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Mangels Personal: Fußballerinnen aus der Bezirksliga abgemeldet

TSV Nettelrede zieht die Reißleine

Nettelrede. Frauenfußball beim TSV Nettelrede ist vorerst Geschichte. Nach dem Weggang der zweiten Mannschaft vor der Saison hat der Verein jetzt das Bezirksliga-Team abgemeldet.

veröffentlicht am 19.11.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:52 Uhr

Nettelrede. „Es muss was passieren, sonst denke ich, dass wir die Saison nicht durchhalten.“ Das sagte Kathrin Gaßmann von den Bezirksliga-Fußballerinnen des TSV Nettelrede nach dem letzten Punktspiel gegen die TSG Ahlten II vor eineinhalb Wochen. Ihre Ahnung hat sich bestätigt. Die Mannschaft wurde am Dienstagabend vom Spielbetrieb abgemeldet. „Aufgrund der Entwicklung im Laufe der Hinserie blieb uns keine Wahl“, teilte TSV-Schriftführer Frank Voges mit. Der harte Kern des Teams habe den Vorstand um die Abmeldung gebeten.

Die Entscheidung habe die Mannschaft am vorigen Sonnabend „schweren Herzens“ getroffen, als sie zum – wegen des Wetters noch abgesagten – Spiel gegen Eintracht Hameln zusammenkam, erzählt Gaßmann. „Da wären wir wieder gerade elf Leute gewesen.“ Mehr Spielerinnen habe der Kader gar nicht mehr umfasst, drei ältere Spielerinnen halfen noch regelmäßig aus. „Der Frust wurde immer größer und der Ärger mit den Familien auch, weil teilweise schon Urlaube verkürzt und Einladungen ausgeschlagen wurden, damit wir genug Leute sind“, so Gaßmann, die 16 Jahre lang für den TSV spielte und ihre Karriere nun wohl beenden wird. Andere Spielerinnen machen in anderen Vereinen weiter, einige wohl beim SC Völksen.

Kurios: In der vorigen Saison hatte der TSV noch zwei Frauen-Teams – die aber nie wirklich zusammenarbeiteten. Zwar halfen Spielerinnen der Zweiten immer wieder mal im Bezirksliga-Team aus. Dazu, dass die besten Spielerinnen beider Teams die erste und die anderen die zweite Mannschaft bildeten, kam es aber nie. „Das soll es bei anderen Vereinen auch geben – bei uns war es aber schon extrem“, sagt Voges.

Vor dieser Saison verließ die zweite Mannschaft mit Trainer Dietmar Wente – pikanterweise Spartenleiter des TSV – schließlich den Verein und wechselte geschlossen zum SC Bison Calenberg, um in der Kreisliga Hannover-Land mehr gefordert zu werden – und wohl auch, um aufsteigen zu können. Im Rückblick „hat uns das das Genick gebrochen“, sagt Gaßmann.

Die letzten Fußballerinnen beim TSV sind nun die B-Juniorinnen. Die hätten die Frauen nicht retten können, denn „es kommen erst zwei raus“, sagt Voges, der trotzdem hofft, dass der Frauenfußball in Nettelrede wieder auflebt. Gaßmann glaubt nicht daran: „Das ist ein Aus für immer.“jab



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