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Oskari Upmeier – ein junger Finne erklärt die Unterschiede zum deutschen Fußball

„Wir kicken nicht mit Rentieren“

Turku/Hameln. Hyvää Päivää! Das heißt auf Finnisch guten Tag. Ich bin Oskari, ein 16-jähriger Fußballer aus Turku und verbringe derzeit ein Studienjahr in Hameln. Natürlich geht das nicht ohne Fußball und so kicke ich in meiner Freizeit für Tünderns B-Junioren in der Landesliga. Bei den Schwalben musste ich allerdings erst ein bisschen Aufklärungsunterricht in Sachen Länderkunde geben.

veröffentlicht am 31.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:21 Uhr

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Natürlich spielen wir auch in Finnland das ganze Jahr über Fußball, obwohl es dort angeblich doch immer sehr kalt ist – und nein, wir kicken nicht mit Rentieren, wie einige Scherzbolde gerne behaupten. Eishockey und Wintersport sind bei meinen Landsleuten zwar wesentlich beliebter, aber auch in Finnland macht das Fußballspielen Spaß. Und das nicht nur im Sommer, sondern eben auch bei 15 Grad minus. Aber eingefroren ist deshalb noch keiner, schließlich haben wir in Turku beheizte Kunstrasenplätze und brauchen nicht auf Schnee spielen. Und wenn es mal richtig kalt wurde, also etwa 25 Grad minus, dann haben wir in der Halle auf Kunstrasen trainiert.

Für Turku habe ich in der ersten finnischen Liga – sozusagen in der „Jugend-Bundesliga“ – gespielt und war auch im Junioren-Nationalkader. Leider ohne Einsatz, weil ich Verletzungspech hatte. Gravierende Unterschiede im Training zwischen Finnland und Deutschland habe ich noch nicht festgestellt. Außer der Häufigkeit, denn in Turku waren wir bis zu sechsmal in der Woche am Ball.

Ist aber auch kein Wunder, denn TPS ist ein Profiklub mit einer großen Tradition in Finnland. Da läuft eben alles von den Jugendmannschaften bis hin zum Herrenteam auf hochprofessioneller Ebene ab. So habe ich einen Essensplan bekommen und es gab auch einen Mannschaftsarzt. Bei Auswärtsspielen haben wir zudem manchmal im Hotel übernachtet. Fast alles drehte sich nur um den Fußball. In Tündern ist das anders. Wir trainieren hier nur dreimal, was ich persönlich sogar besser finde. Denn so habe ich mehr Zeit, um mich mit Freunden zu treffen oder für die Schule zu lernen. Auch mein Verhältnis zum Trainer und meinen Mitspielern ist hier besser. So einen Teamgeist habe ich die letzten Jahre in Turku vermisst. Kurzum: Ich fühle mich bei den Schwalben gut aufgehoben. Und eines freut mich ganz besonders: Jetzt weiß wohl jeder, dass wir Finnen nicht mit Rentieren kicken ...



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