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Update: Drama auf dem Hagen: Marters „Monster-Freistoß“ lässt Germanen spät jubeln!

Was für ein Drama! Im Bezirksliga-Derby gegen Germania Hagen gab Eintracht Afferde in der 98. Minute (!) den fast schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand.

veröffentlicht am 24.10.2021 um 14:46 Uhr
aktualisiert am 24.10.2021 um 20:30 Uhr

Germania Hagen – SV Eintracht Afferde 3:3 (1:2).

Was ein Spektakel am Hütelandsweg! Grenzenloser Jubel auf der einen Seite, ungläubiges Entsetzen auf der anderen. In einer umkämpften und packenden Partie sichert sich die Germania Hagen durch einen Traumfreistoß in der achten(!) Minute der Nachspielzeit einen Punkt im Derby gegen die Eintracht aus Afferde – und hat durch Aerzens Niederlage in Halvestorf nun die besten Chancen, die Aufstiegsrunde der Bezirksliga zu erreichen. „Wir haben es mit den drei Endspielen nun absolut in der eigenen Hand, auch wenn diese allesamt kompliziert werden. Wenn wir den Punkt von vornherein mitnehmen hätten können, hätten wir das sofort unterschrieben – nach diesem Spielverlauf erst recht. Afferde hätte den Sack mehrmals zumachen müssen“, war Hagens Sprecher Florian Büchler die Freude nach dem Abpfiff sichtlich anzumerken. Auf der anderen Seite fiel es SVE-Trainer Oliver Bock schwierig, die Fassung zu wahren: „Für uns ist die Sache mit der Aufstiegsrunde jetzt gelaufen. Wenn du die Dinger nicht machst, hast du es aber auch wirklich nicht verdient, hier drei Punkte mitzunehmen.“

Afferde dreht frühen Rückstand vor der Pause

Aus Sicht der Eintracht ging der Nachmittag bereits mit dem Anpfiff denkbar ungünstig los. Nach etwas mehr als sechzig Sekunden traf Jonas Kraus nach einer Einzelaktion von SSG-Spieler Alexander Manka ins eigene Netz. „Die Führung hat uns aber nicht so richtig gutgetan. Wir hatten danach Probleme, in die Partie zu finden“, zeigte sich Büchler ratlos über die Leistung von Hagen in Abschnitt eins. Begünstigt durch Abwehrfehler in der Hintermannschaft der Blau-Weißen egalisierte SVE-Stürmer Jan Patrick Lange nach gut zwanzig Minuten die frühe Schieflage und drehte die Partie in der Folge noch vor dem Pausentee mit seinem zweiten Treffer. „Wir gehen dann mit einem 1:2 in die Halbzeit und haben nach der Pause richtig Glück, uns nicht das 1:3 zu fangen“, erklärte Büchler, der kurz vor Ende der Partie die Gelb-Rote Karte sehen sollte. Allerdings traf Luca Garbsch mit seinem Schussversuch nur den Querbalken. „Wir haben in der Folge dann einen besseren Eindruck gemacht, erzielen den Ausgleich, aber fangen uns dann fast im direkten Gegenzug wieder den Gegentreffer. Wie in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut verteidigt“, schilderte Hagens Sprecher den weiteren Verlauf der Partie.

„Hatten das Ding in der eigenen Hand“

In den letzten zehn Minuten hagelte es dann Höhepunkte um Höhepunkte. „Wir hatten das Ding da in der eigenen Hand. Es gab drei bis vier 100-Prozentige, die wir liegenlassen. Erst eine 3-gegen-1-Situation, dann eine 4-gegen-2-Situation. Anschließend klärt Hagens Alexander Marter den Ball noch auf der Linie“, ärgerte sich Bock über die ausbaufähige Chancenverwertung. Stattdessen passierte das, was oftmals passiert, wenn ein Team die Entscheidung vergibt. In der achten Minute der Nachspielzeit legte sich Hagens Marter den Ball zum Freistoß zurecht und wuchtete ihn unhaltbar für Afferdes Niels Conrad ins Netz. Abpfiff. „Wir sind selbst Schuld. Mit den vergebenen Chancen haben wir letztendlich die Punkte auch verdient abgeben. Ärgerlich ist nur, dass der Freistoß in meinen Augen kein gerechtfertigter war“, gab der Gästecoach abschließend zu Protokoll.

Germania Hagen: Motzkun, Manka, Kutsch, Konstantinidis (78. Öktem), Büchler, Gürek, Middel (62. David), Y. Issa (84. Brandes), Marter, A. Issa, Groß.

SV Eintracht Afferde: Conrad, Göhmann, Müller, Helmsen, Lange, Garbsch (90.+2 N. Rohloff), Heinzelmann (63. Zschoch), Oefler, Selchow, Kraus (90.+5 Koch), Alnasser.

Tore: 1:0 Eigentor Jonas Kraus (2.), 1:1 Jan Patrick Lange (19.), 1:2 Lange (34.), 2:2 Julian David (64.), 2:3 Sebastian Zschoch (77.), 3:3 Alexander Marter (90.+8).

Besonderes: Gelb-Rote Karte für Florian Büchler (87.).

SSG Halvestorf – MTSV Aerzen 3:0 (2:0).

Die SSG Halvestorf ist sicher in der Aufstiegsrunde dabei. Mit dem 3:0-Erfolg im Heimspiel gegen den bis dato Tabellenzweiten aus Aerzen kann die SSG punktetechnisch nur noch von einer Mannschaft überholt werden, da Hagen und der MTSV noch im direkten Duell aufeinandertreffen. SSG-Trainer Jarzombek zeigte sich nach der Partie zufrieden: „Das war heute eine solide Leistung. Wir standen defensiv stabil und haben endlich mal Männerfußball gezeigt. Wir waren robust in den Zweikämpfen und haben defensiv eigentlich nur eine Chance zugelassen.“ Nach der Führung durch Egcon Musliji, der einen Foulelfmeter souverän verwandelte (21.), bot sich den Gästen die große Chance zum Ausgleich. Nach einer feinen Kombination im Mittelfeld scheiterte der MTSV jedoch am glänzend reagierenden Tim Kallmeyer. „Wenn er den Ball nicht hält, dann kann das Spiel ganz anders laufen“, wusste Jarzombek. Stattdessen dominierte die SSG die Partie nun immer deutlicher und ließ kaum mehr etwas zu. So sorgte Cezar Paraschiv noch vor der Pause für die beruhigende 2:0-Halbzeitführung. Einen Flankenball von der rechten Außenbahn zirkelte die Nummer 10 der Hausherren unhaltbar ins lange Eck. Im zweiten Abschnitt spielten die Gastgeber den Vorsprung souverän über die Zeit. Fünf Minuten vor dem Ende sorgte erneut Musliji per Einzelaktion für den 3:0-Endstand, nachdem er zuvor drei Spieler mustergültig ausgedribbelt hatte.

„Das war die schlechteste Leistung der Saison“

„Wir hatten zwar weniger Ballbesitz, aber hätten noch viel mehr aus unseren Kontersituation machen können. Da waren die Jungs aber etwas zu hibbelig und unerfahren“, gab der Gastgeber-Coach zu Protokoll. Letztlich zeigte er sich aber zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. „Wir haben das sehr seriös gelöst. Besonders das Defensivtrio aus den Innenverteidigern Jan-Niklas Bleil und Marlow Jürgens im Verbund mit Tim Kallmeyer war heute sehr aufmerksam.“ Auf der Gegenseite war MTSV-Coach Gaetano Bartolillo überhaupt nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Männer: „Das war heute die schlechteste Leistung in der ganzen Saison. Ich bin tief enttäuscht, in einem Derby müssen die Fetzen fliegen. Wir haben heute aber überhaupt keinen guten Fußball gespielt. Von daher haben wir in der Aufstiegsrunde so auch nichts zu suchen. Für uns geht es vielmehr ums Überleben, alles andere ist unwichtig. Deshalb können wir den Ball für die Aufstiegsplätze ganz entspannt an Hagen und Afferde abgeben. Die können das unter sich ausmachen.“ Schwierigkeiten bereiteten dem Coach, der unzufrieden mit der Elfmeterentscheidung vor dem 0:1 war, die personelle Notlage in der Mannschaft: „Das soll keine Ausrede sein, aber wir hatten wie schon die ganze Saison über kurzfristige Umstellungen in der Abwehr. Auch dadurch haben wir heute keine Einstellung zum Spiel gefunden.“

SSG Halvestorf: T. Kallmeyer, Witthuhn, Elias, Bleil, Paraschiv (80. Bartelt), Brixius, Lehnhoff, Arndt (54. Rochau), Musliji (89. Yanalak), Jürgens, Jarzombek (28. Ersan).

MTSV Aerzen: Sigusch, Gljanz (77. Di Sapia), Niemeyer (46. Garvens), Pieper (35. Hahn), Hanses, Hoppe, Kiupel, Razlaw (46. Frevert), Selensky, Ribeiro, Klein.

Tore: 1:0 Elfmeter Egcon Musliji (21.), 2:0 Cezar Paraschiv (31.), 3:0 Musliji (86.).

