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Nur den Kreispokal gewann er nie

Titel-Titan Kalle Karbautzki geht in Rente

Fußball. Titel pflastern seinen langen Weg durch das Kreisgebiet. Genauer gesagt, neun Meisterschaften durfte Karl-Heinz Karbautzki, den alle nur „Kalle“ nennen, in seiner erfolgreichen und nie langweiligen Trainerkarriere feiern. Dieses Kunststück muss ihm erst einmal einer aus seiner Gilde nachmachen. Doch nun ist Schluss mit Fußball, der Titel-Titan geht in Rente. „Es reicht jetzt. Die letzten Jahre kamen auch immer mehr gesundheitliche Probleme auf mich zu. Da haben nun andere Dinge Vorrang“, gibt der 65-Jährige Einblicke in seine Gemütsverfassung.

veröffentlicht am 24.02.2011 um 11:44 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:07 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Fußball. Titel pflastern seinen langen Weg durch das Kreisgebiet. Genauer gesagt, neun Meisterschaften durfte Karl-Heinz Karbautzki, den alle nur „Kalle“ nennen, in seiner erfolgreichen und nie langweiligen Trainerkarriere feiern. Dieses Kunststück muss ihm erst einmal einer aus seiner Gilde nachmachen. Doch nun ist Schluss mit Fußball, der Titel-Titan geht in Rente. „Es reicht jetzt. Die letzten Jahre kamen auch immer mehr gesundheitliche Probleme auf mich zu. Da haben nun andere Dinge Vorrang“, gibt der 65-Jährige Einblicke in seine Gemütsverfassung. Den heimtückischen Prostata-Krebs hat Kalle Karbautzki zwar erfolgreich bekämpft und auch die mittlerweile künstlichen Kniegelenke stören den „harten Hund“ nur am Rande, dennoch steht jetzt seine Familie im Vordergrund. „Meine Tochter Petra und meine Enkelin werden mich in nächster Zeit voll beanspruchen, worauf ich mich sehr freue“, pendelt Kalle schon jetzt immer öfter zwischen Hameln und Lüneburg hin und her.

Natürlich mit dem Zug, denn seinen Führerschein hat Karbautzki wegen „einer Dummheit“ schon 1971 verloren und nie mehr wiedergesehen. „Mit dem Fahrrad ist die Strecke einfach viel zu weit“, witzelt der Meistermacher. Wirklich gebraucht hat er in all den Jahren zwar auch seinen Drahtesel, doch in erster Linie die Trainerlizenz, die er einst 1980 in Barsinghausen mit Bravour bestand.

Und der gelernte Dreher drehte schon gleich bei seiner ersten Station mächtig am Rad und feierte mit Eintracht Hameln auch den ersten Titel. Drei Jahre blieb er beim ESV, ehe er 1983 zum Nachbarn HSC Hameln wechselte. Auch hier galt: Wo Karbautzki ist, da ist der Erfolg. Es folgten zwei weitere Meisterschaften und nach vier Jahren der Abschied in Richtung TSC Fischbeck, wo der einst gefürchtete Verteidiger und „Wadenbeißer“ sieben Jahre auf der Bank verbrachte. Und wen wundert’s, auch hier hielt die Titelflut an. „Der Aufstieg 1990 in die Bezirksklasse war der schönste Moment für mich“, erinnert sich der 65-Jährige immer wieder gerne an seinen ganz großen Coup. Insgesamt zweimal war er mit dem TSC Fischbeck on top.

Doch der Fan von Terminator Arnold Schwarzenegger hatte danach noch lange nicht fertig und stieg auch mit dem SSV Königsförde auf. Immer getreu seinem Trainermotto „Mit Zuckerbrot und Peitsche“. Dass er sich im allgemeinen Jubeltaumel plötzlich im nahen Beberbach wieder- fand, war nur eine lustige Randerscheinung während seiner dreijährigen Tätigkeit. Nächste Station war dann der TSV Großenwieden. Und Karbautzkis Meister-Mission fand auch hier noch lange nicht ihr Ende. Nach neun Spielzeiten verabschiedete er sich mit zwei Titeln im Gepäck aus dem dortigen Weserstadion und heuerte bei der SG Hameln 74 an. Beim aufstrebenden Nordstadtklub übernahm er 2006 das Reserveteam und stockte seine Titelsammlung mal eben auf neun auf. Riecht nach Kreisrekord. Doch eines blieb dem Meistermacher stets verwehrt: Ein Triumph im Kreispokalfinale. „Ich war siebenmal dabei, doch den Pott haben immer die anderen geholt. Ich hätte viel dafür gegeben, wenn ich es einmal geschafft hätte“, spricht auch ein wenig Wehmut aus seinen Worten. Doch die „geile Zeit“ ist für Kalle Karbautzki jetzt abgehakt.

Fußball schaut er nun vorrangig im TV und will sich neben der Familie auch verstärkt seinem zweiten Hobby, der Ostsee, widmen. Dort in Großenbrode ist ein Wohnwagen schon längst zu seiner zweiten Heimat geworden.

Er blickt auf über 30 erfolgreiche Jahre im Trainergeschäft zurück: Karl-Heinz Karbautzki, genannt Kalle, wurde mit sechs verschiedenen Mannschaften neunmal Meister im Kreisgebiet. Jetzt zieht er sich aus dem Fußballgeschäft zurück

Foto: nls



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