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Hessisch Oldendorfs ehemaliger Vereinsboss Stephan Scheling: „So etwas darf sich nicht wiederholen“

TuS droht zündelnden Chaoten mit Rauswurf

Als beim Kreispokal-Halbfinale gegen Marienau in der Fankurve des TuS Hessisch Oldendorf von einigen Chaoten bengalische Feuer angezündet wurden, stand Stephan Scheling nur wenige Meter entfernt. „Ich war mitten im Brennpunkt“, sagt der ehemalige Vereinsvorsitzende, der von dem Verhalten einiger weniger Problem-Fans, die ihre Emotionen nicht im Griff hatten, schockiert war.

veröffentlicht am 25.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:06 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

„Wir können am Montag zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Kreispokalsieger werden – aber durch so eine Scheiße machen wir uns alles kaputt, was wir uns in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut haben“, übt „Mister TuS“ gegenüber der Dewezet heftige Kritik an dem Verhalten einiger Spieler aus der zweiten Herrenmannschaft, die mit dem Abfackeln von Bengalos für einen Skandal sorgten. Für Scheling ist klar: „Leute, die sich nicht vernünftig benehmen können, müssen aus dem Verein ausgeschlossen werden. Da bin ich mit unserem Trainer Tarik Oenelcin und unserem Vereinsvorsitzenden Jens Bauer einer Meinung.“ Vereinsintern werde nicht nur Tacheles geredet, Scheling will die Namen der zündelnden Personen auch per Email an Andreas Wittrock weiterleiten, „um den Kreisfußball-Verband bei der Aufklärung der Vorfälle zu unterstützen und deutlich zu machen, dass wir als Verein so etwas nicht tolerieren“. Denn: „So etwas darf sich nicht wiederholen!“, macht der Ex-TuS-Chef seinen Standpunkt deutlich.

Hintergrund: Der Erwerb dieser Bengalo-Fackeln ist zwar erlaubnisfrei, aber sie dürfen nur zweckgerecht, das heißt beispielsweise als Notfackel, gezündet werden – nicht zu Partyzwecken. Denn Bengalos sind glühend heiß und gefährlich. Welche Konsequenzen dem Hessisch Oldendorfer Spieler (Name ist der Redaktion bekannt) drohen, der eine Leuchtfackel nach dem Schlusspfiff vom Rasen aufhob und vor Freude in die Luft warf, steht noch nicht fest. Möglicherweise kommen Verein und Spieler noch einmal glimpflich davon – sofern es am Pfingstmontag beim Hessisch Oldendorfer Kreispokalfinale zwischen TuS und Rot-Weiß friedlich bleibt. Das ließ Kreisfußball-Boss Andreas Wittrock jedenfalls zwischen den Zeilen durchblicken: „Ich hoffe, dass das ein einmaliger Ausrutscher war“, appelliert Wittrock an die Vernunft der Fans. Im Wiederholungsfall drohen den Übeltätern, die auf Bildern eindeutig zu erkennen sind, Konsequenzen, aber so weit soll es nicht kommen. „Ich habe mit den Verantwortlichen von TuS und Rot-Weiß gesprochen und gehe davon aus, dass sich so etwas nicht wiederholt.“

Kritik wurde am Verhalten des Ordnungsdienstes laut, der am Dienstagabend nichts gegen die Problem-Fans unternommen haben soll: „Die haben nur Bier getrunken und Bratwurst gegessen“, machte ein Augenzeuge seinen Unmut gegenüber der Dewezet Luft. „Außerdem waren viel zu wenig Ordner vor Ort.“

Nachdem Kreisfußball-Boss Andreas Wittrock von unserer Sportredaktion von den Vorkommnissen in Bad Münder erfuhr, handelte er prompt. Zum Schutz der Spieler, Schiedsrichter und Zuschauer sei dem ausrichtenden Verein TuSpo Bad Münder Hilfe angeboten und zusätzliche Ordner zur Verfügung gestellt worden. Auf Plakaten wurde hingewiesen, dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten ist. Außerdem redete Wittrock, der beim zweiten Kreispokal-Halbfinale zwischen Aerzen und Rot-Weiß Hessisch Oldendorf vor Ort war, allen Beteiligten ins Gewissen und machte deutlich, dass Bengalos im Fußballstadion nichts zu suchen haben.

Übrigens: Hessisch Oldendorfs Trainer Tarik Oenelcin hat nicht lange gefackelt und sich bei Andreas Wittrock telefonisch für das Verhalten der TuS-Fans entschuldigt.



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