saftige Geldbuße in Höhe von 2400 Euro. Damit aber nicht genug. Rechnungen dürften von den am Spielbetrieb der 3. Liga Ost beteiligten elf weiteren Klubs beim MTV ebenfalls ins Haus flattern.

„Für die fehlenden Einnahmen der ausfallenden Heimspiele gegen uns können die Vereine Regressansprüchen geltend machen“, erläuterte Niepelt. Und da schwant ihm nichts Gutes. Denn die Forderungen der Vereine dürften deutlich höher liegen als das vom DHB geforderte Bußgeld.



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