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"Aus Springe muss mehr kommen"

Handball. 20 Minuspunkte haben die HF Springe nach der Hälfte der Saison schon auf dem Konto – mehr als sie in den drei vorigen Spielzeiten in der 3. Liga jeweils am Ende hatten. Die Enttäuschung ist groß, vor allem bei Manager Dennis Melching und Hauptsponsor Klaus-Peter Othmer, die mit den Handballfreunden in die 2. Liga wollen. Warum das Projekt in dieser Saison gescheitert ist und ob und wie der Aufstieg in den kommenden Jahren gelingen kann – darüber haben sie mit Sportredakteur Jan-Erik Bertram gesprochen.

veröffentlicht am 17.01.2013 um 00:02 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

Die Fehler: „Die Vorbereitung war nicht optimal, da haben wir auch im Management Fehler gemacht“, sagt Melching. Der größte sei gewesen, „mit Kuleshov weiterzumachen“, so Othmer. Trainer Oleg Kuleshov wurde vor einem knappen Jahr russischer Nationalcoach, „wir sind davon ausgegangen, dass er professionell bei uns weiterarbeitet, das hat er nicht getan“, so Melching. „So hatten wir nur zwei von sechs Wochen eine vernünftige Vorbereitung.“ Das wirkte sich vor allem auf die Physis aus. Othmer: „Ich hätte nie gedacht, dass sie konditionell so einknicken könnten.“

Auch bei den Neuverpflichtungen – abgesehen von Torhüter Jendrik Meyer – lagen Melching und Othmer daneben. Die griechischen Nationalspieler Charalampos Mallios, Theodoros Evangelidis und Nikolaos Riganas haben Europapokal- und Champions-League-Erfahrung, „da geht man davon aus, dass sie in der 3. Liga überragend sind“, sagt Othmer, „bei den Videos, die wir von denen gesehen haben, haben wir mit der Zunge geschnalzt.“ Vor allem Spielmacher Mallios schaffte es nicht, die Lücke zu schließen, die Jannis Fauteck nach seiner Rückkehr nach Burgdorf hinterlassen hat. „Jannis hatte ganz viel Verantwortung übernommen“, so Othmer. Auch der Teamgeist habe gelitten, so Melching: „Die Zusammensetzung passt nicht in diesem Jahr. Ich hatte unterschätzt, wie wichtig das Mannschaftsgefüge ist.“

Die Mutmacher: Sportlich läuft es nicht. Aber es ist nicht alles schlecht. „Wir haben immer noch eine vernünftige Zuschauerresonanz“, sagt Melching. Und: „Wir haben viele Angebote gehabt, als wir auf Trainersuche waren.“ Es zeigt: Springe ist mittlerweile eine interessante Adresse in der Handballszene. Positiv sei auch gewesen, „dass wir Janis Helmdach holen konnten“, sagt Othmer. Melching stimmt zu: „Wenn er richtig integriert ist, ist er eine Waffe.“

Der Umbruch: „Wir müssen gucken, ob wir einen kompletten Neustart machen“, sagt Melching. Er wünscht sich wieder mehr Akteure wie Helmdach: „Junge, hungrige Spieler, die Feuer in den Augen haben und sagen: Wir wollen für die Mannschaft und den Verein alles geben.“

Der Trainer: Holger Schneider, der Nachfolger von Oleg Kuleshov, könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. Um mit ihm über die Saison hinaus weiterzuarbeiten reiche es aber nicht, „Geld zu besorgen und Spieler zu verpflichten“, sagt Melching, „da müssen wir konzeptionell arbeiten, denn Holger müsste seinen Lebensmittelpunkt hier her verlegen.“ Dafür müsse man einen Plan „über mindestens zwei, drei Jahre entwickeln“, so Othmer, „dafür müsste in Springe was passieren.“

Das Geld: Es ist knapp. Othmer und Melching selbst tragen den größten Teil des Etats, der „für diese Saison im Ofen“ ist, so Melching. „Es kann eigentlich nicht sein, dass die Last auf so wenigen Schultern verteilt ist“, sagt Othmer, „aus Springe muss mehr kommen.“ Vor allem von den Banken und den größeren Firmen wünscht er sich mehr Unterstützung, denn ohne Großsponsoren sei an die 2. Liga nicht zu denken und auch die 3. Liga dauerhaft nicht zu halten. „Ich bin dabei und versuche, Geld zu besorgen“, sagt Othmer, „das geht natürlich leichter, wenn ich oben mitspiele.“ Es bleibt vorerst also schwer für die HF Springe.



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