weather-image
25°
Englische Wochen durch Spielausfälle – für viele Fußball-Vereine ein Problem

Wie löst man das Termin-Chaos?

BEZIRK HANNOVER. Wie löst man das Termin-Chaos, das durch die vielen Spielausfälle entstanden ist? Wir haben mit dem Vorsitzende des Bezirks-Spielausschusses, Thorsten Schuschel, über das Thema gesprochen.

veröffentlicht am 17.11.2017 um 16:19 Uhr

„Wir können nicht zaubern“, sagt der Bezirks-Spielausschuss-Chef Thorsten Schuschel. Foto: Sportbuzzer
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wenn es um Terminplanungen geht, führt an Thorsten Schuschel kein Weg vorbei. „Fragen Sie ihn, er ist der Experte, auch über unseren Bereich hinaus“, sagt der NFV-Bezirksvorsitzende August-Wilhelm Winsmann. Schuschel ist der Vorsitzende des Spielausschusses, er stellt die Rahmenpläne auf, ist Staffelleiter der Landesliga und kümmert sich um den Bezirkspokal. Im Interwiew sprachen wir mit dem Spielausschuss-Chef über das durch die vielen Spielausfälle verursachte „Termin-Chaos“ und die Englischen Wochen, die für viele Fußball-Vereine ein Problem sind.

Wir sind in der zweiten Novemberhälfte, aber einige Mannschaften haben erst neun Spiele absolviert. Sie werden in diesem Jahr noch nicht mal die Hinrunde vollenden können. Wie lange soll das noch so weitergehen?

Wir können den Vereinen nicht auferlegen, zu spielen. Früher war der Verband für Spielabsagen zuständig und heute die Kommunen oder Vereine. Wenn die Termine nicht mehr ausreichen, könnten wir beispielsweise die Staffeln auf zehn Mannschaften reduzieren. Die Vereine waren aber dagegen.

Dass sich die Gemeinden den teuren Rasen nicht ruinieren lassen wollen, ist aber auch verständlich.

Mag sein, aber die Plätze sind nun mal dafür da, dass man sie benutzt. Im Idealzustand wären sie, wenn wir den Spielbetrieb ganz einstellen. Aber das will auch keiner. Kunstrasenplätze würden uns weiterbringen.

Als Reinhard Grindel bei einer Diskussion in Bückeburg gefragt wurde, ob der reiche DFB die Städte nicht beim Bau von Kunstrasenplätzen finanziell unterstützen könnte, formulierte er geschickt, man wolle die Kommunen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen.

Dem kann ich nur beipflichten. Die Vereine übernehmen derart viele soziale Aufgaben. Da kann es doch wohl nicht sein, dass sich die Kommunen nicht in der Pflicht sehen.

Ein anderer Lösungsbeitrag wären zum Beispiel Englische Wochen zu Saisonbeginn im August und September.

Haben wir vorgeschlagen. Es müssten sich nur die Vereine einer einzigen Staffel einigen. Wurde im Bezirk aber überwiegend abgelehnt, weil den Vereinen die Fahrten am Abend zu weit sind.

Warum wird im Juni nicht gespielt?

Die Plätze brauchen im Sommer vier bis sechs Wochen zur Regeneration. Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum wir die Saison nicht dem Kalenderjahr anpassen können. Außerdem wäre das Saisonfinale dann im November, wenn viele Spiele ausfallen, wie wir gerade erneut lernen. Wollen wir das wirklich?

Dann gibt es also keinen Ausweg? Das Termin-Chaos bleibt wie es ist.

Würde ich so nicht sagen. Aber es kann nicht alles vom Fußballbezirk gelöst werden, und zaubern können wir schon gar nicht. Nach meinem Eindruck haben viele Vereine genug davon, dass ständig etwas organisatorisch von oben verändert wird. Stattdessen erwarte ich, dass wir in den nächsten Jahren auf der individuellen Lösungsebene vorankommen – vor Ort. Es könnten zum Beispiel Ausweichplätze organisiert werden. Auch was die Englischen Wochen betrifft, wächst vielleicht irgendwann die Einsicht.

Interview: Jörg Bressem

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare