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Dewezet-Umfrage: So wirkt sich der Weltmeistertitel der Nationalelf an der Basis aus

WM-Boom im Jugendfußball?

Hameln-Pyrmont. Vor wenigen Tagen spendete ein Unbekannter für Mario Götzes linken Schuh, mit dem er vor genau 151 Tagen im WM-Finale das goldene 1:0 gegen Argentinien schoss und Deutschland zum Weltmeister machte, zwei Millionen Euro für die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“. Behalten wollte der anonyme Spender diesen Schuh aber nicht: Er kommt ins DFB-Museum nach Dortmund. Der vierte WM-Triumph unserer Nationalelf darf in diesen Tagen in keinem Jahresrückblick fehlen, denn der Gewinn des goldenen WM-Pokals war aus deutscher Sicht das absolute Highlight des Sportjahres 2014. Viele Vereine haben gehofft, dass der Weltmeistertitel für einen Boom im Jugendfußball sorgt. So war es zumindest 1990 nach dem letzten Titelgewinn der DFB-Elf. Wir haben uns bei der Hallenkreismeisterschaft der Junioren umgehört und Jugendtrainer verschiedener Hameln-Pyrmonter Klubs gefragt, ob an der Basis ein WM-Boom zu spüren ist.

veröffentlicht am 11.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Andreas Rosslan und Rolf Henning Schnell

Niklas Graw (TB Hilligsfeld): „Bei uns hat sich der Erfolg bei der WM auf dem Jugendsektor spürbar bemerkbar gemacht. Die, die neu bei den G- und F-Junioren dazukamen, schwärmten beim ersten Training übrigens gleich von ihren großen Vorbildern und wollen ihnen sofort nacheifern. Wir haben uns natürlich über jedes neue Gesicht gefreut und werden nun auf dieser Euphorie weiter aufbauen und sie lange am Leben halten.“

Mario Hahnel (Blau-Weiß Salzhemmendorf): „Auch bei uns hat der WM-Erfolg Früchte getragen. Zahlreiche junge Gesichter sind danach neu in den Trainingsstunden aufgetaucht. Wir hatten keine Schwierigkeiten, sie in unsere Teams zu integrieren, da sie alle viel Begeisterung und Euphorie mitbrachten. Dass ständig Namen wie Thomas Müller, Mario Götze und Manuel Neuer beim Training und in den Spielen fielen, wenn es gelungene Aktionen gab, hat uns nicht verwundert. Die Sechs- bis Neunjährigen leben nun einmal in der Fußballwelt, haben den Bazillus „König Fußball“ längst in sich aufgesogen.“

Mirko Magritz (TC Hameln): „Da wir erst in diesem Jahr eine eigene Nachwuchs-Fußballabteilung aufgebaut haben, spielte uns der WM-Titel natürlich so richtig in die Karten. Es kamen so viele neue Jungs zum Training, dass wir insgesamt sechs Jugendmannschaften zusammenbekamen, eine davon allerdings als Spielgemeinschaft mit Halvestorf. 90 neue Nachwuchskicker – das ist für mich als verantwortlicher Jugendleiter des Vereins ein tolles Startkapital, auf dem sich aufbauen lässt. In zwei Jahren ist die EM. Und wenn sich unsere Nationalelf dort wieder so bravourös schlägt, gibt’s hoffentlich den nächsten Boom.“

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Niklas Graw

Maurice Thiel (TSV Bisperode): „Auch bei uns tauchten nach der WM einige neue Spieler auf. Zum Teil hatten sie beim ersten Training schon die neuen DFB-Trikots mit dem vierten Stern an. Sie wollten natürlich in ihrem jugendlichen Elan auf Anhieb so gut sein wie ihre großen Vorbilder. Wir hoffen, dass sie bei uns weiterhin genau so viel Freude und Begeisterung entwickeln wie ihre großen Vorbilder bei ihrem WM-Triumph.“

Sven Umlauf (TuSpo Bad Münder): „Vor allem bei den G-Junioren haben wir durch die WM einen Zulauf verspürt. Sieben neue Spieler sind bei der F-Jugend dazugekommen. Im Training hätten sie übrigens am liebsten gleich die Spielzüge ihrer großen Vorbilder nachgespielt, mussten allerdings erst einmal bescheiden und altersspezifisch anfangen.“

Jens Veneman (Union Bad Pyrmont): „Wir haben den WM-Boom deutlich gespürt: Es gab einen deutlichen Zulauf von der G- bis zur E-Jugend. Zum anderen trägt natürlich auch unser gutes Jugendkonzept dazu bei, dass wir eine begehrte Anlaufstation sind. Wir brauchen uns eigentlich um unseren Nachwuchs keine Sorgen machen, zumal auch unsere Herrenspieler für viele unserer Jungs Vorbildfunktion haben. Es müssen ja nicht immer Manuel Neuer, Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo sein.“

Was der WM-Titel tatsächlich an der Basis bewirkt hat, lässt sich wohl erst nach einem Jahr konkret in Zahlen beziffern. Sicher ist: Eine bessere Werbung für den Fußball gibt es wohl nicht.



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