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VfL Hameln in Stadtoldendorf: Flügelflitzer Marcel Engelhard als Wanderer zwischen den Klubs

„Das wird ein besonderes Erlebnis für mich“

Handball (jko). Am „Tag der Arbeit“ wartet auf den VfL Hameln Schwerstarbeit. Der Tabellenfünfte muss Sonntag um 17 Uhr im Derby beim TV 87 Stadtoldendorf Farbe bekennen. Die Hausherren schweben als Vorletzter in Abstiegsgefahr, wollen den Hamelnern alles abverlangen und Revanche für die peinliche 23:40-Pleite im Hinspiel nehmen. „Geschenke wird’s von uns aber nicht geben“, stellt Trainer Hajo Wulff klar. Im Derby-Fieber ist auch schon Linkshänder Marcel Engelhard. Der 21-jährige Rechtsaußen kehrt zur kommenden Spielzeit vom TV 87 wieder nach Hameln zurück und stand der Dewezet im Vorfeld Rede und Antwort.

veröffentlicht am 29.04.2011 um 16:06 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 08:41 Uhr

Marcel Engelhard, beschleicht Sie nicht ein komisches Gefühl, wenn Sie gegen ihren früheren und auch wieder zukünftigen Klub antreten?

Nein, ganz im Gegenteil. Es ist für mich ein besonderes Erlebnis, gegen Leute zu spielen, die man schon länger kennt. Freundschaften werden für 60 Minuten ausgeblendet. Ich trage das Stadtoldendorfer Trikot, werde alles geben und hoffe, dass wir als Sieger das Feld verlassen. Auch wenn es verdammt schwer wird. Ich bin jedenfalls richtig heiß und hoffe, dass ich in der Startformation stehe.

Der TV 87 hat sechs Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Wie realistisch sind die Chancen auf den Klassenerhalt?

Ich bin optimistisch, dass wir das noch schaffen und ich den Verein nicht als Absteiger verlasse. Unsere jüngste 26:28-Niederlage bei Hohnhorst/Haste tut zwar sehr weh, da wir zeitweise schon mit sechs Toren geführt haben, aber wir spielen noch gegen die direkten Konkurrenten Rosdorf-Grone, Nienburg und Zweidorf/Bortfeld. Da müssen wir punkten. Und vielleicht gelingt uns ja Sonntag eine Überraschung, denn Hameln hat auswärts bislang nicht gerade überzeugt. Ärgerlich nur, dass wir gerade jetzt eine lange Verletztenliste haben. Unter anderem fällt mit dem auch in Hameln bestens bekannten Dominik Niemeyer unser bislang erfolgreichster Torschütze aus. Dominik musste sich einer Schulter-Operation unterziehen.

Erhoffen Sie sich Nachbarschaftshilfe von den Ex-Kollegen, da ja viele Hamelner das Stadtoldendorfer Trikot tragen?

Ich denke, daran muss man keinen Gedanken verschwenden. Das ist ein Derby, da wird Pfeffer und Würze drin sein. Auch wenn es für den VfL um nichts mehr geht, außer vielleicht noch um das persönliche Ziel, die werden nichts herschenken und sicher bis zum Umfallen kämpfen.

Vor Wochen gab es beim TV 87 einen Trainerwechsel. Hat sich der ausgezahlt?

Lars Rindlisbacher hat keinen schlechten Job gemacht. Aber er wollte ein System durchbringen, wo das Personal nicht dafür vorhanden war. Mit Jens Klingemann läuft es besser, er macht das gut. Aber Trainerwechsel hin oder her, man muss auch als Spieler immer seine eigene Leistung bringen und sich da auch immer selbst hinterfragen.

Warum verlassen Sie nach nur einem Jahr Stadtoldendorf wieder und kehren nach Hameln zurück?

Das hat gleich mehrere Gründe. Erstens ist Hameln meine Heimatstadt und der Aufwand mit der vielen Fahrerei ist einfach viel zu hoch. Zweitens schließe ich derzeit meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann ab und werde ab August an der Handelslehranstalt in Hameln das Fachabitur machen. Außerdem ist der Kontakt zum VfL nie abgerissen. Insbesondere mit Jannis Pille, der zu meinen besten Freunden gehört, Torben Höltje und David Emmel unternehme ich viel.

Mit welchen Gefühlen werden Sie Stadtoldendorf verlassen?

Es war für mich eine ganz wichtige und auch positive Erfahrung, einfach mal etwas anderes kennenzulernen, andere Konzepte, Sichtweisen und Trainer zu erleben. Ich kannte ja vorher nur den VfL. Sportlich war es für mich ein Reifeprozess. Ich habe mehr Verantwortung übertragen bekommen und insofern hat es für mich unheimlich viel gebracht. Menschlich ist die Truppe toll, und wir haben superviel Spaß. Ähnlich wie beim VfL auch. Ich gehe deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Mit welcher Zielsetzung kommen Sie im Sommer zum VfL zurück?

Ich habe mich sportlich weiterentwickelt, also soll es bei mir schon Richtung Stammplatz gehen. Dafür werde ich alles geben. Außerdem müsste es mit der Truppe realisierbar sein, in der Oberliga oben mitzuspielen.

Was bringt der Sonntag? Marcel Engelhard wechselt zwar zurück zum VfL Hameln, will aber mit dem TV Stadtoldendorf keine Bauchlandung hinlegen und aus der Oberliga absteigen.

Foto: aro



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