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4:0 gegen Salzhemmendorf: Lauenstein trumpfte vor 600 Zuschauern groß auf / Neuauflage des Derbys

Vor 27 Jahren flogen Flaschen und Fäuste

Lang, lang ist’s her. Doch vor der Neuauflage des Ostkreisderbys zwischen dem MTV Lauenstein und Blau-Weiß Salzhemmendorf (So., 15 Uhr) werden bei vielen Fußballern von damals bestimmt alte Erinnerungen wach. Denn das letzte Mal standen sich die beiden Topteams der 1. Kreisklasse vor über 27 Jahren gegenüber: am 3. März 1985.

veröffentlicht am 07.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:03 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Damals war es das absolute Topspiel in der Kreisliga: Erster gegen Zweiter – wie am Sonntag auch. Allerdings eine Spielklasse tiefer als damals. Einen Tag später titelte die Dewezet in ihrer Montagausgabe: MTV Lauenstein trumpfte groß auf – 4:0-Sieg vor über 600 Zuschauern.

Nach einer Super-Serie von 19:1 Punkten lösten die zu jener Zeit von Werner Brachmann gecoachten Lauensteiner damals den Klub von der Saale zwar vorübergehend als Tabellenführer ab, doch Meister wurde am Ende die junge Salzhemmendorfer Elf. Das war selbst für den damaligen Coach Hans-Jürgen „Paule“ Klenner die größte Überraschung, weil dies mit fast der gleichen Truppe geschafft wurde, die als Zwölfter in der Vorsaison fast abgestiegen wäre. Die Salzhemmendorfer verschossen in der Saison 1984/85 übrigens rekordverdächtige 14 Elfmeter! Nach dem Ostkreis-Klassiker stand damals in der Zeitung, dass die insgesamt 650 Zuschauer ein Spiel sahen, dass „an Dramatik auf dem Rasen und unschönen Szenen am Spielfeldrand kaum zu überbieten war“. Damals berichtete noch unser ehemaliger freier Mitarbeiter Norbert Jäkel über die Hameln-Pyrmonter Kreisliga: „Auf dem Platz boten alle Akteure Einsatz bis zum Letzten, ohne die Grenzen des Erlaubten bewusst zu überschreiten.“ Doch am Rande des Derbys ging es auch anders zu, schrieb Jäkel: „Es flogen Flaschen und Fäuste.“ Es sei bedauerlich, dass sich einige Fans zu solchen Unsportlichkeiten hätten hinreißen lassen: „Doch vielleicht können die Randalierer zur Rechenschaft gezogen werden.“ Von den Tumulten am Spielfeldrand hat Paul Bicknell, der an diesem Tag mit seinen beiden Treffern Lauensteins Matchwinner war, damals auf dem Platz nichts mitbekommen: „Die Euphorie war unglaublich. Es waren unheimlich viele Zuschauer da, es hat richtig Spaß gemacht.“ Im Gegensatz zu den anderen Spielern war für Bicknell das 1985er Derby nur „ein Spiel wie jedes andere“, weil er als Engländer die Rivalität zwischen den beiden Klubs nicht kannte: „Aber die Jungs von damals reden heute noch davon.“ Im Spiel gab zwar die Klenner-Elf in den ersten 25 Minuten den Ton an, doch dann nahm Lauenstein das Heft in die Hand. Als Bicknell in der 60. Minute das vorentscheidende 3:0 schoss, lag Salzhemmendorfs Keeper Harald Schäfer am Boden – schwer verletzt. 20 Minuten vor Schluss parierte MTV-Torwart Paul Hibbert einen Strafstoß von Rüdiger Mell. Besser machte es Lauensteins Bernd Liedtke, der vom Elfmeterpunkt den 4:0-Endstand erzielte.

Übrigens: Im Gegensatz zu heute gab es damals noch Zehn-Minuten-Zeitstrafe: für Lauensteins Joachim Kruppki und Peter Ulbrich sowie Salzhemmendorfs Torjäger Peter Eschrich, der mit 33 Saisontoren Torschützenkönig der Kreisliga wurde.



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