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Samstag Ehemaligentreffen – zehn Halvestorfer lernten ihr Fußball-ABC bei den Schwalben

Wer nicht aus Tündern kommt: Setzen!

Fußball. Als die SSG Halvestorf/Herkendorf einst ihren Vormarsch aus den Niederungen des Kreises in die höheren Bezirksregionen startete, bediente sich der Dorfklub zunächst jahrelang noch im Spielerfundus des einstigen Branchenriesen Preußen Hameln 07. Doch das änderte sich. Seit geraumer Zeit liefert nun verstärkt der HSC BW Tündern das nötige Spielermaterial an den Piepenbusch.

veröffentlicht am 19.10.2011 um 17:40 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

Klaus Frye

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Sportreporter zur Autorenseite

„Wer nicht aus Tündern kommt: Setzen!“ – wenn Trainer Sakir Urunow diesen Satz einmal beim Training am Piepenbusch fallenlassen würde, blieben fast alle Spieler stehen. Aus dem aktuellen Kader der SSG trugen immerhin zehn Spieler das blau-weiße Trikot der Schwalben. Egal, ob in einem der zahlreichen Junioren- oder Herrenteams. Sascha Helbig, Halvestorfs zweiter Torhüter, war für Tünderns Talentschmiede ebenso wie Timo Möller, Adem Avci, Jan-Niklas Bleil, Fabian Kowalski, Yannik Hill oder Leonhard Menzel aktiv. Als Jugendspieler haben sie Niedersachsens Fußballplätze von der Nordsee bis zum Harz bestens kennengelernt.

Doch nicht nur die junge Garde der Halvestorfer zog es von der Weser auf den Sportplatz nach Hope. Drei gestandene Tünderaner wechselten ebenfalls das Outfit – erst Blau-Weiß, dann Grün-Weiß. Josef Selensky, René Hau und Matthias Günzel erlebten in Tündern auch als Herrenspieler schöne Zeiten. Vor allem René Hau ist eigentlich ein echtes Urgestein, das im Nest der Schwalben groß wurde. „Ich wohne in Tündern und habe 17 Jahre für den Verein gespielt“, erinnert er sich gern zurück. Den Weg in die Kampfbahn kann er am Samstag fast zu Fuß in Angriff nehmen. Gemeinsam mit „Matze“ Günzel, der ebenfalls in Tündern wohnt, wird er wohl doch das Auto vorziehen. Und dann vielleicht auch gleich noch seinen Bruder Robin mitnehmen. Auch wenn der weiterhin für die Tünderaner aufläuft. Ganz entspannt sieht Ronja Hau dem Derby entgegen. Der Schwester der beiden Fußballer ist es „egal, wer gewinnt“. Für sie sind andere Dinge wichtig: „Hauptsache, es wird ein faires Spiel und die Jungs haben ihren Spaß.“

„Das ist schon ein komisches Gefühl“, sagt Halvestorfs Defensivspieler, der morgen nicht nur mit einigen seiner besten Kumpels auf dem Spielfeld zusammentrifft. Rund ums Spielfeld wird René Hau in der Kampfbahn ebenfalls jede Menge bekannter Gesichter sehen und viele Hände schütteln müssen: „Ob Vorstand, Platzwart oder selbst den Würstchenverkäufer, ich kenne sie alle.“

Gleiches gilt für Matthias Günzel. Der hat nicht nur mit Tünderns Kapitän Tim Piontek und Torwart Sebastian Kelle in einer Mannschaft gespielt. Der hat auch unter Trainer Siegfried Motzner manch harte Trainingseinheit miterlebt. Doch alle alten Freundschaften sind am Samstag für 90 Minuten nicht mehr als „kalter Kaffee“. Für Tim Piontek wird es ein typisches Derby: „Da muss die Freundschaft mal zurückstehen.“ René Hau geht das Lokalderby, das ja fast einem „Klassentreffen der Ehemaligen“ gleicht, dennoch mit gemischten Gefühlen an: „Wenn es gegen meinen Bruder geht, ziehe ich im Zweikampf wohl doch nicht 100-prozentig durch.“

Einen Tipp zum Ausgang der brisanten Partie haben René und Robin nicht abgegeben. Mal unter Brüdern, mit einem Unentschieden könnten morgen wohl beide ganz gut leben ...



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