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Die Autorität muss reichen – Schiedsrichter aus dem Kreis brauchen keine Hilfsmittel bei Freistößen

„Wenn ich mit der Spraydose komme, lachen sich alle tot“

Hameln-Pyrmont. Das Freistoßspray gehört für die Schiedsrichter im internationalen Profi-Fußball längst zum Alltag. Was im großen Fußball scheinbar bestens klappt, findet ein paar Etagen tiefer im Amateurbereich aber kaum Zustimmung. Das ergab eine Umfrage auf der Hauptversammlung der Kreis-Schiedsrichter. „Von Showeffekten und Wichtigtuerei ist da sogar die Rede. Mehrheitlich herrscht die Meinung, dass die Autorität des Spielleiters reicht, um kleine Schummeleien zu unterbinden.

veröffentlicht am 20.05.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:41 Uhr

Felix Wittrock (24), MTSV Aerzen: „Ich brauche dieses Hilfsmittel nicht, kann auch so Ball und Mauer bei einem Freistoß an die richtige Stelle platzieren, ohne Gefahr zu laufen, dass daraus durch Trickserei ein Vorteil für die eine oder andere Mannschaft entsteht.“

Sebastian Feig (29), Eintracht Afferde: „Ich pfeife seit 15 Jahren. Wenn die Sprühdose eines Tages auch bei uns im Kreis eingeführt wird, würde ich die Benutzung als lustige Sketcheinlage betrachten, die allein zur Erheiterung von Spielern und Zuschauern dient.

Torben Struckmeier (27) vom TSV Großenwieden: „Wenn ich die Mauer stelle oder den Ball an den Ort des Fouls legen lasse, dann brauche ich auch in Zukunft keine Sprühflasche. Sie mag zwar im Profifußball, wo es oft auf Zentimeter ankommt, von Vorteil sein. Ihr Einsatz im Amateurfußball wäre für mich etwas übertrieben.“

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T. Struckmeier

Carsten Hanke (57), MTV Coppenbrügge: „Ich pfeife seit 24 Jahren im Kreis, habe noch nie irgendwelche Hilfsmittel zur Markierung benötigt. Ein ernstes Wort an die Spieler und sie parieren, versuchen sich keinen Vorteil zu verschaffen. Wenn ich mit der Spraydose käme, würden sich vermutlich alle totlachen.“

Daniel Harting (29), Eintracht Afferde: „Seit sechs Jahren leite ich als ehemaliger Brandenburger Spiele in der Ober- und Landesliga. Ich halte zwar die Markierung im Profifußball für vertretbar und auch hilfreich, aber im Amateurfußball hat sie nichts zu suchen. Die Autorität des Schiedsrichters sollte hier gegen Schummelversuche ausreichen. Außerdem gibt es ja auch noch den Griff zur Gelben Karte.“

Niklas Krützfeldt (17) vom TSV Klein Berkel:

„Die Einführung der Sprühflasche wäre für mich kein Fortschritt. Denn bisher ist der Fußball in den unteren Klassen trotz fortschreitender Technik ohne dieses Hilfsmittel ausgekommen. Und warum sollte das in Zukunft anders sein?“

Umfrage: Rolf Henning Schnell



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