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Für Rohrsen ist das Remis gegen Neustadt-Sebnitz eine gefühlte Niederlage / Gehirnerschütterung bei Kohnke-Zander

Den Sieg verdaddelt – aber von den Fans gefeiert

Handball. Wow! Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Die Supergirls des MTV Rohrsen, so darf man sie seit Samstag wieder nennen, haben sich eindrucksvoll in der 3. Liga zurückgemeldet – und wie! Der Handball-Krimi gegen den noch ungeschlagenen HCS Neustadt-Sebnitz – immerhin einer der heißen Favoriten auf den Titel – war so spannend, dass selbst Rohrsens Trainer Michael Hensel Gänsehaut hatte. Seine Spielerinnen, allen voran die wieder einmal bärenstarke Manuela Schostag (10/4), waren nicht nur bis in die Haarspitzen motiviert, sie kämpften auch bis zum Umfallen. Das war Leidenschaft pur!

veröffentlicht am 03.10.2010 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:07 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Zwischenzeitlich lag sogar eine Sensation in der Luft. Doch am Ende mussten Schostag und Co. mit einem 31:31 (18:13) zufrieden sein. Standing Ovations gab es von den über 200 Zuschauern, die in den Schlussminuten die Sporthalle Hohes Feld in einen Hexenkessel verwandelten, trotzdem. Eigentlich hätte das Team von Torhüterin Michaela Schostag, die wieder einmal stark hielt und sich diesmal mit einem kuriosen 40-Meter-Treffer in die Torschützenliste eintragen durfte, sogar einen Sieg verdient gehabt. Eine Viertelstunde vor dem Ende führte der MTV nämlich noch mit 25:19, doch dann wurde der schon fast sicher geglaubte Heimsieg doch noch aus der Hand gegeben.

Tor um Tor kämpfte sich der HSC wieder heran, weil das Team aus Rohrsen durch einige umstrittene Entscheidungen des Schiedsrichter-Duos Langeheine/Werner total den Spielrhythmus verlor. Nach dem 27:27 (52.) durch die überragende HSC-Torjägerin Alexandra Urbanova, die alleine 19 der insgesamt 31 Treffer der Sächsinnen erzielte, drohte die Partie sogar zu kippen. Plötzlich lag der MTV, der fast das ganze Spiel führte, mit 28:30 zurück. Doch ein von der eingewechselten Svenja Neumann gehaltener Strafwurf, weckte wieder den Siegeswillen. Wenn Janika Kohnke-Zander eine Minute und 33 Sekunden vor Schluss vom Siebenmeterpunkt das 32:30 gemacht hätte, wäre das wohl der Knock-out für den HSC gewesen. Doch erst versagten ihr die Nerven. Und dann kam sie nach einem ungeahndeten Foul von Marta Adamkova so unglücklich mit dem Kopf auf dem Boden auf, dass sie nach knapp zehnminütiger Spielunterbrechung mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in die Klinik gebracht werden musste. Diesen Schock, den die MTV-Girls erst einmal verdauen mussten, nutzte Urbanova eiskalt, um den schmeichelhaften Ausgleichstreffer für Neustadt-Sebnitz zu erzielen. In der Brust von Rohrsens Kreisläuferin Nevena Orsulic, die nach zweimonatiger Verletzungspause ihr Comeback feierte, schlugen nach dem Schlusspfiff zwei Herzen: Einerseits war die temperamentvolle Kroatin total happy, dass sie nach ihrer schweren Knieverletzung endlich wieder mitspielen konnte. „Andererseits bin ich schon ein bisschen traurig, dass wir nicht gewonnen haben.“ Für Orsulic war es eine gefühlte Niederlage, „weil wir die klar bessere Mannschaft waren. Aber am Ende fehlte uns leider das nötige Quäntchen Glück“.

MTV Rohrsen: Manuela Schostag (10/4), Anja Basteck, Anne-Kristin Deutsch (je 4), Saskia Diedrichs, Janika Kohnke-Zander, Nevena Orsulic (je 3), Nina Griese (2/1), Katharine Tyce, Michaela Schostag (je 1).

Aua, das tat weh! Rohrsens überragende Torjägerin Manuela Schostag konnte von Neustadts Marta Adamkova oft nur mit Fouls gestoppt werden.

Kleines Foto: Mit Verdacht auf Gehirnerschütterung wurde Janika Kohnke-Zander (MTV Rohrsen) in die Klinik gebracht.

Fotos: nls



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