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Vom WTW Wallensen zu Blau-Weiß Salzhemmendorf: Junioren-Keeper Niklas Köhne geht im Ostkreis fremd

„So fühle ich mich im Tor des Erzrivalen“

Erinnern Sie sich noch, wie Andreas Möller ein Schalker wurde? Am 23. September 2004 verliert Borussia Dortmund das Derby mit 0:4 gegen den ewigen Westrivalen. Und ausgerechnet der einstige BVB-Star avancierte zum Mann des Tages. Ganz Dortmund pfiff Möller aus, doch er ließ sich davon nicht beirren. Nicht viele Spieler vor und nach ihm wechselten auf diese Weise das Revier. Aber auch auf Kreisebene gibt es derart große Rivalitäten. Und ich bin mittendrin statt nur dabei, denn ich bin von Wallensen zum Erzrivalen Blau-Weiß Salzhemmendorf gewechselt.

veröffentlicht am 28.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 09:41 Uhr

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Erinnern Sie sich noch, wie Andreas Möller ein Schalker wurde? Am 23. September 2004 verliert Borussia Dortmund das Derby mit 0:4 gegen den ewigen Westrivalen. Und ausgerechnet der einstige BVB-Star avancierte zum Mann des Tages. Ganz Dortmund pfiff Möller aus, doch er ließ sich davon nicht beirren. Nicht viele Spieler vor und nach ihm wechselten auf diese Weise das Revier. Aber auch auf Kreisebene gibt es derart große Rivalitäten. Und ich bin mittendrin statt nur dabei, denn ich bin von Wallensen zum Erzrivalen Blau-Weiß Salzhemmendorf gewechselt. Wer es nicht wissen sollte: Die gegenseitige Verachtung ist hier wohl genauso groß, wie in der Bundesliga zwischen Werder Bremen und dem HSV, Eintracht Braunschweig und Hannover 96 oder eben Schalke 04 und Dortmund.

Am 13. August 2010, übrigens ein Freitag, war es dann so weit. Ich machte als Torhüter mein erstes Spiel für die B-Junioren von Blau-Weiß. Als ich mich vor der Partie in der Kabine im Spiegel mit diesem fremden Trikot sah, schossen mir sofort zwei Gedanken durch den Kopf: War ich tatsächlich ein Verräter – und durfte ich überhaupt für Salzhemmendorf spielen, wo doch der WTW mein Verein ist? Ich war aber trotzdem stolz, auch wenn wir 3:5 gegen SF Osterwald verloren. Die harten Trainingseinheiten hatten sich endlich für mich ausgezahlt, und ich hatte trotz der Niederlage auch noch eine gute Leistung im Kasten gezeigt. Zuvor konnte ich in Wallensen nur außer Konkurrenz in der Kreisklasse spielen, wollte mich aber unbedingt in einer höheren Liga beweisen. Auch wenn mein Vater Sven Köhne der Fußball-Chef des WTW ist, lag ein Vereinswechsel einfach nahe. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn im Ostkreis ist die Auswahl nicht besonders groß. So gab es im B-Juniorenbereich eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich gehe zu den Sportfreunden Osterwald oder ich wechsele zu BW Salzhemmendorf.

Was sollte ich tun? Ich war unschlüssig. Rat holte ich mir deshalb bei meinen beiden Klassenkameraden an der KGS, Niko Wiegmann und Nico Granzow. Beide waren damals für die C-Junioren in der C-Jugend am Ball. Da ist es wohl auch nicht schwer zu erraten, was sie mir rieten. „Komm doch nach Salzhemmendorf, das wirst Du nicht bereuen“, meinte Granzow. Fast ins gleiche Horn stieß auch Wiegmann: „Köhne, das Problem, was ich sehe, ist, dass Du Dich in Osterwald nicht durchsetzen wirst. Dort spielt doch Plewe, der ist Kapitän und ein herausragender Torwart.“ Mein Herz sagte mit zwar, du kannst doch nicht nach Salzhemmendorf gehen, du bist aus Wallensen, doch ich hatte schließlich keine Wahl. Auch wenn mir die Entscheidung sehr schwerfiel, ich wollte mich sportlich weiterentwickeln und auf einem höheren Niveau in der Kreisliga spielen. Den Schritt musste ich einfach gehen.

Meine Mannschaft verstand die Welt nicht mehr. „Wie kann denn der Köhne zu diesen Blau-Weißen gehen? Ist der bescheuert?! Das ist doch ein Skandal!“, hörte ich auf dem Trainingsplatz.

Ich fühle mich aber auch heute immer noch nicht wie ein Verräter. Denn der WTW ist und bleibt mein Herzensverein, aber die Zeit in Salzhemmendorf ist klasse! Die Entscheidung war richtig. „Es geht nicht ohne ein Miteinander“, so sieht es auch mein Vater. Er hat sich mit der Situation längst angefreundet.



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