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VfL-Anhänger Michael Maxam vermutet, dass Hamelns Handballer gar nicht aufsteigen wollen

Die Gründe für den Fan-Frust

Hameln. Seit vielen, vielen Jahren unterstützen die treuen VfL-Fans bei den Heim- und Auswärtsspielen Hamelns Oberliga-Handballer lautstark mit Pauken und Trompeten. Doch am Samstag beim Heimspiel gegen Warberg war es in der diesmal nur spärlich gefüllten Sporthalle in Afferde in der ersten Halbzeit mucksmäuschenstill. Es herrschte eine fast gespenstische Stille, weil die Hamelner Zuschauer nach der peinlichen 18:33-Pleite in Northeim aus Protest schwiegen. Wir sprachen mit dem Fanklub-Vorsitzenden Michael Maxam über die Gründe.

veröffentlicht am 07.05.2013 um 16:02 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

Herr Maxam, warum hing hinter dem VfL-Fanblock ein Transparent mit der Botschaft: „Wenn ihr nicht wollt, wollen wir auch nicht!“ ?

Die Aktion ging von einigen unserer Mitglieder aus, aber ich als Vorsitzender trage sie voll mit. Wir wollen versuchen, die Mannschaft damit wieder aufzurütteln. Mal sehen, ob es etwas bringt. Eine Reaktion in den letzten drei Spielen würde uns jedenfalls sehr freuen.

War nach fünf Hamelner Auswärtsniederlagen in Folge der Frust so groß, weil der durchaus mögliche Titelgewinn zu platzen droht?

Die letzten Wochen waren absolut enttäuschend. Wir stehen immer hinter der Mannschaft und bemühen uns, Auswärtsfahrten auf die Beine zu stellen, um das Team auch in fremden Hallen zu unterstützen. Und dann bekommt man solche Spiele vorgesetzt. Das 18:33 in Northeim hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht. Das war ein absolutes no go! Da hat ja nicht irgendwer gespielt, sondern der Dritte gegen den Vierten. Natürlich kann man Spiele verlieren, aber es kommt immer auf das Wie an.

Was werfen Sie der Mannschaft konkret vor?

Vor einigen Wochen haben wir hier noch über die Meisterschaft gesprochen. Dann kamen 7:11 Punkte in Folge. Ich will keinem etwas unterstellen, aber unserer Ansicht nach waren da Niederlagen mit Ansage dabei, um vielleicht dem Aufstieg aus dem Weg zu gehen.

Trainer Sönke Koß betont, „dass keiner bei uns mit Absicht verliert“. Einige Spieler gingen nach der langen Saison auf dem Zahnfleisch, weil aufgrund des kleinen Kaders insbesondere im Rückraum die Alternativen fehlen.

Substanzverlust durch lange Saison, Hallen mit Haftmittelverbot oder das Fehlen von Jannis Pille. Unseres Erachtens alles faule Ausreden. Mit dem ersten Spieltag weiß ich, wie lange eine Saison dauert und ich weiß auch, in welchen Hallen ohne Patte gespielt wird. Jannis Pille hat zwei Drittel der Saison gefehlt und auch ohne Jannis hat die Mannschaft tolle Spiele abgeliefert.

Interview: Jürgen Kohlenberg



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