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Sportgericht ermittelt gegen Lachemer / Videobeweis auch im Amateurfußball möglich

Videobeweis möglich! Baris Demirkaya droht lange Sperre

Fußball (aro). Das Sportgericht ermittelt gegen Lachems Baris Demirkaya, der beim Hilligsfelder TBH-Cup offenbar unmittelbar nach dem Schlusspfiff beim 3:4 gegen Emmerthal Daniel Magaschütz einen Kopfstoß verpasste.

veröffentlicht am 30.12.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:41 Uhr

Fußball (aro). Das Sportgericht ermittelt gegen Lachems Baris Demirkaya, der beim Hilligsfelder TBH-Cup offenbar unmittelbar nach dem Schlusspfiff beim 3:4 gegen Emmerthal Daniel Magaschütz einen Kopfstoß verpasste. Diese von Schiedsrichter Rüdiger Gereke unbemerkte Szene, die Demirkaya inzwischen bereut, könnte für den reumütigen Übeltäter Konsequenzen haben. Magaschütz hat den 22-jährigen Lachemer, der sich inzwischen öffentlich für sein Fehlverhalten („Es tut mir leid!“) entschuldigt hat, nach eigener Aussage bei der Polizei angezeigt. Der Vorwurf: Körperverletzung.

Und jetzt ermittelt auch das Sportgericht. Das bestätigte Kreisfußball-Boss Andreas Wittrock auf Anfrage dieser Zeitung: „Aufgrund der öffentlichen Berichterstattung in der Deister- und Weserzeitung hat der geschäftsführende Kreisvorstand das Kreissportgericht angerufen – mit der Bitte, die Vorkommnisse beim TBH-Cup im Rahmen eines Sportgerichtsverfahrens zu klären.“ Sollte Demirkaya aufgrund des existierenden Videobeweises überführt werden, droht ihm eine Sperre bis zu zwölf Monaten sowie eine Geldstrafe bis 250 Euro. So steht es jedenfalls in Paragraf 43 (8) der Rechts- und Verfahrensordnung des Niedersächsischen Fußballverbandes.

Wie ein für die Sportgerichtsbarkeit zuständiger Experte des NfV auf Anfrage der Dewezet bestätigte, ist ein Videobeweis auch im Amateurfußball möglich, „weil die Regeln des DFB auch für alle Regional- und Landesverbände gelten“. Für Vorgänge, die ein Schiedsrichter nicht beobachtet habe, könne dennoch ein Sportgerichtsverfahren eröffnet werden.

Wie zuletzt in der Bundesliga beim Schalker Jermaine Jones, der vor den Augen von über sechs Millionen TV-Zuschauern Gladbach-Star Marco Reus vorsätzlich – und von Schiri Wolfgang Stark unbemerkt – auf dessen verletzten linken Fuß (Zehenbruch) trat. Auch Jones, der sich bei Reus entschuldigt hat, droht per TV-Beweis eine nachträgliche Sperre.

Im Fall Demirkaya ist nach Einschätzung des Experten ein Videobeweis zur Wahrheitsfindung möglicherweise hilfreich, aber nicht zwingend nötig. Im Normalfall reichten die Aussagen von Zeugen (zum Beispiel von Spielern, Trainern oder Zuschauern), die die Tätlichkeit beobachtet hätten, als Beweismittel im Rahmen eines Sportgerichtsverfahrens völlig aus.



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