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Schon 383 Treffer – in der Fußball-Kreisliga fallen die Tore wie am Fließband

Willkommen in der „Bum-Bum-Liga“

Hameln-Pyrmont. Und rums – wieder drin. Es rappelt und zappelt in den Tornetzen der Fußball-Kreisliga wie bei einem Fischtrawler in der Nordsee. Herzlich willkommen in der „Bum-Bum-Liga“ – denn hier sind Treffer am Fließband garantiert und der Fan kommt auf seine Kosten. Der eine oder andere Trainer dafür natürlich weniger. Eine langweilige Nullnummer ist im Moment so selten wie ein Sechser im Lotto, dafür haben die Protagonisten immer öfter ein attraktives 10:0, 9:2, 6:4, 5:6, 4:3 oder 5:5 im Angebot. Erst elf Spieltage sind in der neuen Saison absolviert und die Torhüter der 15 Klubs haben bereits 383 Treffer kassiert. Das macht immerhin einen Schnitt von 5,1 Toren pro Spiel. Und ein Ende der Torflut scheint nicht in Sicht. Harte Zeiten für die Männer auf dem Posten zwischen den Pfosten. In den Vorjahren wurde dieses Resultat noch nicht einmal am Saisonende erreicht.

veröffentlicht am 08.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

Roland Giehr

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Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

In der Saison 2013/14 fielen an den 28 Spieltagen zwar insgesamt 1058 Tore, aber der Schnitt pro Partie lag nur bei fünf. 2012/13 (1115/4,6) und 2011/12 (1121/4,7) war der trotz 30.Durchgängen noch geringer. Aber Spektakel hin, Spektakel her, ein paar Fragen bleiben dennoch. Sind die Leistungsunterschiede einfach zu groß und das fußballerische Niveau im Kreisoberhaus immer schwächer geworden – oder schießt sich derzeit eine besonders talentierte Generation an Torjägern durch die 8. Liga? Ein Blick auf die bisherige Ausbeute von Germania Hagen (43), TSV Klein Berkel (40) und BW Salzhemmendorf (42) lässt zumindest erahnen, dass hier eine große Qualität im Vorwärtsgang vorhanden ist. Nur Spitzenreiter MTV Lauenstein hielt sich mit bislang 29 Treffern trotz seines Parade-Duos Linus Zorn und Niklas Kaehler im Abschluss noch ein wenig zurück, verfügt dafür aber über eine starke Defensivabteilung mit erst 14 Gegentoren.

Eine Bilanz, von der Klein Berkels Trainer Thomas Fenske im Moment nur träumen kann. 30 Gegentore sind für einen Tabellendritten eindeutig zu viel. „Daran müssen wir arbeiten. Allerdings haben auch wir, genau wie viele andere Vereine, das Problem, ständig aus Personalgründen mit neuen Formationen aufzulaufen. Das passt dann nicht alles gleich immer auf Anhieb und schon zappelt der Ball im Netz“, stellt er fest.

Das Niveau in der Kreisliga hält Fenske aber dennoch für noch ausbaufähig. Und nicht nur auf der spielerischen Ebene, vor allem beim Thema Kondition und Konzentration. Hier sind längst nicht alle 15 Mannschaften auf Augenhöhe. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass so viele Treffer fallen.

Lauensteins Trainer Stephan Schröer ist zwar eher ein vorsichtiger Taktiker, hat aber festgestellt, dass einige seiner Kollegen die offensivere Spielweise bevorzugen. Da kommt fast zwangsläufig die Abwehrarbeit zu kurz – und dann klingelt es eben hinten im Gehäuse.

„Es gibt im Moment mehr gute Angreifer als Abwehrspieler in der Kreisliga“, hat er erkannt und erklärt sich so den Torreigen in der „Bum-Bum-Liga“. Wie auch immer, der Unterhaltungswert ist jedenfalls enorm gestiegen. Und vielleicht gibt es ja am Saisonende auch einen neuen Torrekord?



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