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Das letzte Pflichtspieltor gegen die Hamburger fällt vor 30 Jahren beim 1:1 des TuS im Waldstadion

„So ärgerte ich St. Pauli“

Wie sich die Fußball-Zeiten doch ändern. Früher kam der FC St. Pauli – wie jetzt nach Aerzen – nicht mal eben zu einem lockeren Freundschaftsspiel im Weserbergland vorbei, damals in der Amateur-Oberliga Nord war es seine Pflicht.

veröffentlicht am 11.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Wie sich die Fußball-Zeiten doch ändern. Früher kam der FC St. Pauli – wie jetzt nach Aerzen – nicht mal eben zu einem lockeren Freundschaftsspiel im Weserbergland vorbei, damals in der Amateur-Oberliga Nord war es seine Pflicht. Und die auch zu erfüllen, war gewiss nicht immer einfach. Die Hamburger Kontrahenten von einst, Preußen Hameln 07 und der TuS Hessisch Oldendorf, dümpeln heute zwar nur noch auf Kreisebene herum, vor über 30 Jahren waren die heimischen Kicker aber durchaus auf Augenhöhe. Acht Duelle um Punkte gab es: Viermal durfte Preußen ran und viermal der TuS.

Siege gegen den Kiezklub blieben zwar Mangelware, aber besonders der letzte Auftritt des FC St. Pauli am 6. November 1983 im Hessisch Oldendorfer Waldstadion hatte es noch einmal in sich. Und ich durfte hautnah dabei sein, avancierte sogar plötzlich noch zum Protagonisten. Rückblick: Der spätere Aufsteiger in die 2. Bundesliga kontrollierte die Partie nach einem frühen Treffer von Schmidt (26.) schon 87 Minuten lang und wartete eigentlich nur noch auf den Abpfiff. Dann passierte es aber doch noch. Der bis dahin souveräne Hamburger Abwehrchef Uwe Mackensen – heute übrigens Sportredakteur bei der Bildzeitung – verdaddelte den Ball am Strafraumeck an den energisch nachsetzenden Axel Springer. Der Mittelfeldspieler flankte sofort in die Mitte. Ein kurzer Antritt von mir, Kopfball, Tor! Aus sechs Metern hatte ich nun wirklich keine Mühe, den Ball zum 1:1 hinter Torhüter Boniek im Netz zu versenken. Ein unverhoffter und vor allem äußerst glücklicher Punkt. Kleine Kuriosität am Rande: Ausgerechnet ich, ein Hamburger und auch noch in der Jugend langjähriger Weggefährte des damaligen Trainers Michael Lorkowski, hatte dem FC St. Pauli noch mächtig die Laune verdorben. Wir haben danach aber trotzdem noch ein bisschen herumgeflachst.

Auch im Rückspiel am Millerntor wurde es noch einmal spät spannend. Nach einem klaren 0:3-Rückstand konnten ich (71.) und Axel Springer (88.) noch einmal auf 2:3 für den TuS verkürzen. Diesmal kam der Abpfiff aus Hamburger Sicht aber noch rechtzeitig.

Die wichtigsten Infos zum St.-Pauli-Spiel in Aerzen

Gibt es noch Tickets? Ja. Rund 2000 Tickets sind zwar schon weg, aber an der Tageskasse gibt es noch Stehplatzkarten. Erwachsene zahlen elf Euro, Kinder (ab 7 Jahre) und Jugendliche (bis 17 Jahre) sieben Euro. Die Sitzplatztickets sind bereits ausverkauft. Übrigens: Im Ticket ist eine Briefmarke der Citipost enthalten mit den Logos beider Vereine.

Wann geht’s los? Einlass ist ab 12 Uhr. Dann öffnet auch die Tageskasse. Um 14 Uhr erfolgt der symbolische Startschuss durch Friedrich-Wilhelm Kaup, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland, und Klaus-Hasso Heller, Chef der Aerzener Maschinenfabrik. Vorher haben ab 12.15 Uhr die D-Jugendteams des MTSV Aerzen und JFV Union Bad Pyrmont ihren großen Auftritt.

Wo kann ich parken? Wichtig: Wegen der Bauarbeiten ist die B 1 nach Aerzen ab Groß Berkel gesperrt. Fußballfans, die aus Richtung Hameln mit dem Auto kommen, müssen zum Stadion am Veilchenberg einen Umweg über Königsförde fahren. Vor dem Stadion dürfen nur Anwohner und Zuschauer mit VIP-Tickets parken. Es gibt aber an der Sporthalle, auf den umliegenden Schulhöfen, beim Fitnessstudio Twin-Fit und bei der Aerzener Maschinenfabrik viele Parkplätze.

Was passiert drumherum? Es gibt Livemusik mit „Dischermans Band“ und „24:Seven“. Und auch für das leibliche Wohl der Fußballfans ist gesorgt: u. a. mit 1500 Kilogramm Pommes, 500 Brezeln, 1500 Würsten und 1500 Liter Bier. Es gibt aber selbstverständlich auch alkoholfreie Getränke.

Gibt es einen Stadionsprecher? Ja, sogar zwei. Tünderns Kult-Betreuer Karsten Leonhart und Matthias Koch von AWesA werden „die größte Veranstaltung in der Geschichte des Stadions“ moderieren.

Wer pfeift die Partie? Schiedsrichter ist Mario Arnold (TuS Hessisch Oldendorf), der von seinen Assistenten Magnus Fischer und Jannik Frevert (beide Germania Reher) an der Seitenlinie unterstützt wird.

Wie viele ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz? Jede Menge. Das Organisationsteam um Heiko Reckemeyer, Karsten Hoppe, Helmut Dreier, Angelika Dreier, Wilfried Waczynski, Murat Bendes, Willi Gurgel und Stephan Meyer wird von mehr als 100 freiwilligen Helfern unterstützt, ohne die so eine große Veranstaltung nicht möglich wäre. aro



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