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Fußball-Kreisliga: Afferde und Bisperode spielen um den Titel

Wer wird heute Meister?

HAMELN-PYRMONT. Wird Afferde Meister? Oder gewinnt Kreispokalsieger Bisperode das Double? Heute ist der Tag der Entscheidung. Erster gegen Zweiter. Afferde gegen Bisperode. Es ist ein Endspiel um den Titel. Und das am letzten Spieltag der Fußball-Kreisliga. Spannender kann ein Saisonfinale nicht sein.

veröffentlicht am 28.05.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:56 Uhr

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Der Meister steigt direkt in die Bezirksliga auf, der „Vize“-Meister muss in die Relegation. Vor dem Topspiel, das heute um 16 Uhr in Afferde steigt, beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Wer ist Favorit? Einen klaren Favoriten gibt es nicht. Alles ist völlig offen. Afferde ist Tabellenführer, Bisperode Zweiter. Die Eintracht hat mit nur 16 kassierten Gegentreffern die beste Abwehr der Kreisliga, der TSV mit 85 geschossenen Toren den besten Angriff. Die Bilanz in den beiden direkten Duellen in dieser Saison spricht für Bisperode: Mit 1:0 wurde das Hinspiel gewonnen und mit 3:0 das Finale des Kreispokals. Außerdem ist die Elf von TSV-Trainer Markus Schwarz mit 18 Siegen und fünf Remis in dieser Saison noch ungeschlagen. Im Gegensatz zu Afferde. Die Elf von Dietmar Harland kassierte bereits drei Niederlagen, gewann dafür aber auch 20 Spiele – zwei mehr als Bisperode.

Was spricht für Bisperode? Die Erfahrung: Nach dem Bezirksliga-Abstieg in der Vorsaison ist der Bisperoder Kader nahezu komplett zusammengeblieben. Spieler wie Abbas Jaber, Daniel Kikunenko und Daniel Ivicic, um nur einige zu nennen, sind bereits mit allen Wassern gewaschen und können in einem Topspiel den Unterschied ausmachen. Das Selbstvertrauen: „Wenn wir kein Gegentor bekommen, gewinnen wir das Spiel. Wir schießen immer ein Tor“, sagt Bisperodes Trainer Markus Schwarz. Das Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr, denn der TSV hat bisher in jedem Spiel (bis auf den kampflosen 5:0-Sieg gegen Grohnde) mindestens einmal getroffen. Und auch die Auswärtsbilanz spricht für Bisperode: Mit 29 Punkten in elf Spielen ist der TSV die Nummer eins der Auswärtstabelle und dazu noch mit zehn Siegen und einer Niederlage das beste Team der Rückrunde. Was auch für Bisperode spricht, ist die Chance, mit dem Gewinn des Doubles (Meisterschaft und Pokal) Vereinsgeschichte zu schreiben.

Was spricht für Afferde? Die Tabellenkonstellation: Afferde ist mit 60 Punkten Erster,Bisperode mit 59 Punkten Zweiter. Der Eintracht reicht somit ein Remis zum Titelgewinn. „Für uns ist es etwas einfacher. Wir müssen nicht gewinnen. Bisperode schon“, bringt Eintracht-Kapitän Kai Schwark die Ausgangslage auf den Punkt. Ob das ein Vorteil ist, wird sich zeigen. Afferde reicht zwar ein Unentschieden, um Meister zu werden. „Aber wir werden nicht auf ein Remis spielen“, so Schwark. Auch die makellose Heim-Bilanz spricht für Afferde: Elf Spiele, elf Siege. Zu Hause ist die Harland-Elf eine Macht. Und auch die deftige 0:3-Pleite im Kreispokalfinale gegen Bisperode haben Schwark & Co. offenbar gut weggesteckt. Am vergangenen Spieltag (2:1 in Salzhemmendorf) drehte Afferde nach einem 0:1-Rückstand in den letzten fünf Minuten ein fast schon verloren geglaubtes Spiel und verteidigte die Tabellenführung. Das zeigt: Die Moral stimmt. Und auch die Verletzungsmisere steckte die junge Truppe bisher gut weg. Vor Bisperode hat Eintracht-Coach Dietmar Harland zwar großen Respekt, aber keine Angst: „Wir glauben an uns.“

Spielen beide Teams in Bestbesetzung? Die Antwort: Nein. Afferde hat es laut Harland „böse erwischt“, denn mit Lennart Rohloff (Meniskusanriss) und Marius Graw (Kreuzbandriss) fallen zwei Spieler verletzt aus. Auch für Torwart Timo Tuckfeld (Bänderriss), der zumindest zum Kader gehört, kommt ein Einsatz in der Startelf nicht infrage. Damit nicht genug: Auch Afferdes Top-Torjäger Jörn Heinzelmann (16 Saisontreffer), der erst am Sonntag aus Spanien wiederkommt, und Florian Selchow (Amerika) werden das letzte Saisonspiel verpassen. Bisperode muss monatelang auf Jan Grams verzichten: „Die Verletzung, die er sich im Pokalfinale zuzog, stellte sich als Kreuzbandriss heraus. Das ist bitter für den jungen Kerl. Er wird dieses Jahr kein Fußball mehr spielen können“, bedauert Bisperodes Teamsprecher Ralph Grupe. Auch hinter dem Einsatz von Daniel Ivicic steht noch ein Fragezeichen. Dafür sind Marvin Dohme, Linus Karl, Dustin Anders und Timon Scharmann, die zuletzt fehlten, wieder dabei.

Steigt nur der Meister in die Bezirksliga auf? Auf jeden Fall steigt nur der Meister direkt auf, aber auch der Tabellenzweite hat noch die Chance, nächste Saison in der Bezirksliga zu spielen. Die Relegation macht’s möglich. Und die läuft so: Am Mittwoch (1. Juni) treffen die Vize-Meister der Kreisligen Hameln-Pyrmont (Afferde oder Bisperode) und Holzminden (Bevern, Pegestorf oder Grünenplan) aufeinander. Der Verlierer dieser Partie spielt am Samstag (4. Juni) gegen den Tabellen-13. der Bezirksliga-Staffel 4 (Germania Hagen oder VfL Bückeburg II). Der Gewinner des ersten Relegationsspiels muss im letzten Spiel am Dientag (7. Juni) gegen den Bezirksligisten ran. Wer, wann und wo spielt, wird am Sonntag vom Bezirksfußball-Verband Hannover bekanntgegeben. Afferdes Trainer Dietmar Harland hofft, dass der Eintracht die drohende Saisonverlängerung erspart bleibt: „Ich will Meister werden. Auf die Relegation habe ich keinen Bock.“ aro

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