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20 Minuten wie ein Spitzenteam

Flensburg. Das Ergebnis stimmte: Die Handballfreunde Springe behaupteten sich auch bei der in diesem Jahr in der 3. Liga noch ungeschlagenen SG Flensburg-Handewitt II mit 33:30 (20:13) und deuteten dabei phasenweise an, das Zeug zur Spitzenmannschaft zu besitzen. Dennoch war Trainer Holger Schneider nach dem Schlusspfiff angefressen. „In den ersten 20 Minuten waren wir sehr konzentriert, haben hinten nichts zugelassen und vorne sauber ausgespielt“, sagte er. „Aber man muss eine Partie auch respektvoll zu Ende bringen. Ich mag keine Arroganz.“

veröffentlicht am 18.02.2013 um 00:02 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

Was war passiert? Eigentlich sah in der Handewitter Wikinghalle für Schneider alles nach einer angenehmen Reise in die Vergangenheit aus – in die „schönsten Jahre meiner Karriere“, wie der HF-Coach bekundete. Mit der Rückennummer 18 war er in den 1990er-Jahren für die Flensburger auf Torjagd gegangen, gewann 1997 sogar den Europapokal und hatte nun etliche Hände zu schütteln.

Seine aktuelle Truppe schien dieses Wiedersehen mit einem sportlichen Feuerwerk abrunden zu wollen. Hinten rührte Springe mit Slava Gorpishin und Janis Helmdach im Mittelblock Beton an. Erst nach etwas mehr als sieben Minuten glückte den Gastgebern der erste Treffer – da hatten sie sich bereits vier eingefangen und einer erste Auszeit-Standpauke anhören müssen. Der Einbahnstraßen-Handball setzte sich dennoch fort. Nach zwölf Minuten brach Janis Helmdach zum vierten Mal durch und markierte das 3:9. Kurz darauf hieß es gar 3:12 (17.). Springe trumpfte wahrlich meisterlich auf.

Allerdings bekam der satte Vorsprung den Handballfreunden gar nicht gut. Im frühzeitigen Gefühl des sicheren Erfolgs schlich sich der Schlendrian ein. Ein Dreher von Kreisläufer Nikolaos am Flensburger Gehäuse vorbei war für Holger Schneider eines von vielen Warnzeichen. Er redete auf den Griechen ein, ahnte schon, was kommen würde. „Alle denken, sie seien gute Handballer“, ärgerte sich der Coach. „Wir haben nachgelassen, sind aber leider nicht so stark, in der zweiten Halbzeit den Schalter wieder umzulegen.“

Die Flensburger witterten Morgenluft. Beim 24:27 (48.) und 25:28 (49.) kamen sie auf drei Treffer heran. Zwischenzeitlich war Jendrik Meyer, der zehn Minuten pausiert hatte, in den HF-Kasten zurückgekehrt. Er stand gegen die Gastgeber, die bisweilen das Zielwasser vermissen ließen, mehrmals prächtig auf dem Posten und glänzte sogar mit zwei Doppel-Paraden. Springe war gerettet. Eine Dramatik, die der „Rückrunden-Tabellenführer“ gar nicht erst hätte zulassen müssen. Holger Schneider erstickte seinen Ärger derweil in Gesprächen über die alten Zeiten und verwies dann auf das kommende Wochenende. Dann ist Springe wieder im hohen Norden – bei der HSG Tarp-Wanderup. „Wenn wir da auch noch gewinnen sollten“, orakelte der 49-Jährige, „wären wir schon fast wieder oben dran.“

HF Springe: Meyer, Stange (37.-48.) – Helmdach (8), Hinz (6/2), Deutsch (5), Tzoufras (5), Eichenberger (4), Karpstein (3), Kolditz (1), Riganas (1), Gorpishin.ki



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