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Zwischen Hoffen und Bangen: Hamburgs Fans machen sich Sorgen um ihren Klub

Steigt der HSV ab?

Bert van Marwijk weg, Mirko Slomka da: Ist der Ex-Coach von Hannover 96 beim Hamburger SV der erhoffte Retter in der Not? Oder steigt der HSV erstmals in der Vereinsgeschichte in die 2. Liga ab? Nach acht Pleiten in Folge (zuletzt 2:4 gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig) machen sich auch die Hameln-Pyrmonter HSV-Fans Sorgen um die Zukunft des letzten Bundesliga-Dinos.

veröffentlicht am 18.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:41 Uhr

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Andreas Meissner, Trainer des TSV Brünnighausen und seit dem sechsten Lebensjahr HSV-Fan: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, aber ich glaube, dass der HSV diesmal absteigt. Mir als HSV-Fan blutet bei dem Gedanken daran das Herz, aber die Mannschaft ist meiner Meinung nach nicht bundesligatauglich. Ich war gegen Hertha live im Stadion – das war erschreckend! Danach war mir klar, dass es auch gegen Braunschweig ganz, ganz schwer wird. Dazu kommen noch die Querelen im Vorstand und Aufsichtsrat. Was die sich leisten, ist eine absolute Frechheit. Mirko Slomka als neuer Trainer tut mir jetzt schon leid. Vielleicht tut dem HSV ja ein Neuanfang in der 2. Liga gut.“

Dieter Schröder, Schiedsrichter und 1. Vorsitzender des HSV-Fanklubs Weserberglandraute: „Wir können nur die Daumen drücken und hoffen, dass es noch reicht. Aber ich habe große Zweifel, was den Klassenerhalt angeht. Selbst Nationalspieler wie René Adler, Heiko Westermann und Marcel Janssen machen vor Gegentoren so haarsträubende Fehler, dass einem Angst und Bange wird. Und auch was die von Sportdirektor Oliver Kreuzer verpflichteten Winter-Neuzugänge (Ola John und Ouasim Bouy; d. Red.) angeht, war mir klar, dass diese zwei Spieler, die bei ihren Ex-Klubs den Durchbruch nicht geschafft haben, dem HSV im Abstiegskampf nicht weiterhelfen können. Der März wird für den HSV mit den Spielen gegen Bremen, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart, Freiburg und Gladbach der Monat der Wahrheit. Viel Hoffnung habe ich aber nicht, denn auch Mirko Slomka kann als neuer Trainer aus einer Schnecke kein Rennpferd machen. Ich hoffe, dass die Spieler bis zur letzten Patrone kämpfen, um den Abstieg noch zu verhindern.“

Ender Kilic: „Ich glaube nicht, dass der HSV absteigt. Auch mein Kumpel Thomas Kroll, mit dem ich mir ein HSV-Tattoo habe stechen lassen, ist fest vom Klassenerhalt überzeugt. Unten in der Tabelle ist ja Gott sei Dank alles noch eng zusammen. Da gibt es noch genügend andere Kandidaten, die gefährdet sind. Nur wir müssen natürlich auch endlich mal wieder gewinnen. Sonst wird es ganz, ganz bitter. Mal sehen, was Slomka jetzt bewegt. In den 13 verbliebenen Spielen gibt es noch genug Punkte zu holen.“

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Axel Marahrens: „Ich bin quasi von Geburt an HSV-Fan und finde dieses momentane Chaos in Hamburg unendlich traurig. Mit der Verpflichtung von Mirko Slomka müssen nun aber endlich einmal alle an einem Strang ziehen. Dass er im Abstiegskampf etwas bewegen kann, hat er nachhaltig in Hannover bewiesen. Ich habe deshalb die große Hoffnung, dass der HSV in der Bundesliga bleibt. Was anderes kann ich mir auch gar nicht vorstellen.

Herbert Schikorr: „Seit 1969 bin ich Anhänger des HSV und habe seitdem alle guten und schlechten Zeiten miterlebt. Doch jetzt sieht es ganz böse aus. Trotzdem: Der HSV wird nicht direkt absteigen, sondern mindestens den Relegationsplatz schaffen und dann beide Spiele gewinnen. Gegen wen auch immer. Aber vielleicht kommt ja schon am Samstag gegen Borussia Dortmund die Wende. Die liegen uns, außerdem ist es für den HSV ein Vorteil, das van der Vaart nicht spielt. Der hat mich in dieser Saison nur enttäuscht. Aber Mirko Slomka alleine kann nichts bewegen, die komplette Mannschaft muss sich von der Einstellung her ändern. “

Thomas Möller: „Slomka ist polnisch und heißt Strohhalm. Ich habe Zweifel, dass der erneute Trainerwechsel für den HSV tatsächlich der letzte Strohhalm sein wird. Meine Hoffnung, dass die Hamburger den Klassenerhalt noch schaffen, ist äußerst gering. Die Qualität stimmt nicht. Gestandene Nationalspieler wie Adler, Westermann oder Jansen rufen einfach ihre Leistung nicht ab und Geschichten von van der Vaart sind mehr in der ’Bunten‘ als im Kicker zu lesen. Hinzu kommt, dass beim Hamburger SV schon lange nicht mehr an einem Strang gezogen wird. Auch deshalb glaube ich kaum noch an die große Wende.“

Carsten Hanke, Mitglied im HSV-Fanklub Weserberglandraute: „Ich hatte noch nie so ein schlechtes Gefühl wie dieses Jahr. Das 2:4 in Braunschweig war der negative Höhepunkt. Der neue Trainer wurde viel zu spät verpflichtet: Was soll Mirko Slomka jetzt noch retten? 17 Trainer in 17 Jahren – das ist schon heftig. Ich hätte mir gewünscht, dass Felix Magath kommt. Eins ist klar: Der Verein muss total umgekrempelt werden, sonst sehe ich für den HSV schwarz. In der Mannschaft gibt es einfach zu wenig Kämpfertypen wie Pierre-Michel Lasogga. Auch von Rafael van der Vaart kommt zu wenig. Ohne van der Vaart spielt der HSV besser. Vielleicht schaffen die Hamburger ohne ihn ja gegen den BVB eine Sensation. In der vergangenen Saison haben wir zu Hause 3:2 gegen Dortmund gewonnen, danach ging es wieder aufwärts.“aro/ro/kf

Machen sich Sorgen um ihren Hamburger SV: Andreas Meissner (rechts) und Carsten Hanke (links).

awesa/pr



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