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„Aller Anfang ist schwer“: Zittersieg für die HSG Blomberg-Lippe

Es bleibt dabei, die Handballerinnen aus Buchholz/Rosengarten zählen in der Bundesliga wahrlich nicht zu den Lieblingsgegner der HSG Blomberg-Lippe. In der Phönix Contact-Arena bejubelten zwar 643 Zuschauer den 27:23 (9:11)-Sieg ihrer HSG, mussten aber lange zittern.

veröffentlicht am 12.09.2021 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 12.09.2021 um 14:00 Uhr

Die Handball Luchse aus Buchholz/Rosengarten haben sich für die HSG Blomberg-Lippe am Samstagabend erneut als harter Brocken erwiesen. Nach verschlafenem Start bewiesen die Nelkenstädterinnen beim ersten Heimspiel der Saison jedoch große Moral, drehten die Begegnung nach einem 1:7-Rückstand noch zu ihren Gunsten und gewannen am Ende verdient mit 27:23 (9:11). Entscheidenden Anteil am Turnaround in Halbzeit zwei hatte dabei Neuzugang Laetitia Quist.

Spannung pur lieferte das Duell der HSG gegen die Handball Luchse bereits in der vergangenen Saison. Bis am Samstag jedoch überhaupt etwas passierte, mussten alle Beteiligten eine halbe Stunde länger warten, als angedacht. Die Gäste aus Niedersachsen gerieten bei der Anreise in einen Stau, wodurch sich der Anwurf verzögerte. Als die Begegnung dann endlich beginnen konnte, trumpfte zunächst allerdings nur ein Team auf, nämlich das von Luchse-Trainer Dubravko Prelcec. Weder im Angriff kam der HSG-Express ins Rollen, noch fand die Abwehr rund um Kamila Kordovská und Co. einen Zugriff. So mussten sich die 647 Fans in der Phönix Contact-Arena verdutzt die Augen reiben, als sie nach elf gespielten Minuten auf die Anzeigetafel blickten und dort einen 1:7-Rückstand für ihr Team erkennen mussten.

HSG-Trainer Steffen Birkner hatte zu diesem Zeitpunkt bereits genug gesehen und nahm früh seine erste Auszeit. Die kurze aber bestimmte Ansage des gebürtigen Stralsunders verfehlte seine Wirkung nicht. In der Folge gelang es den Blombergerinnen den Schalter umzulegen und sich Tor für Tor zurück in die Begegnung zu kämpfen. Nach 20 gespielten Minuten gelang HSG-Spielmacherin Nele Franz von der Siebenmeter-Marke der 8:8-Ausgleich. Sinnbildlich für die verschlafene Anfangsphase war sowohl Franz als auch Kordovská zuvor beim Siebenmeter an der stark aufgelegten Gäste-Keeperin Zoe Ludewig gescheitert. Trotz der großen Aufholjagd musste Blomberg-Lippe mit einem knappen 9:11-Pausenrückstand in die Kabinen gehen.

Im zweiten Abschnitt gelang es der HSG nun häufiger ihren gefürchteten Tempohandball aufzuziehen. HSG-Rechtsaußen Lisa Rajes netzte Sekunden nach einem erfolgreichen Abwehrblock in der 38. Minute auf der Gegenseite zur ersten HSG-Führung des Abends ein (14:13). Es folgte ein offener Schlagabtausch, bei dem sich lange keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte. Doch angetrieben von einer stark aufspielenden Laetitia Quist im Blomberger Rückraum, bewiesen die HSG-Spielerinnen den längeren Atem. Mit ihrem siebten Treffer des Abends erzielte Quist mit der Schlusssirene den 27:23-Endstand. Alle sieben Treffer erzielte sie dabei in der zweiten Halbzeit.

Unzufrieden mit der Anfangsphase, aber glücklich über den Sieg äußerte sich Birkner im Anschluss an das Spiel. „Wir wussten, dass es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe wird und ein ganz hartes Stück Arbeit vor uns liegt. Die erste Viertelstunde haben wir leider weder im Angriff noch in der Abwehr stattgefunden. In dieser Phase lief nichts, wie im Vorfeld besprochen. Wir haben uns dann alle mal ordentlich geschüttelt und es anschließend deutlich besser gemacht. Mein Team hat ab der 15. Spielminute große Moral bewiesen und sich schnell wieder herangekämpft“, beschreibt der HSG-Trainer den Spielverlauf aus seinen Augen.

„Wir haben in der Vorbereitung viel gewonnen. Im Wettkampf ist es dann aber doch noch mal etwas anderes. Da ist noch mehr Aggressivität dabei und noch mehr Emotionen. Vielleicht haben wir genau dieses Spiel gebraucht, um voll in der neuen Saison anzukommen“, möchte Birkner die positiven Dinge aus dem Spiel ziehen und fügt an: „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns in den nächsten Wochen.“

Dieser Meinung ist auch HSG-Kapitänin Laura Rüffieux, welche ein großes Lob an alle Zuschauer richtet: „Wir haben es heute über den Kampf geschafft. Aller Anfang ist schwer, aber jetzt sind wir in der Saison angekommen. Danke an alle, die heute hier waren. Unsere Fans haben uns in diesem Spiel getragen und es hat super viel Spaß gemacht endlich wieder vor Publikum zu spielen.“

Weiter geht es für die HSG Blomberg-Lippe am nächsten Wochenende mit einem Auswärtsspiel bei den Bad Wildungen Vipers (Samstag, 19 Uhr), welche mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet sind. Das nächste Heimspiel der Blombergerinnen findet dann am 24. September (19:30 Uhr) gegen den Thüringer HC statt. Der freie Vorverkauf für diese Begegnung startet am Montag um 12 Uhr.

Tore für die HSG: Quist (7), Rajes (6), Pettersson (3), Franz (3/2), Kynast (3), Rüffieux (2), Agwunedu (2)

Tore für die Luchse: Berndt (6/2), Herbst (5), Schulz (3), Nielsen (3), Pieszkalla (3), Hauf (2), Axmann (1)



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