TSV Lenne – TSV Nettelrede 3:0 (1:0)

Der arg ersatzgeschwächte Tabellenvorletzte aus Nettelrede hat am späten Sonntagnachmittag die nächsten drei Punkte abgeben müssen. Beim Auswärtsspiel in Lenne verlor der TSV mit 0:3. „Wir haben heute mit einer Elf gespielt, bei der der Name ‚Rumpfelf‘ noch untertrieben wäre. Zusätzlich zu den bestehenden Ausfällen sind im Laufe der Woche kurzfristig noch sechs weitere Absagen dazugekommen, sodass wir noch auf drei Spieler aus der Zweiten zurückgreifen mussten, die auch dort nur gelegentlich zum Einsatz kommen. Dazu hatten wir keine Auswechselspieler. Von daher geht das, was wir heute gezeigt haben, vollkommen in Ordnung“, gab sich Nettelredes-Spartenleiter Frank Voges nach der Partie mit dem Ergebnis zufrieden. Aus einer kompakten Betonabwehr heraus versuchten die Gäste, den Hausherren so wenig Chancen wie möglich zu bieten. Zwanzig Minuten lang ging das Konzept auf, bevor die Gastgeber nach einer Hereingabe zum 1:0 einschoben. Etwa zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Holzmindener nach einem langen Steckpass auf 2:0. Kurz vor Schluss fiel dann der dritte Treffer. „Wir wollten das Ergebnis lange niedrig halten, dafür war offensiv dann aber nichts drin. Das Spiel stand lange Zeit auf der Kippe, aber wir konnten im Endeffekt doch antreten. Ich möchte mich dafür noch einmal bei der ganzen Mannschaft bedanken, dass sie trotz der Widrigkeiten eine solch tolle Leistung abgerufen hat. Ein besonderer Dank geht vor allem an die Jungs, die heute ausgeholfen haben. Da kann man nur den Hut vor ziehen“, fand Voges letztendlich nur lobende Worte.

TSV Nettelrede: Böttcher, Mumme, Stancioiu, Niemeyer, Langer, Aunitz, Martens, Böckmann, Schmidt, Ketelhake, Meyer.

Tore: 1:0 Leon Niemann (25.), 2:0 Edward Urich (53.), 3:0 Marvin Schütte (85.).

SV Newroz Hildesheim – BW Salzhemmendorf 3:1 (1:1).

„Ich kann heute alle nur für ihren Einsatz loben“, zeigte sich BW-Trainer Heiko Schröer sehr zufrieden mit der Salzhemmendorfer Leistung, auch wenn am Ende eine 1:3-Niederlage gegen den SV Newroz Hildesheim zu Buche stand. Das Spiel startete sehr gut für die Ostkreisler, nach vier Minuten drehte sich Marcel Tost um seinen Gegenspieler und netzte mit seinem linken Fuß ein. „Wir haben hinten wirklich sehr stabil gestanden, in der ersten halben Stunde kamen die Hildesheimer nicht ein einziges Mal gefährlich vor unser Tor“, so Schröer weiter. Die erste Chance hatten die Gäste nach 36 Minuten, BW-Keeper Niklas Meyer lenkte einen Freistoß aus 20 Metern aber gerade noch an die Latte. Durch eine scharf getretene Ecke und einen Kopfball von Ibrahim Kansou erzielten die Hausherren den Ausgleich. „Schade, dass Hildesheims zweite Chance gleich drin war. Das 1:1 zur Pause ging allerdings völlig in Ordnung. Wir wussten, dass der Gegner nach der Halbzeit noch einmal einen Zahn zulegen wird“, berichtete Schröer. Doch aus dem Spiel heraus gelang den Hildesheimern nicht viel, die wendigen Hildesheimer Angreifer bissen sich immer wieder die Zähne an der BW-Verteidigung aus. Nur durch Standards wurden die Hausherren gefährlich. Nach einer Stunde gelang es Salzhemmendorf nicht, eine Ecke zu klären und so stand Jabie Sonko ganz alleine am langen Pfosten und schob zum 2:1 ein. „Wir haben nach dem 2:1 nicht aufgesteckt und weiter dagegengehalten. In der 82. Minute hatte Cedric Liemant noch einmal eine dicke Chance. Er nahm eine Hereingabe direkt, der Ball ging nur wenige Centimeter am Pfosten vorbei“, ärgerte sich Schröer, denn: „Den Ausgleich hätten wir uns aufgrund unserer kämpferischen Leistung verdient.“ Den Deckel auf die Partie machte schließlich Adem Avci (84.), der die nun aufgerückten Salzhemmendorfer kalt erwischte. Ein Sonderlob sprach Schröer seinen Innenverteidigern Malte Fitzner und Rouven Müller zu, die „aus einer tollen Mannschaftsleistung herausstachen.“

BW Salzhemmendorf: Meyer, P. Eickhoff, Müller, Fitzner, S. Eickhoff, Tost, Ruhnow (46. Schwetje), Vönöky, Knoke, Liemant, Werra (63. Werra).

Tore: 0:1 Marcel Tost (4.), 1:1 Ibrahim Kansou (39.), 2:1 Jabie Sonko (60.), 3:1 Adem Avci (84.).



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